Vielfalt, Musizierfreude und reife Leistungen

von Redaktion

Über 200 Schüler beim bunten Frühlingskonzert der Musikschule Rosenheim

Rosenheim – Mit mehr als 200 Musikschülern aller Altersgruppen hat die Musikschule Rosenheim anlässlich ihres diesjährigen Frühlingskonzertes im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim ein beeindruckendes Programm präsentiert. Unter den zahlreichen Besuchern und Ehrengästen befand sich auch der neue Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, der von Schulleiter Gottfried Hartl aufs Herzlichste begrüßt wurde. Mit besonderer Sorgfalt war eine Programmabfolge konzipiert worden, die auf eine wohltuende Abwechslung von Großformationen wie Jugendblaskapelle, Streichorchester und Gitarrenorchester sowie herausragenden Solisten der Talentschmiede der Musikschule Rosenheim setzte.

Am Beitrag des 40 Singvögel starken Kinderchors beeindruckte ganz besonders eine von den Kindern selbst gedichtete Rap-Nummer. Jedes Wort wurde deutlich artikuliert und war klar verständlich – und was Kinder im Grundschulalter alles beschäftigt, mitunter durchaus kritisch zur Klimakrise, zeigt sich, wenn man ihnen Raum gibt, sich auszudrücken.

Wunderschöne Kostüme und synchron aufeinander abgestimmte Tanzbewegungen erfreuten die Herzen der Zuschauer bei der Präsentation der drei Musical-Klassen, die im Finale mit dem Song „Bin ich erst groß“ ihre stimmlichen Qualitäten unter Beweis stellten. Unter den solistischen Darbietungen darf der Barock-Flamenco mit Merle Zürcher an der Harfe besondere Erwähnung finden. Sie wusste sämtliche höchst virtuosen Passagen, durchsetzt mit gitarristisch anmutenden feurigen Rasguados und rasanten Arpeggios, mit erstaunlicher Leichtigkeit zu meistern.

Atemberaubend war auch der Beitrag von vier jungen Hackbrettdamen, allesamt Bundespreisträger bei „Jugend musiziert“. Auf zwei Basshackbrettern wirbelten acht Schlägel gleich einem Derwischtanz, motivisch sich immer wieder neu miteinander verschlingend und sich dabei permanent steigernd, zu einem wahren Rausch an orientalischer Rhythmik und Melodik.

Eine ganz andere Welt, aber ebenso überzeugend auf die Bühne gebracht, eröffnete sich mit Valentin Peisl an der Steirischen Harmonika und Herbert Pixners klangvoller Komposition „Da Russische“.

Zur Pause verkündete Schulleiter Gottfried Hartl stolz die jüngste Produktion einer Musikschul-CD mit dem Titel „Irish-Bayrisch, grüne Insel-weißblauer Himmel“, die mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling finanziert worden war und die sich jeder interessierte Besucher in der Pause am Infostand einfach mitnehmen konnte. Dazu gab es eine Kostprobe im vergnüglichen Wechselspiel eines Volksmusik- und Irish-Folk-Ensembles. Auch für die klassische Note war gesorgt: mit einem furiosen Konzertsatz aus der Feder von Karl Friedrich Zelter mit Sophia Seeliger an der Bratsche sowie einem Andantino aus Ottorino Respighis „Antiche danze e arie“, wunderschön homogen musiziert von den Jungen Streichern plus zwei Harfenistinnen. Die größte Formation des Abends stellte der Fachbereich Gitarre mit einem nicht alltäglichen 60-köpfigen Gitarrenorchester aus Schülern im Alter von zehn bis 19 Jahren. Dazu erklang Karl Jenkins‘ „Palladio“, ein spieltechnisch durchaus anspruchsvolles Werk, das von allen bravourös gemeistert und mit anhaltendem Beifall vom Publikum honoriert wurde. Heiter und entspannt lud das darauffolgende „Count on me“ von Bruno Mars zum Mitschwingen und Mitsingen ein.

Dass ein Bühnenauftritt eine wahre Freude sein kann, das sah man den acht erwachsenen Sängerinnen des Popacapella Vokalensembles, dem Gesangsduo Sophia Meiners und David Spiegelberg sowie Jellina Tran an, die gemeinsam mit der „Mittwochsband“ neben ihrer unvergleichlichen Stimme eine perfekte Performance auf die Bühne zu zaubern vermochten. Ein bunter Reigen aus kulturellem und künstlerischem Miteinander unterschiedlicher Stilrichtungen und Altersgruppen war gelungen und kann als hoffnungsfrohes Spiegelbild einer vielfältigen Gesellschaft gesehen werden.

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