„Wenn Leben in der Stadt ist, geht es ihr gut“

von Redaktion

Trödelmarkt, Streetfood oder Faschingstreiben: Das Rosenheimer Citymanagement zieht bei der Jahresversammlung Bilanz. Welche Veranstaltungen erfolgreich waren, welche Herausforderungen es gibt und welche Attraktion aus Kostengründen erst einmal pausieren muss.

Rosenheim – Die vergangenen anderthalb Jahre waren alles andere als einfach. Das machte Kathrin Schrubar gleich zu Beginn ihrer Rede deutlich. „Aber sie haben mir auch Spaß gemacht. Ich mache diesen Job sehr gerne und es hat sich wahnsinnig viel getan“, sagte sie. Seit 2023 ist sie die neue Geschäftsführerin des Rosenheimer Citymanagements. An diesem Abend lud sie zur Jahresversammlung ein. Unter die zahlreichen Mitglieder mischten sich auch etliche Stadträte, Vertreter des Wirtschaftlichen Verbands sowie Oberbürgermeister Abuzar Erdogan und seine beiden Stellvertreter.

Cityscheck bleibt
„Kassenschlager“

Schrubar nutzte die Gelegenheit, um einen Blick auf ihre Amtszeit zu werfen. Sie erinnerte an das Faschingstreiben auf dem Max-Josefs-Platz, die Antik- und Trödelmärkte, die Innenstadt-Freitage, das Streetfood-Festival und die Veranstaltung „Rosenheim in Bewegung“. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihr das Stadtfest, ein „erfolgreiches und großes Fest mit vielen verschiedenen Bands und Veranstaltungen“. Neu sei im vergangenen Jahr der Advents-Shuttle gewesen. Zwei weihnachtlich geschmückte Busse fuhren die Einkaufswilligen an den vier Adventssamstagen kostenlos von ihrem Auto in die Innenstadt – und wieder zurück.

Im Aufgabenbereich des Citymanagements befindet sich seit einiger Zeit auch das Flächenmanagement. Darum kümmert sich federführend Zarina Kobilke. Sie verschönert bestehende Leerstände, kümmert sich um mögliche Zwischennutzungen und stellt den Austausch zwischen Eigentümern, Suchenden und Immobilienmaklern her.

Ein „Kassenschlager“ ist nach wie vor der Rosenheimer Cityscheck, dabei handelt es sich um einen Geschenkgutschein. Dieser wird derzeit von knapp 90 Händlern, Gastronomen und Dienstleistern angenommen. „Derzeit sind über 500.000 Euro an Cityschecks im Umlauf. Das ist eine wirklich große Kaufkraft, die da unterwegs ist“, sagt Schrubar.

Nun gab es an diesem Abend aber nicht nur Positives zu berichten. „Wir hatten mit sehr vielen Herausforderungen zu kämpfen, die uns zum Teil auch in Schwierigkeiten gebracht haben“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Rainer Pastätter. Da seien die Krisen, die es in der Welt gibt, die hohen Gema-Gebühren und die Kosten für die Absperrungen, die mittlerweile „das Dreifache vom ursprünglichen Preis“ betragen.

Kunststoff-Eisbahn
nicht lukrativ genug

All das habe dazu geführt, dass man sich vonseiten des Citymanagements schwergetan habe, bestimmte Veranstaltungen umzusetzen. Pastätter nannte den „Winterzauber“ als Beispiel. Die rund 350 Quadratmeter große Kunststoff-Eisbahn wurde in den vergangenen Jahren im Salingarten aufgebaut und lud die Rosenheimer zum Schlittschuhlaufen ein. Im Dezember 2025 musste das Angebot allerdings pausieren. „Wirtschaftlich war es sehr schwierig. Wir konnten die Dinge nicht so umsetzen, wie wir sie gerne gehabt hätten“, fügt Pastätter hinzu. Kritik habe es auch daran gegeben, dass die Veranstaltung „Rosige Zeiten“ nur in abgespeckter Form stattgefunden hat. „Mehr war aber einfach nicht drin. In den vergangenen Jahren haben wir immer um die 13.000 Euro draufgezahlt. Dieses Budget war nicht vorhanden“, sagt Kathrin Schrubar. Bis jetzt. Aber sie ist eine Frau, die für fast alle Probleme auch gleich eine Lösung mitliefert. Und so gab sie bei der Jahresversammlung bekannt, dass es gelungen sei, mit der Sparkasse und den Stadtwerken zwei Sponsoren zu gewinnen. „Es gibt jetzt ein überarbeitetes Konzept“, verriet die Geschäftsführerin. Es gebe Licht, Musik, Feuerspiele und einen DJ.

Schrubar nutzte zudem die Gelegenheit, um auf das Straßenkunst-Festival „Spektakel“ vom 24. bis zum 26. Juli aufmerksam zu machen. „Wir haben 95 Stunden super hochwertige Straßenkunst“, sagte sie.

Neben Veranstaltungen standen bei der Jahresversammlung des Vereins Effizienz, Digitalisierung und Ressourceneinsparung im Fokus. Ein Meilenstein ist die Kooperation des Wirtschaftlichen Verbands und des Citymanagements im Veranstaltungsbereich.

Zudem äußerte Schrubar den Wunsch, dass der Einzelhandel noch einmal über eine Anpassung der Öffnungszeiten bis 20 Uhr nachdenkt. „In anderen Gemeinden funktioniert das wirklich schon ganz gut“, sagte sie.

„Ein Partner, auf den wir
nicht verzichten können“

Wie wichtig die Arbeit des Citymanagements für die Stadt ist, unterstrich auch Oberbürgermeister Abuzar Erdogan in seiner Rede. „Das ist ein Partner, auf den wir nicht verzichten können und wollen“, sagte er. Nicht nur würde der Verein zahlreiche Veranstaltungen organisieren, auch vertrete er die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik und Verwaltung. „Wenn Leben in der Stadt ist, geht es uns als Stadt gut“, unterstrich Erdogan. Das müsse auch in Zukunft so bleiben.

Die Weichen dafür sind gestellt. Der Vorstand wurde entlastet, das Jahr mit einem positiven Saldo beendet – trotz steigender Kosten. Zudem ist der Verein um 18 neue Mitglieder gewachsen. Ruhiger wird es für die Geschäftsführerin Kathrin Schrubar nicht. Den Spaß an der Sache wird sie so schnell aber wohl nicht verlieren.

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