Rosenheim – Das Frühlingskonzert der Mädchen-Realschule war – wie jedes Jahr – ein musikalisches Erlebnis höchster Qualität und märchenhaft im wörtlichen Sinne. Wer da meinte, die Frühlingskonzerte der Schule würden stets nach dem gleichen Schema ablaufen, der wurde aufs Feinste enttäuscht. Immer wieder gelingt es der Direktorin Magdalena Singer und ihrem Kollegium nicht nur, die Kinder, Jugendlichen und heranwachsenden jungen Frauen für Musik zu begeistern. Das reicht vom instrumentalen Bereich, den vor über 20 Jahren Georg Herrmansdorfer mit seiner Bläserklasse initiiert hat, über mehrere Chöre, Gesangs-Ensembles, Instrumental-Solisten, bis hin zu einer neu gegründeten Theatergruppe, die mit szenischen Einlagen aus der Märchenwelt den voll besetzten Saal des Kultur- und Kongress-Zentrums begeisterte. Auch hier hatte der längst pensionierte Georg Herrmansdorfer seine Hand im Spiel. Er stellte nämlich den gesamten Fundus an Kostümen und Dekoration aus seiner „Erlesenen Oper“ zur Verfügung.
Die Direktorin freute sich, neben den derzeitigen und ehemaligen Kollegen die Vertreter der Stadt und insbesondere den neuen Oberbürgermeister Abuzar Erdogan zu begrüßen. Den musikalischen Auftakt boten die Bläserinnen der 5. Klasse, also Mädchen, die erst seit acht Monaten überhaupt ein Instrument in der Hand hielten. Seit Jahren beliebt ist da vor allem der „Monster Rock“ von Tom Molter, weil dabei die Mädchen nicht nur spielen, sondern auch hellauf gruselig stöhnen dürfen.
Die Bläserinnen der Klasse 6b boten mit „Supercallifragisistix“ aus dem Musical „Mary Poppins“ bereits Anspruchsvolleres. Es folgten im Wechsel der Chor der 5. Klassen und ein Gesangsensemble, das mit „When you wish upon a star“ aus dem Film Pinocchio weiter im Bereich der Märchen blieb. Höchsten Ansprüchen genügten auch die Bläserinnen der 9b, die mit der Filmmusik aus Harry Potter brillierten.
Nach dem „Blumenduett“ aus der Oper Lakmé von Leo Delibes, mit dem Filomena Strasser und Aurelia Noichl das Publikum faszinierten, trat erstmals die Theatergruppe mit einer modernisierten Szene aus „Hänsel und Gretel“ auf. Die bewies, dass heute eine Hexe – dank Handy und ChatGPT – keine Chance mehr hätte.
Mit Musik von Alan Menken und Patrik Doyle, zwei Oscar-Preisträgern, ging es in die Pause. Es war unüberhör- und unübersehbar, mit wie viel Freude und Engagement die Mädchen des Chors der 6. Klassen das Lied aus der Filmmusik der bekannten Zeichentrickserie „Wickie“ sangen. Erneut fesselten die jungen Damen der 8d mit „Memoriy“ aus dem Musical „Cats“ ihre Zuhörer, bevor die Theatergruppe Szenen aus dem Märchen Aschenbrödel präsentierte.
Dazwischen lauschte das Publikum atemlos Johanna Strasser, die – wie schon in den vergangenen Jahren – wahrlich meisterhaft auf ihrer Harfe „Claire de lune“ aus der Suite von Claude Debussy präsentierte. Insbesondere ist festzustellen, mit welchem Können und Engagement der gesamte Lehrkörper die Mädchen begleitet. Eben nicht nur schulisch, sondern darüber hinaus musisch in seiner besten Version. Ein erstes Positivum für den neuen Oberbürgermeister: Er darf stolz sein, diese Schule nicht nur in seiner Stadt zu haben, sondern auch städtisch nennen zu können. au