Rosenheim – Glauben kann sie es noch immer nicht. „Ich habe meinen Augen nicht getraut“, sagt die Frau aus Irschenberg. Sie sei Berufspendlerin, fahre auf dem Weg zur Arbeit immer wieder an der Wertstoffinsel an der Stemplingerstraße in Rosenheim vorbei. „Es ist schon abenteuerlich, was die Leute dort alles entsorgen“, sagt sie. Mal sei ein alter Bürostuhl abgestellt worden, mal ein Reisekoffer.
Doch was sie am Mittwochmorgen (27. Mai) sah, hat allem die Krone aufgesetzt. Dort, direkt neben dem Altpapier-Container haben bislang unbekannte Täter 18 Dosen abgestellt, gefüllt mit je zweieinhalb Kilo Tomaten – also 45 Kilogramm ganze, geschälte Tomaten. Dazu einige, bereits geöffnete Dosen, ein kaputtes Radio und einen roten Kanister. „Ich bin erschüttert“, sagt die Irschenbergerin. Nachvollziehen, warum Bürger ihren Sperrmüll und Essensreste an den Wertstoffinseln ablagern, kann sie nicht.
Ein Einzelfall ist es nicht. „Es kommt leider immer wieder zu illegaler Müllablagerung“, sagt Christian Baab, Pressesprecher der Stadt Rosenheim, auf OVB-Anfrage. Mal wird Sperrmüll abgestellt, mal wird der Unrat neben den Containern entsorgt oder aber der Müll außerhalb der erlaubten Zeiten eingeworfen.
Um die Situation nachhaltig zu verbessern, werden die Wertstoffinseln seit November 2025 temporär von einer Detektei überwacht. „Die dadurch erfassten Verstöße werden unsererseits entsprechend mit Bußgeldverfahren geahndet“, erklärt Christian Baab. Ziel sei es, das Fehlverhalten wirksam zu unterbinden, zu beraten und zugleich eine abschreckende Wirkung zu erzielen.
2026 seien bisher über 100 Verstöße seitens der Detektei gemeldet worden. Entsprechende Bußgeldverfahren wurden von der Stadt in die Wege geleitet. „Wir setzen weiterhin auf eine Kombination aus regelmäßiger Reinigung, engmaschigen Kontrollen und konsequenter Verfolgung von Verstößen“, ergänzt der Pressesprecher.
An der Wertstoffinsel Hochfellnstraße beim ESV Rosenheim findet bereits seit 2017 zudem eine fest installierte Videoüberwachung statt. Die Installation einer dauerhaft technischen Infrastruktur kann laut Stadt nicht an allen Standorten gewährleistet werden. Hierbei seien der Datenschutz sowie die personellen Ressourcen zu beachten.
Schon jetzt scheint sich die Arbeit mit der Detektei zu bewähren. Auch wenn es an der ein oder anderen Wertstoffinsel noch immer zu illegalen Müllablagerungen kommt. Wie eben an der Stemplingerstraße in Rosenheim.
Die Tomatendosen wurden mittlerweile wieder entfernt. „Die Wertstoffinseln werden regelmäßig geleert und gereinigt“, bestätigt Baab.
Anna Heise