Rosenheim – Enzo Tedesco hat schon immer davon geträumt, eine eigene Gastronomie zu eröffnen. Sein Opa hatte in den 80er-Jahren ein Lokal mitten in Rosenheim und war schon immer seine größte Inspiration. „Seit ich ein kleiner Bub bin, habe ich ein Faible für die Gastronomie“, sagt Tedesco. Erst vor einigen Tagen hat er in den sozialen Medien bekannt gegeben, dass er die historische Weinlände übernimmt – nachdem das Gebäude fast zweieinhalb Jahre leer stand.
Italienisch mit
bayerischen Einflüssen
„Die Brauerei ist auf mich zugekommen und hat sich erkundigt, ob ich Interesse hätte“, erinnert sich Tedesco. Er habe nicht lange überlegen müssen, habe sofort zugestimmt. Seitdem laufen die Vorbereitungen. Personal musste gefunden, ein Konzept erstellt werden. Italienisch soll es werden, mit bayerischen Einflüssen. Eine weiße Bolognese steht auf der Speisekarte, aber auch ein „Cotoletta alla milanese“ – ein „italienisches Schnitzel“. Dazu einige Pfannengerichte, wie man sie aus Südtirol kennt.
„Unser Koch ist Italiener und ist extra für uns nach Rosenheim gekommen“, sagt Tedesco. Die Männer kennen sich schon seit vielen Jahren und vertrauen einander. Enzo Tedesco sitzt auf einem der Holzstühle. Er blickt sich um in dem Lokal, von dem er so lange geträumt hat. „Es erinnert mich an eine Kirche“, sagt er. Er zeigt auf die Buntglasfenster, in denen sich das Licht bricht. Auf das Wandbild, das erst vor einigen Tagen fertiggestellt wurde. Auf die Wände, die in der Farbe Terrakotta gestrichen wurden.
Viel verändern konnte der junge Gastronom nicht. „Das Gebäude steht unter Denkmalschutz“, sagt Tedesco. Trotzdem habe er versucht, der historischen Weinlände seinen Stempel aufzudrücken. Inspiriert habe ihn die römische Mythologie. Ein Teil der Deko fehlt noch, ansonsten ist alles bereit für die Eröffnung am Freitag, 5. Juni.
Nervös ist Enzo Tedesco nicht. „Die Vorfreude ist riesig, aber ich bin eher ein entspannter Mensch“, sagt er. Er könne nicht nachvollziehen, weshalb das Lokal fast zweieinhalb Jahre leer stand. „Die Lage ist super, es ist mitten in der Stadt“, sagt er. In den vergangenen Tagen habe er bereits die Nachbarn kennengelernt. „Alle waren sehr lieb. Man merkt direkt, dass hier alle zusammenhalten.“
Weinstraßenfest
Anfang Juli
Auch deshalb sei er sofort dabei gewesen, als man ihn gefragt habe, ob er Teil des beliebten „Wein & Wahr Weinstraßenfests“ sein möchte. Die Veranstaltung findet heuer von Freitag, 3. Juli, bis Sonntag, 5. Juli, statt. Davor will Enzo Tedesco sein neues Restaurant aber erst einmal in der Stadt bekannt machen. „Wir wollen alle ansprechen“, sagt er. Es gebe Mittagsangebote für zwölf Euro, aber auch hochpreisige Speisen. Sein Ziel sei es, einen Ort zu schaffen, an dem die „italienische Lebensfreude spürbar“ ist und man „lange Nächte verbringen kann“. Ihm sei es wichtig, dass die Qualität stimmt und die Kunden sich bei ihm wohlfühlen. „Dass am Anfang nicht alles glatt läuft, wissen wir, aber wir werden unser Bestes geben“, sagt er. Eine große Party zur Eröffnung sei vorerst nicht geplant. „Wir wollen die Leute erst einmal ankommen lassen“, sagt Tedesco. Daran, dass sein Konzept funktionieren wird, scheint er keine Zweifel zu haben. „Es geht mehr darum, dranzubleiben“, fügt er hinzu. Geöffnet hat das Restaurant „Tedesco‘s – Sapore senza fine“ an der Weinstraße 2 von Dienstag bis Sonntag. Montag ist Ruhetag, sonntags hat das Lokal von 17.30 bis 22 Uhr geöffnet. Freitag und Samstag von 11.30 bis 22 Uhr. Dienstag bis Donnerstag von 11.30 bis 14.30 Uhr und dann wieder von 17.30 bis 22 Uhr.
Freude bei
der Brauerei
Auch die Auerbräu Brauerei ist froh, dass die historische Weinlände einen neuen Pächter gefunden hat. „Mit Enzo Tedesco haben wir einen Pächter gefunden, der nicht nur gastronomische Erfahrung und Leidenschaft mitbringt, sondern auch eine klare Vision für diesen besonderen Standort hat“, heißt es auf OVB-Anfrage. Die historische Weinlände sei ein wichtiger Teil der Rosenheimer Gastronomielandschaft. „Wir freuen uns sehr, dort wieder mit unserer Marke präsent zu sein. Wir wünschen dem Team einen erfolgreichen Start“, so Hinterseer. Anna Heise