Rosenheim – Ein dicker Strahl aus feinem Wassernebel schießt 60 Meter weit über den Hof von Diebald Lackierungen im Gewerbegebiet Ost. Der Nebel wird in einer Turbine auf einem Löschroboter erzeugt, mit dem Brände in großen Hallen oder Tiefgaragen ferngesteuert gelöscht werden können, ohne Feuerwehrleute zu gefährden. Der Roboter wurde von der Firma Diebald Lackierungen finanziert und nun an die Freiwillige Feuerwehr Rosenheim übergeben. Gut 300.000 Euro hat das Gerät gekostet. Es ist Teil des Brandschutzkonzepts der Firma – für Geschäftsführer Richard Diebald war es selbstverständlich, es auch der Feuerwehr Rosenheim und damit der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen: „Wir haben uns schon für Rosenheim engagiert, zum Beispiel für die Landesgartenschau oder das Eishockey“, so Diebald.
Elf große
Werkshallen
Der Lackierbetrieb zählt mit seinen 230 Mitarbeitern zu den großen mittelständischen Unternehmen in Rosenheim, er wurde 1949 gegründet und wird inzwischen in dritter Generation betrieben. Die Produktion läuft in elf großen Werkshallen, in denen der Löschroboter bei einem Brand ein ideales Einsatzmittel wäre.
Bei der Übergabe an die Feuerwehr bedankte sich Oberbürgermeister Abuzar Erdogan im Namen der Stadt: „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Unternehmer nicht nur in die eigene Sicherheit investiert, sondern auch für die Allgemeinheit“. Der Roboter von Magirus hat ein Raupenfahrwerk, in der Turbine wird Wasser zu einem feinen Nebel zerstäubt und dann mit einem Propeller verteilt. Dem Feuer wird dadurch sehr schnell die Hitze entzogen, die Temperatur am Brandort sinkt. Ferngesteuert kann das Gerät in eine Halle oder Tiefgarage fahren, eine Farb- und eine Wärmebildkamera verschaffen dem Bediener an der Fernsteuerung auch bei Dunkelheit oder dichtem Rauch immer die richtige Orientierung und helfen auch, vermisste Menschen zu finden. Hindernisse, etwa brennende Autos in einer Tiefgarage, können mit einem Frontschild weggeräumt werden. Geschützt wird das Fahrzeug in Rauch und Feuer durch ein Sprühdüsensystem, die Leitungen sind gegen Flammeneinwirkung speziell isoliert. Der Roboter kann mit der starken Turbine auch Rauch wegblasen. Bis zu 60.000 Kubikmeter Luft schafft er in einer Stunde. Das ist ein großer Vorteil für die Einsatzkräfte, wenn auch große Brandorte schnell wieder rauchfrei werden.
Ein Anhänger
bringt den Aircore
Der „Magirus Aircore TAF 35“ ist in der Hauptfeuerwache stationiert und wird auf einem Anhänger an die Einsatzstelle transportiert. Für Stadtbrandrat Hans Meyrl ist das Gerät „eine tolle Sache“, die für die Feuerwehr einsatztaktisch wichtig sei. Auch er bedankte sich im Namen der Feuerwehr bei der Firma Diebald für die großzügige Spende.