Rosenheim – Zugegeben: Das Wetter hätte besser sein können. Davon ließen sich die Teilnehmer des dritten „Street-Soccer-Turniers“ jüngst aber keinesfalls die Stimmung vermiesen. Das Turnier fand auf dem Gelände des ESV Rosenheim statt. Aufgeteilt in drei Ligen und den „Kindergarten-Cup“ traten die Kinder und Jugendlichen den ganzen Tag gegeneinander an – trotz Dauerregens.
Das Turnier wurde organisiert von der Sozialen Stadt Rosenheim, Türkspor Rosenheim und den drei Sozialraumteams. Eröffnet wurde es von Rosenheims Dritter Bürgermeisterin Gabriele Leicht. Nachdem am Tag zuvor die Fußball-Weltmeisterschaft angefangen hatte, hieß es nun: „Mal sehen, wer heute Rosenheimer Weltmeister wird.“
Start mit
Kindergarten-Cup
Um etwa 9 Uhr war Anpfiff bei den kleinsten Teilnehmern: Beim „Kindergarten-Cup“ traten zehn Mannschaften der Rosenheimer Kindergärten gegeneinander an. Die Mannschaften bestanden aus jeweils etwa elf Kindern, die in bunten Trikots dem Ball hinterherrannten. „Wir wollen gewinnen“, ertönte es etwa aus deren Reihen der „Stadtmäuse“. Am Ende wurde genau das auch in die Tat umgesetzt.
Auch viele Eltern waren gekommen, um ihre Kinder anzufeuern und bei der Koordination zu helfen. Diese Hilfe war bei dem Wetter auch nötig: Während des Spiels standen Eltern und Erzieher der Mannschaften mit den Regenjacken der Spieler bereit, um sie ihnen nach dem Spiel sofort überzuziehen und die Kinder unter die aufgestellten Pavillons zu lotsen.
„Es kam nicht infrage,
heute abzusagen“
Auch sonst passte man sich einfach an den Regen an: Der Schiedsrichter rannte mit Gummistiefeln und Regenschirm über den Platz, auch die Zuschauer packten ihre Schirme aus, und der Veranstalter Özgür „Özi“ Yildrim war sogar mit einem Regenschirm-Hut ausgestattet, um beide Hände frei zu haben. Der Sportsgeist blieb trotz des Wetters ungebrochen. „Es kam gar nicht infrage, heute abzusagen“, sagte der Veranstalter. Gerade für die Vorschulkinder sei es die einzige Möglichkeit, an dem Turnier teilzunehmen – daher sei eine Absage keine Option gewesen. Der Zulauf werde jedes Jahr größer, wie Yildrim erklärte: „Wir sind vor drei Jahren mit acht Mannschaften gestartet, dieses Mal sind es schon zehn. Und auch bei den Jugendlichen werden es jedes Jahr mehr.“
Insgesamt nahmen dieses Jahr 290 Kinder am Turnier teil. Am Nachmittag beim „Street-Soccer-Cup“ traten 26 Mannschaften gegeneinander an.
„Schaut euch mal um, wie viele verschiedene Kulturen hier versammelt sind“, sagte Veranstalter Özgür Yildrim mit Blick auf das volle ESV-Gelände. Dieses gemeinsame Miteinander mache solche Veranstaltungen aus. Die Planung des Turniers sei meist der stressige Teil, berichtete er, vor allem wenn Teams spontan absagen. „Die Menschen können sich oft nicht vorstellen, wie viel man umplanen muss, wenn eine Mannschaft nicht kommt“, erklärte er. In den höheren Ligen organisieren die Jugendlichen ihre Mannschaften selbst – so will er die Jugendlichen dazu motivieren, mehr Verantwortung zu übernehmen. Das sei „heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich, aber sehr wichtig“, so Yildrim.
Als Preise gab es Gutscheine für Sportkleidung zu gewinnen. Damit sollen laut dem Veranstalter gerade auch Jugendliche unterstützt werden, die sich keine teure Sportkleidung leisten können und deswegen gehänselt werden.
Gemeinsames
Miteinander und Fair Play
Das Fazit fiel nach dem Tag durchweg positiv aus. „Wir haben alle unsere Ziele erreicht“, so Özgür Yildrim. Für ihn seien das vor allem das gemeinsame Miteinander, Fair Play und Sportsgeist gewesen. Es habe viele schöne, aber auch emotionale Momente gegeben. Er dankte der Stadt Rosenheim für die Unterstützung und Präsenz beim Turnier. Es sei ein besonderes Gefühl, den Kindern und Jugendlichen, die immer wieder mitmachen, auf diese Weise auch beim Aufwachsen zuschauen zu können.
Möglich gemacht haben die Veranstaltung neben der Stadt Rosenheim der ESV Rosenheim, Edeka Karavil, das FITZ-Projekt sowie die Bürgerstiftung. Sofie Onnasch