„Herkommen, mitmachen und ausprobieren“

von Redaktion

480 Schüler entdecken beim „Tag des Handwerks“ im Bildungszentrum der Handwerkskammer Berufe hautnah

Rosenheim – „Es ist schon krass, wie komplex ein Auto ist“, stellt Fabian, der ein Rosenheimer Gymnasium besucht, in der Autowerkstatt fest, wo er sich zusammen mit seinen Mitschülern Leo und Mathis über die Arbeit eines KraftfahrzeugMechatronikers informieren konnte. In seinen Augen ist das ein wichtiger Beruf, „weil wir alle Auto fahren“. Der Schüler kann sich vorstellen, diesen Beruf zu erlernen, weil er anspruchsvoll und zukunftsträchtig ist.

Auch Mathis interessiert sich für einen Beruf, bei dem er mit Autos zu tun hat. Allerdings ist es nicht die Elektronik, die ihn begeistert, sondern die Arbeit mit Metall, etwa an der Karosserie. Leo hingegen findet Autos zwar auch spannend, kann sich aber eher vorstellen, als Maurer zu arbeiten. Diesen Beruf hat er auch schon kennengelernt und ausprobiert.

Leo, Mathis und Fabian sind drei der 480 Schüler aus sechs Schulen, die kürzlich anlässlich der Aktion „Tags des Handwerks“ ins Rosenheimer Bildungszentrum der Handwerkskammer für München und Oberbayern gekommen waren. Seit drei Jahren lädt die Handwerkskammer Schüler allgemeinbildender Schulen für einen Tag ein und bietet ihnen die Möglichkeit, drei Handwerksberufe nicht nur kennenzulernen, sondern auch selbst auszuprobieren.

„Wir wollen dabei den Jugendlichen ganz bewusst auch Berufe vorstellen, an die sie selbst noch nicht gedacht haben“, erklärt die stellvertretende Leiterin des Bildungszentrums Jennifer Brosche. An vier Tagen wurde die Aktion angeboten.

Angesichts der Tatsache, dass es 130 Handwerksberufe gibt, ist an einem Tag zwar kein vollständiger Überblick möglich. Doch die teilnehmenden Schüler, die aus Rosenheim, Prien, Neubeuern und München kamen, konnten dennoch einen Einblick in häufig gewählte Berufe bekommen: Elektriker, Maurer, Friseur, Schreiner, Raumausstatter, Zimmerer, Kfz-Mechatroniker und Büromanagement für Handwerksbetriebe.

Brosche hält es bei der Organisation des Tags für wichtig, die Mädchen nicht nur so genannten „typischen Frauenberufen“ zuzuordnen und den Buben so- genannte „typische Männerberufe“, sondern vorurteilsfrei die Vielfalt des Handwerks zu vermitteln. Dabei sei es ganz normal, dass nicht unbedingt eine der ausprobierten Tätigkeiten zum Berufswunsch wird.

So fand Teilnehmerin Emma den Tag zwar interessant, lässt sich aber bei der Berufswahl lieber noch Zeit. Auch ein Studium der Medizin oder zum Bauingenieur kommt für sie infrage. Ihre Mitschülerin Thea wiederum hat beim „Tag des Handwerks“ die Berufe des Maurers und des Elektronikers ausprobiert. „Elektroniker ist interessanter“, findet sie, denkt aber auch über ein Jurastudium nach. Was die Teilnahme am „Tag des Handwerks“ angeht, meint sie: „Ich kann den Einblick ins Handwerk nur empfehlen. Diese Gelegenheit sollte man auf jeden Fall nutzen.“ Auch Feli sieht das so: „Es hat viel Spaß gemacht, alles war interessant.“ Sie rät allen Schülern: „Herkommen, mitmachen und ausprobieren.“ als

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