Traditionshaus Seiler wird abgerissen

von Redaktion

Das bekannte Huber-Seiler-Haus an der Kaiserstraße in Rosenheim ist bald Geschichte. Die Bagger haben mit dem Abriss des markanten Altbaus begonnen. Nach Jahren des Leerstands und wechselnden Eigentümern gibt es nun konkrete Pläne für das geschichtsträchtige Areal.

Rosenheim – Die Baustelle ist nicht zu übersehen. Ein Bagger ist im Einsatz. Überall liegen Ziegel, Leitungen und Holzbalken. An der Kaiserstraße 3 wird derzeit das bekannte Huber-Seiler-Haus abgerissen. Ein Großteil des markanten Altbaus ist bereits verschwunden. „Der Abriss wird jetzt noch einmal fünf Wochen dauern. Dann geht es mit den Bauarbeiten los“, sagt Planer Mathias Riesemann am Telefon.

Ursprünglich als Seilereibetrieb entstanden, war das Unternehmen im 18. und 19. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil der regionalen Wirtschaft – insbesondere für Landwirtschaft und die damalige Innschifffahrt. Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich das Geschäft mehrfach und entwickelte sich schließlich zu einer festen Innenstadtadresse für Bastelbedarf, Kunstmaterialien, Dekoration und Geschenkartikel.

Ende 2016 schloss das Geschäft. Anschließend stand das vierstöckige Gebäude für mehrere Jahre leer, 2020 fand die Ausstellung „Künstlermixtape“ in den Räumen statt, ein Jahr später gab es Pläne, das Haus in eine Kulturoase zu verwandeln. Auf den insgesamt 1.200 Quadratmetern sollten etliche Veranstaltungen stattfinden. Die Organisation übernahmen damals der Verein „Kunst Kollektiv“ und das Bündnis der „Vielfaltsgestalter“. Neben Konzerten, Ausstellungen und Diskussionsrunden gab es auch einen Zeichen- und Nähkurs. Damit war nach kurzer Zeit Schluss.

Seitdem wechselte das Gebäude mehrmals den Eigentümer. Jetzt gibt es konkrete Pläne. „Wir errichten ein neues Gebäude, nahezu in derselben Kubatur, wie es jetzt auch war“, sagt Riesemann. Auch die Optik werde sich nicht großartig verändern. „Der Hauptunterschied ist, dass pro Ebene ein Fenster mehr drin ist“, erklärt der Planer.

Der Gewölbegang, der im Erdgeschoss in der Kaiserstraße vorhanden ist, bleibe komplett erhalten. Im Erdgeschoss des Neubaus soll wieder Gewerbe einziehen. Wie viele Gewerbeeinheiten einziehen sollen und um welche Art des Gewerbes es sich handelt, stehe bislang nicht fest.

In den Geschossen darüber, soll Wohnraum entstehen. Vorgesehen seien 18 Wohnungen. „Geplant sind Ein- und Zweizimmerwohnungen“, sagt Riesemann. Im obersten Geschoss sollen zwei normale und eine größere Wohnung entstehen.

„Mit der Fertigstellung rechnen wir im Juli 2027“, so der Planer. Keller und Tragwerk würden gleich bleiben, ansonsten hätte kaum noch etwas erhalten werden können. Die Stockwerkshöhe sei nicht optimal gewesen, die Decken seien in einem schlechten Zustand gewesen. „Wir schaffen jetzt ein neues, energetisch gutes Gebäude mit einem guten Schallschutz“, sagt der Planer.

Dass Mathias Riesemann weiß, wie es funktioniert, zeigt ein Blick auf seine anderen Projekte. So war er maßgeblich an der Entwicklung der Fischbraterei „Bierbichler“ in der Heilig-Geist-Straße 2 beteiligt.

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