Eröffnung an der TH Rosenheim

von Redaktion

Der lang ersehnte„V-Bau“ für Forschung und Physiotherapie ist fertiggestellt

Rosenheim – Es sah so aus, als sei es der Bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume gewohnt, das Mikro gereicht zu bekommen, um in Rosenheim etwas an der Technischen Hochschule (TH) zu erzählen. „Geburtstage, Spatenstiche, Einweihungen – eigentlich gibt es an der TH immer etwas Neues, wofür es sich lohnt, Rosenheim zu besuchen“, meint Blume. In diesem Fall war es Letzteres. Der sogenannte „V-Bau“, ein millionenschweres Projekt, bei dem die Hochschule selbst zum Bauherrn wurde, ist fertig.

Die vier neuen Stockwerke an der Marienberger Straße haben ihren Namen nicht aufgrund der melodischen Aussprache oder der Gebäudeform, sondern weil die Hochschule mit ihrer Gebäudenummerierung schon beim Buchstaben „V“ angekommen ist. „Wir sind aber noch nicht am Ende des Alphabets“, stellt TH-Präsident Heinrich Köster bei seiner Begrüßung vor gut 100 Gästen klar.

Doch bevor man sich den verbliebenen vier Buchstaben widmet, galt es, das erste selbst erbaute Objekt zu würdigen.

7,5 Millionen Euro
Investitionen

Für rund 7,5 Millionen Euro entstanden knapp 2.000 Quadratmeter neue Fläche, die ab sofort dem Studiengang Physiotherapie sowie der Entwicklung und Forschung an der TH zugutekommen. Vorlesungsräume, Behandlungsflächen, Büros und Arbeitsplätze können ab sofort von den Studenten und Mitarbeitern an der Hochschule genutzt werden. „Es ist ein hochprofessionelles Umfeld, für das wir sehr dankbar sind“, meint Elias Weigl, der das Fach Physiotherapie im sechsten Semester studiert. Zwei Stockwerke stehen ihm und seinen Kommilitonen für größere Vorlesungen und Kurse zur Verfügung. Auf zwei weiteren kann in kleineren Gruppen- oder Einzelräumen gearbeitet werden.

Dass der „V-Bau“ nun zu dem Preis steht, hat vor allem Professor Andreas Betz „viele schlaflose Nächte“ gekostet. Der langjährige Dozent für Holzfertigungstechnik und Innenausbau war der Kopf des Projekts. Seit gut fünf Jahren, als die ersten Pläne für den „V-Bau“ entwickelt wurden, versuchte Betz vor allem, die Kosten im Rahmen zu halten. „In Aussicht standen 4,5 Millionen Euro vom Bayerischen Modulbauprogramm, der Hightech-Agenda, sowie rund zwei Millionen Euro an Eigenmitteln“, erklärt Betz. Die erste Schätzung lag allerdings bei rund zehn Millionen Euro.

Also setzte sich der gebürtige Schwabe immer wieder mit allen Beteiligten zusammen, um das Gebäude günstiger zu verwirklichen. Für diese „spektakuläre Einzelleistung“ erhielt Betz vom Wissenschaftsminister die Auszeichnung „Pro meritis scientiae et litterarum“, wörtlich übersetzt „für die Verdienste für Wissenschaft und Kunst“. Über zwei Jahrzehnte lang lehrte Betz an der Hochschule. Mit der Würdigung des Ministers geht er in den Ruhestand.

Nach der obligatorischen Schlüsselübergabe fiel der Dank der Physiotherapie-Studenten etwas zweckmäßiger aus. Für Präsident Köster gab es eine Faszienrolle, für Minister Blume ein Balance-Board. „Nach meinem Kreuzbandriss im Januar kann ich das zur Reha gut gebrauchen“, meint der Minister, der mit dem runden Brett unter dem Arm den „V-Bau“ verließ.

Ein Blick auf die gegenüberliegende Baustelle, wo für 320 Millionen Euro ein großes Technologiezentrum entsteht, sollte ihm allerdings klarmachen, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis er wieder nach Rosenheim kommen darf.

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