Rosenheimer im TV-Backduell

von Redaktion

Michael Mayer kämpft in Sat.1-Show um den goldenen Cupcake

Rosenheim/Kiefersfelden – Seine Leidenschaft hat sich Michael Mayer auf die linke Hand tätowieren lassen. Auf dem Handrücken, zwischen Daumen und Zeigefinger, hat sich der 32-Jährige ein Croissant stechen lassen. „Es steht für mein Handwerk und die Liebe zur französischen Patisserie“, sagt er. Die Stelle habe er bewusst gewählt. „Meine Hände sind für die Konditorei unerlässlich. Nur so kann ich meine Kreationen erschaffen.“

20 identische
Signature-Törtchen

Der gebürtige Rosenheimer arbeitet derzeit als Anwendungsingenieur bei Bora und entwickelt dort unter anderem Rezepte. An diesem Vormittag hat er sich Zeit genommen, um über seine Karriere zu sprechen, aber auch, wie es dazu gekommen ist, dass er seit einigen Wochen im deutschen Fernsehen zu sehen ist. Jeden Mittwoch, um 20.15 Uhr, backt er mit anderen Profis um die Wette. Mal fertigt er 20 identische Signature-Törtchen an, mal einen filigranen Tortenaufleger aus Marzipan oder – inspiriert von der Sesamstraße – die Figur „Bibo“ als Schaustück auf einer Torte.

„Ich habe schon immer mit dem Gedanken gespielt, bei der Fernsehshow ‚Das große Backen‘ mitzumachen“, sagt Mayer. Für ihn sei es die erste Backsendung gewesen, bei der jeder mitmachen konnte. Auch Laien. „Blöderweise hatte ich da schon meine Ausbildung begonnen“, erinnert sich der gebürtige Rosenheimer. Eine Teilnahme bei den Hobbybäckern sei somit vom Tisch gewesen. Zwar seien irgendwann auch die Profibäcker dazugekommen, zeitlich sei es sich aber nie ausgegangen. Bis jetzt.

Durch Zufall entdeckt Mayer, dass für die neue Serie Profibäcker gesucht werden. Er bewirbt sich, hört wochenlang nichts. Bis plötzlich sein Telefon klingelt. „Ich stand gerade in unserer Showküche und habe ein Rezept verkostet, das einer unserer Köche vorbereitet hat“, erinnert sich Mayer. Er habe den Anruf entgegengenommen. In kurzen Sätzen hat ihm eine Redakteurin mitgeteilt, dass er bei der neuen Staffel „Das große Backen – Die Profis“ dabei ist.

„Ich war erst einmal sprachlos, habe mich aber unglaublich gefreut“, sagt er. Er habe das Gespräch beendet, sich zu seinen Kollegen umgedreht. „Die wussten direkt, was passiert ist. Man hat mir die Freude richtig angesehen. Das war ein ganz besonderer Moment für mich“, fügt Mayer hinzu. Nervös sei er erst geworden, als ein großer Katalog mit Aufgaben bei ihm eingetroffen sei. „Da habe ich mir schon die Frage gestellt, wie ich das jetzt alles schaffe.“

Die Kandidaten erhalten im Vorfeld zahlreiche Aufgaben, an denen sie sich probieren können. So habe Mayer beispielsweise in Vorbereitung auf die Show ein großes Schaustück mit einer Tortenkreation erschaffen. Besondere Bedingung: Die Torte soll für mindestens 20 Personen reichen, mindestens 40 Zentimeter und in ein kunstvolles Gesamtwerk integriert werden. „Geschmack und Aussehen können wir selbst wählen“, sagt Mayer.

Er habe den Katalog durchgeblättert, sich zu den verschiedenen Aufgaben unterschiedliche Rezepte überlegt und diese mehrmals gebacken. „Unsere Köche auf der Arbeit haben die einzelnen Kreationen dann verkostet“, sagt Mayer. Mal hatte niemand etwas auszusetzen, mal habe er an der ein oder anderen Stelle noch nachjustieren müssen. An der Form, dem Dekor oder dem Geschmack.

