Rosenheim – Am Mittwoch, 17. Januar 1883, näherte sich ein Schustergeselle spät in der Nacht dem Brückenwirt im heutigen Stadtteil Hohenofen und bemerkte, dass dort ein Brand ausgebrochen war. Sofort versuchte er, die Wirtsleute aufzuwecken – ohne Erfolg, die Haustür war verschlossen. Er weckte einen Nachbarn und lief zurück nach Pang, um Hilfe herbeizurufen. Die rasch alarmierte Nachbarschaft drang von hinten ins Haus ein und fand den ermordeten Wirt Johann Schmidt in seinem Blut. Seine Frau Elise hatte trotz Messerstichen noch ein Stück weit fliehen können und war dann ebenfalls durch Axthiebe erschlagen worden. Die Spuren im frisch gefallenen Schnee führten zu den Tätern, die schnell verhaftet wurden und sich gegenseitig bezichtigten. Sie hatten vergeblich das Geld aus einem Viehhandel gesucht und dann Feuer gelegt. Die beiden Mörder, Jakob Faßl und Wilhelm Strohhofer, wurden zum Tode verurteilt und am Mittwoch, 26. September 1883, hingerichtet. Die Schwester Faßls stiftete später ein Sühnekreuz.
Der Historische- und Heimatverein Pang sorgte nun dafür, dass das renovierte Kreuz wieder in der Nähe des Tatorts aufgerichtet wurde. Vereinsvorsitzende Barbara Noichl begrüßte die trotz des Regens zahlreich erschienenen Besucher und dankte der Familie Wedlich für ihre großzügige Unterstützung sowie der Familie Ziegler, die den Grund zur Verfügung stellte, Peter Dinzenhofer und Michael Paul für die praktischen Arbeiten und allen weiteren Unterstützern.
Pfarrer Thomas Schlichting führte die kirchliche Segnung durch und erinnerte an das Kreuz als Zeichen der Versöhnung. Die Fürbitten galten den Opfern, den Tätern und den heute dort wohnenden Familien. Angehörige der Familie Ziegler brachten die Figur des Gekreuzigten an, bevor Pfarrer Schlichting das Kreuz segnete. Der Burgfeld-Dreigesang sorgte für die musikalische Gestaltung. Nach dem Schlusssegen und einem gemeinsamen Lied saßen die Teilnehmer noch gemütlich beisammen.aez