Rosenheim – Mit einem festlichen Jubiläumsvolkstanz hat der Rosenheimer Volkstanzkreis sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Wie der Verein mitteilt, füllten zahlreiche Besucher den Saal beim Kistlerwirt in Bad Feilnbach bis auf den letzten Platz. Vor sechzig Jahren wurde der Volkstanzkreis als Antwort auf die wachsende Begeisterung für regionale Volkstänze gegründet. Für das Jubiläum hatte der Verein gleich drei Tanzlmusi-Besetzungen eingeladen, die nacheinander aufspielten. Um allen drei Gruppen ausreichend Zeit zu geben, wurde der Abend bereits im Vorfeld um eine Stunde verlängert.
Unter den Ehrengästen befanden sich die Dritte Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim, Gabriele Leicht, sowie der langjährige Rosenheimer Stadtpfarrer Andreas Maria Zach. Zach hatte bereits zwei Wochen zuvor gemeinsam mit dem Verein in Baumburg den Jubiläumsfestgottesdienst gefeiert und in seiner Predigt die traditionsreiche Verbindung zwischen Tanz und Religion hervorgehoben.
Den Auftakt des Abends bestritt die Fischbachauer Tanzlmusi. Sie hatte beim ersten Volkstanz kurz nach der Vereinsgründung gespielt, ihre Tätigkeit jedoch vor 25 Jahren beendet. Zum Jubiläum stand sie nun wieder auf der Bühne – in jüngerer Besetzung, aber mit derselben Präzision und musikalischen Qualität. Der Vorsitzende des Volkstanzkreises, Christian Hengstberger, bedankte sich als Tanzlführer herzlich bei der Gruppe und hob hervor, dass die Musikanten eigens für das Jubiläum trotz der kurzen Spielzeit zugesagt hatten. Viele Volkstanzfreunde fühlten sich an frühere Zeiten erinnert und waren sich einig, dass musikalisch kein Unterschied zu damals zu hören war – ein Lob von besonderem Gewicht, da die Fischbachauer weit über die Region hinaus zu den bekanntesten und gefragtesten Tanzlmusi-Gruppen gehörten.
Anschließend übernahmen die Zuahäusl-Aufgeiger, deren Stil und Repertoire in der Tradition der Musikanten aus Tirol und der Steiermark stehen. Auch sie begeisterten die Besucher durch mehrere Tanzrunden, bei denen kein freier Platz im Saal ungenutzt blieb. Mit einem eigens gedichteten Text zu einem Volkslied überbrachten die Musikanten ihre Glückwünsche – beim Refrain sang das Publikum begeistert mit. Auf besondere Weise gratulierten auch die Mitglieder der Tanzgruppe des Trachtenvereins Alt-Rosenheim: Sie zeigten zu Ehren des Volkstanzkreises das Mühlradl sowie einen Burschenplattler und unterstrichen damit die langjährige freundschaftliche Verbindung zwischen den beiden Vereinen.
Die Pause vor der letzten Tanzrunde der Zuahäusl-Aufgeiger nutzte der Verein zur Vorstellung der neuen Vorstandschaft sowie für eine besondere Ehrung. Hengstberger würdigte in einer kurzen Ansprache die Verdienste von Herbert und Maria Bogensberger. Herbert Bogensberger hatte den jungen Verein 1970 vom Gründer Werner Krämer übernommen und ihn über mehr als 55 Jahre als Vorsitzender und Tanzlführer geprägt und geleitet. Seine Frau Maria unterstützte ihn dabei über fünf Jahrzehnte als Kassiererin und gute Seele des Vereins. Bei der diesjährigen Hauptversammlung hatten beide ihre Ämter an Nachfolger übergeben.
Das Jubiläum bot den passenden Rahmen für eine bisher einzigartige Ehrung: Herbert Bogensberger und Maria Bogensberger wurden zu Ehrenvorsitzenden ernannt. Beide bedankten sich sichtlich bewegt für die Auszeichnung.
Den dritten und letzten musikalischen Abschnitt des Abends eröffnete die Oberlauser Tanzlmusi mit vollem Bläserklang. „Zwei Kapellen haben wir heute schon verschlissen, jetzt ist die dritte an der Reihe“, kündigte Hengstberger den Wechsel an. Nachdem die Oberlauser erfahren hatten, dass der Verein einen Auftritt plante, boten sie spontan an, die Tänze einzustudieren, sodass die Darbietung vollständig live erfolgen konnte. Der Volkstanzkreis zeigte zunächst den Wolgaster, eine eigens angepasste Quadrille mit sechs Paaren, gefolgt vom temperamentvollen Jägerneuner mit sechs Tänzerinnen und drei Tänzern. Mit der Fledermaus-Quadrille zur Münchner Française startete schließlich der dritte Teil des Abends auf weiterhin voller Tanzfläche.
Der Verein hatte in seiner Einladung ein unbeschwertes Tanzvergnügen und einen unvergesslichen Abend versprochen, bei dem alle mittanzen konnten. Tanzlführer Hengstberger sorgte vom ersten bis zum letzten Tanz dafür, dass dieses Versprechen eingehalten wurde. Nach der letzten Runde bedankte er sich bei den Besuchern, den Vereinsmitgliedern sowie beim Team des Kistlerwirts, das für das leibliche Wohl gesorgt hatte. Mit einem gemeinsamen Schlusslied endete ein Jubiläumsabend, der nach Meinung vieler Besucher für alle Beteiligten zu einem ganz besonderen Erlebnis geworden ist.