Tiroler Krautnudeln als Geheimtipp

von Redaktion

Annemarie Geisberger feiert 100. Geburtstag in Rosenheim

Rosenheim – Ein besonderer Geburtstag stand vor Kurzem an: Die Rosenheimerin Annemarie Geisberger ist 100 Jahre alt geworden. Solch einen Ehrentag verbringt man am besten mit der Familie: Neben ihrem Sohn Alfred und seiner Frau Petra kamen zudem ihre Enkelin Julia gemeinsam mit ihrem Mann Helmut und ihrem kleinen Hund Emily vorbei.

Aber nicht nur die Familie war anwesend. Auch der Rosenheimer Oberbürgermeister Abuzar Erdogan überbrachte persönliche Glückwünsche. „Ich habe gehört, dass Sie 45 Jahre lang bei der Stadt gearbeitet haben. Davon müssen Sie mir unbedingt erzählen“, sagte er beim Händeschütteln. Das tat Annemarie Geisberger.

Geboren und aufgewachsen ist sie in Rosenheim als Tochter eines Saliners, der leider früh verstarb. Nach dem damals noch üblichen Pflichtjahr, das alle ledigen jungen Frauen absolvieren mussten, arbeitete sie zunächst als Angestellte in der Berufsschule, die damals noch der Stadt gehörte. Danach wechselte sie erst ins Wohnungsamt und später zum Stadtbauamt.

1953 heiratete sie einen Rosenheimer Polizeibeamten. Das Paar lebte lange in einer Wohnung in der Weinstraße mitten in der Stadt. „Damals hat die Miete nur 16 Mark gekostet“, erinnert sich Geisberger lachend. Das seien aber auch ganz andere Zeiten gewesen. In den 60ern kam dann der Umzug in das Reihenhaus in Fürstätt, in dem sie immer noch lebt. Um den Haushalt und den Garten kümmert sie sich bis heute fast alleine – von ihrer Schwiegertochter und ihrem Sohn erhält sie aber jede Unterstützung, die sie braucht. „Die 100 Jahre nimmt man ihr nicht ab“, sagt Schwiegertochter Petra. Und tatsächlich erzählt Geisberger, dass sie täglich etwa eine halbe Stunde spazieren geht und noch regelmäßig im Garten arbeitet. Dort pflanze sie etwa Salat an. Es sei aber doch eine Umstellung gewesen, dass sie nicht mehr so viel arbeiten könne. Und auch gesundheitlich habe sie schon einiges mitmachen müssen.

Auch sonst scheint die 100-Jährige noch immer gut vernetzt: Sie erzählt, dass Freunde zu ihrem Geburtstag ein Inserat mit Glückwünschen im OVB veröffentlichen ließen. „Du wolltest immer hoch hinaus, jetzt hast du sogar die 100 geschafft!“, steht dort geschrieben. Darauf ist sie selbst zu sehen, wie sie auf dem Dach eines Häuschens die Regenrinne reinigt. Das sei auf dem Grundstück am Hochstraßer See gewesen, erklärt sie. Einige Polizeikollegen hätten dort damals ein Grundstück gepachtet und zu der darauf stehenden „Ranch“ seien sie im Sommer regelmäßig gefahren – bis heute noch. Allerdings gehe Annemarie Geisberger heute nicht mehr schwimmen.

Ansonsten trinke sie mittlerweile nur noch Wasser und habe vor Jahren mit dem Rauchen aufgehört – „ein ruhiges Leben“, wie sie es selbst beschreibt. Bei diesen Worten hört man die Schwiegertochter jedoch lachen – ganz so ruhig könne ihre Schwiegermutter wohl auch nicht bleiben.

Was aber genau das Geheimnis für ein so langes Leben ist, kann Annemarie Geisberger nicht sagen. Vielleicht ja ihr Lieblingsessen „Tiroler Krautnudeln“, die sie laut der Familie ausgezeichnet zubereiten könne, oder das herzliche und unterstützende Umfeld.

Sofie Onnasch

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