Rosenheim – Die Vorfreude ist groß. Zumindest bei den Mitarbeitern der Stadt Rosenheim, die in wenigen Monaten in das neue Verwaltungsgebäude an der Rathausstraße 15 einziehen sollen. Dort, wo jahrelang die Sparkasse ihren Sitz hatte, soll eines der „nachhaltigsten und modernsten Bürogebäude Rosenheims“ entstehen.
Bereits im Juli 2025 gab die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie das Gebäude gekauft hat, das sich in unmittelbarer Nähe zum Rathaus befindet. Seitdem laufen die Bauarbeiten. Das Gebäude wird im Bestand nachhaltig saniert. Unter anderem bleibt der Stahlbetonkern bestehen. Und die Fassade wird aus Holz bestehen. Auch ein Anschluss an das Fernwärme- und Fernkältenetz ist geplant.
Nächster Schritt:
die neue Außenhülle
„Als Nächstes wird die neue Außenhülle angebracht, bevor mit dem Innenausbau begonnen werden kann“, sagt Christian Baab, Pressesprecher der Stadt Rosenheim, auf OVB-Anfrage. Aktuell stehe einem Umzug im Herbst 2027 nichts mehr im Wege.
In dem neuen Gebäude an der Rathausstraße sollen das Jugendamt, das Schul- und Sportamt sowie die Leitung des Kita-Amts untergebracht werden. Sie alle befinden sich derzeit in den Gebäuden in der Reichenbachstraße 8 und 6. „Das ist aber stark sanierungsbedürftig“, sagt Baab. Um eine Sanierung im laufenden Betrieb zu vermeiden, werden die jetzigen Nutzer ihm zufolge zumindest teilweise in das neue Gebäude umziehen. „Zusätzlich können angemietete Büros in der Reichenbachstraße 6 wieder gekündigt und so Mietkosten gespart werden“, fügt Baab hinzu.
Das Konzept sieht außerdem mehr Sozialräume für die Mitarbeiter und mehr Infostellen für Besucher vor. Zusätzlich steht die Barrierefreiheit im Fokus und auch ein Sicherheitskonzept wird baulich integriert. Die Stadt Rosenheim bezieht die Räumlichkeiten vom Erdgeschoss bis in den dritten Stock. Zusätzlich entsteht für die Sparkassenstiftungen ein viertes Obergeschoss, das sich im Besitz der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling befindet. Stadt und Sparkasse bilden eine Eigentumsgemeinschaft.
Die Sparkasse hatte die Immobilie bereits im Jahr 1998 erworben. Im Erdgeschoss gab es ein Schulungszentrum für Mitarbeiter, im ersten Obergeschoss eine Veranstaltungsfläche. Im obersten Geschoss hatte die Sparkassenstiftung Zukunft ihren Sitz. Alle anderen Büroflächen wurden extern an langjährige Partner vermietet, darunter Ärzte, Rechtsanwälte und ein Notariat.
Dass die Sparkasse das Gebäude nach 28 Jahren abgab, hatte mehrere Gründe. „Aufgrund der auslaufenden brandschutzrechtlichen Erlaubnis durfte das gesamte Gebäude ab Mitte 2025 nicht mehr genutzt werden“, teilt eine Sprecherin der Sparkasse auf OVB-Anfrage mit. Aufgrund dessen sei der Bau des Mitarbeiter-Schulungszentrums in Bad Aibling frühzeitig geplant und die Verlagerung im vergangenen Jahr realisiert worden.
„Mit dieser Verlagerung verlor das Gebäude in der Rathausstraße seinen bankbetrieblichen Hauptnutzen für die Sparkasse“, fügt die Sprecherin hinzu. Auch der Bedarf für die Veranstaltungsflächen vor Ort sei schon länger nicht mehr gegeben gewesen, da für Veranstaltungen die oberen Etagen des Hochhauses genutzt werden.
Energetische Sanierung läuft auf Hochtouren
Eine Sanierung sei aber aus einem anderen Grund nicht infrage gekommen. So habe eine Machbarkeitsstudie gravierende Bau- und Bodenrisiken bestätigt. „Nach einer anschließenden Risikoabwägung hat die Sparkasse entschieden, die Sanierung des Gebäudes nicht als Eigentümer anzugehen“, teilt die Sprecherin mit. Neben den definitiv zu erwartenden baulichen Problemen kann die Sparkasse ihr zufolge so auch jene Risiken vermeiden, die sich aus der Lage der Baustelle an einer hochfrequentierten Hauptstraße sowie aus möglichen Baukostensteigerungen während der langen Planungs- und Bauphase ergeben können.
Ein Nebeneffekt: Dadurch, dass das Gebäude an der Rathausstraße verkauft wurde, können die Immobilien-Mitarbeiter nun für die dringend nötige energetische Sanierung der bankbetrieblich genutzten Bürogebäude an der Kufsteiner Straße eingesetzt werden. „Diese läuft derzeit auf Hochtouren“, sagt die Sprecherin.