Rosenheim – Es hat bereits Tradition: Einmal im Jahr treffen sich Politiker, Mitglieder der Interessengemeinschaft Aicherpark und Mitarbeiter der Verwaltung, um gemeinsam Bus zu fahren. „Wir machen das jetzt bereits zum dritten Mal. Es ist ein tolles Format. Wir wollen uns austauschen und gleichzeitig zeigen, was bei uns im Gebiet passiert“, sagte Harald Bühler, Sprecher der IG Aicherpark.
Rund 2.000
Mitarbeitende
Rund 2.000 Mitarbeitende sind im Aicherpark tätig, jährlich kommen rund sieben Millionen Besucher. Das Ziel der Verantwortlichen: eine dauerhaft gute Infrastruktur. Neben einer verlässlichen Anbindung an den ÖPNV forderte Bühler attraktive Stellplätze: „Wir hätten gerne Parkplätze mit Elektroladestationen.“
Seit Anfang des Jahres gibt es im Aicherpark zudem neue Parkregeln. Überall hängen die blauen Schilder, auf denen nicht nur vermerkt ist, dass die Parkplätze nur für Kunden sind. Sondern auch, dass man drei Stunden mit Parkscheibe dort stehen darf. Unerlaubtes Parken kostet 30 Euro, wer wiederholt gegen die Regeln verstößt, wird abgeschleppt. „Wir wollen keine automatische Überwachung und versuchen deshalb den manuellen Weg“, sagt Bühler. Die Maßnahme soll Dauerparker ausbremsen und Fehlbelegungen minimieren. Ein weiteres Ärgernis sind schrottreife Autos, die im Gebiet illegal entsorgt werden. Hier greift die Stadt nun durch: „Wir werden einen roten Punkt an die Autos kleben“, erklärte Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, der an der Fahrt teilnahm. Der Sticker setze eine Frist. Wird das Auto nicht rechtzeitig entfernt, wird es rechtssicher abgeschleppt.
Der erste Stopp führte die Teilnehmer zur Baustelle an der Mangfallkanalbrücke. Projektleiter David Holzer informierte über den Stand der Dinge. Seit Oktober 2022 wird hier gearbeitet. „Es ist das aktuell größte Straßenbauprojekt in unserer Stadt“, sagte Holzer. Bislang liege das Vorhaben im Zeitplan. Ende des Jahres soll der Neubau stehen, dann mit einer vierspurigen Fahrbahn.
Schon ab Oktober könnte der Verkehr über die neue Brücke rollen. Aktuell nutzen Autofahrer noch eine Behelfsbrücke. Da der darunterliegende Seeton stark nachgibt, findet derzeit eine künstliche Vorbelastung des Bodens statt – mit 600 bis 900 Kilogramm pro Quadratmeter. Ist diese Phase abgeschlossen, wird der Verkehr auf die zwei östlichen Fahrspuren umgeleitet und die Behelfsbrücke zurückgebaut. Zuvor steht jedoch zu Beginn der Sommerferien eine zweieinhalbwöchige Vollsperrung an, da die Straße zwischen der Mangfallkanalbrücke und der Mangfallbrücke saniert werden muss.
Direkt weiter ging es zur nächsten Baustelle: Direkt unter der B15-Brücke entsteht derzeit eine inklusive Freizeitanlage. „Geplant ist eine Einweihung im November“, sagte Sebastian Fink, Leiter des Schul- und Sportamts. Er erinnerte an die wetterunabhängige Nutzung aufgrund der besonderen Lage unter der Brücke und erklärte, was derzeit, wo gemacht wird. So entstehen derzeit ein Fußballkleinfeld, ein Streetballplatz, eine Boulderwand und eine Skating-Anlage.
Einen kleinen Rückschlag habe es bei der Skateranlage gegeben. „Derzeit haben wir noch kein Angebot erhalten. Das brauchen wir aber, um diese zu bauen“, sagte Fink. Er sei jedoch optimistisch, dass man zeitnah eine Lösung finde.
Er zeigte auf den Tartanbelag, der derzeit angebracht werde, erinnerte die Anwesenden daran, dass noch immer 400.000 Euro fehlen. „Wir überlegen derzeit, wie wir die zusammenbekommen“, sagte er.
Vom Industrieareal
zum Gewerbeareal
Letzte Station der zweistündigen Fahrt war die türkisch-islamische Gemeinde DITIB, die den Um- und Neubau ihrer Moschee plant.
Nach einer Aufstockung auf 18 Meter Gesamthöhe soll das Gebäude unter anderem einen größeren Gebetsraum sowie moderne Brandschutz- und Fluchtwege erhalten. Sorgen über einen massiven Besucheransturm entkräfteten die DITIB-Vorsitzenden: Lediglich das Freitagsgebet zwischen 13.30 und 14.30 Uhr sei traditionell gut besucht, ansonsten bleibe das Aufkommen ruhig.
Am Ende zog Oberbürgermeister Abuzar Erdogan ein positives Fazit: „Der Aicherpark hat sich von einem Industrieareal zu einem Gewerbeareal verändert. Die Veränderung hört aber noch lange nicht auf.“