„Für jede Sendung habe ich jedes Rezept zwei- bis dreimal gemacht“, sagt der 32-Jährige. Das hat viel Zeit in Anspruch genommen. Denn der Berufsalltag sei auch während der Vorbereitung auf die Backshow ganz normal weitergelaufen. Doch die Arbeit hat sich ausgezahlt.

Träger der
roten Schürze

In der vergangenen Sendung wurde er als Tagessieger gekürt, trägt seitdem die rote Schütze. Zudem gab es viel Lob von den Juroren Christian Hümbs, Bettina Schliephake-Burchardt und Günther Koerffer.

„Die drei zum ersten Mal live zu sehen, war richtig schön“, sagt Mayer. Alle seien total herzlich und hilfsbereit gewesen. Sie würden Tipps geben, immer wieder motivierende Worte finden. „Die Juroren wollen wirklich nur das Beste für uns. Das ist ein schönes Gefühl“, sagt er. Und auch untereinander würden sich die Teilnehmer unterstützen. Mal wird beim Dekorieren geholfen, mal ein Tortenboden gehalten.

Aber auch die gute Atmosphäre lenkt nicht von den anstrengenden Drehtagen ab. „Wir haben teilweise zwölf bis 13 Stunden gedreht.“ Kein Wunder, dauert eine Prüfung in der Regel meist schon neun Stunden. „Für Konditoren ist das nichts Ungewöhnliches“, sagt Mayer. Trotzdem stehe man jede Minute unter Strom. „Man merkt natürlich, dass die Zeit gegen einen läuft. Das unterscheidet sich von unserem normalen Arbeitstag.“

Seine Entscheidung, bei der Backshow mitzumachen, hat er aber trotz allem nicht bereut. „Es war absolut richtig. Ich würde mich sofort wieder bewerben“, sagt er. Wie weit Michael Mayer kommt, darf er noch nicht verraten. Dafür erzählt er am Telefon noch ein wenig von seinem Werdegang. Von der Zeit damals, als er als Jugendlicher an Weihnachten immer „komplett eskalierte“ und teilweise 18 unterschiedliche Sorten Plätzchen backte.

Nach dem Abitur habe er sich dazu entschieden, eine Ausbildung zum Konditor zu machen. Er bewarb sich bei Feinkost Käfer und arbeitete dort nicht nur in der klassischen Konditorei, sondern auch im Restaurant und im Catering. Nach der Ausbildung ging es nach Paris und von dort weiter nach Berlin. Dort arbeitete er in einer kleinen französischen Patisserie. „Ich wollte dann aber mehr über Lebensmittel und deren Herstellung erfahren“, sagt er.

Mayer beginnt ein Studium zum Lebensmitteltechnologen. Er lernt, die chemischen Zusammenhänge in den Rezepten zu verstehen und in seinen Rezepten anzuwenden. Sein Wissen hält er in seiner App und auf seinem Blog „Lapâtisserie“ fest.

Hier finden sich Rezepte für einen sommerlichen Pistazienkuchen mit Erdbeeren und Kirschen, eine Torte mit Frischkäse, Zitrus und Pekannuss oder aber ein Safrankuchen mit Zitronengras und Mandarine.

Jede Woche ein Rezept
zum Nachbacken

Zu jeder Folge gibt es in der Lapâtisserie-App ein neues Rezept, das von den jeweiligen Aufgaben aus der Sendung inspiriert ist. Am Mittwoch, 17. Juni, ist Michael Mayer wieder im Fernsehen zu sehen. Ab 20.15 Uhr können ihn die Zuschauer auf Sat.1 und Joyn dabei beobachten, wie er seiner Leidenschaft nachkommt. Mit dem kleinen Tattoo direkt auf dem Handrücken. Zwischen Daumen und Zeigefinger.

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