Rosenheims Bäder vor Millionen-Sanierung

Das Hans-Klepper-Hallenbad muss in den nächsten Jahren saniert werden.Foto  Schlecker

Das Hans-Klepper-Hallenbad muss in den nächsten Jahren saniert werden.Foto Schlecker

Duschen, Beleuchtung, Kellerwände: Das Hans-Klepper-Hallenbad in Rosenheim ist in die Jahre gekommen und muss für 1,6 Millionen Euro saniert werden. Auch beim Lehrschwimmbecken in Aising gibt es Handlungsbedarf. Wann mit den ersten Maßnahmen zu rechnen ist – und welche Folgen das für die Badegäste haben könnte.

Von Anna Heise

Rosenheim – Das Hans-Klepper-Hallenbad ist aus der Stadt nicht mehr wegzudenken. „Das Hallenbad stellt in gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht im Stadtgebiet eine bedeutende Anlaufstelle für die Rosenheimer Bevölkerung dar“, heißt es aus dem Rathaus. Hier können sich Rosenheimer nicht nur sportlich betätigen, sondern auch schwimmen lernen oder soziale Kontakte knüpfen.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, sind einige Baumaßnahmen notwendig. Das Hallenbad, das von den Rosenheimer Stadtwerken betrieben wird, wurde 1970 eröffnet. 2004 und 2006 fanden die letzten Modernisierungen statt. „Seitdem wurde das Bad regelmäßig gewartet und instandgehalten“, teilt eine Sprecherin der Stadtwerke auf OVB-Anfrage mit.

Bestandsgutachten
in Auftrag gegeben

Um eine Einschätzung der Lebensdauer des Bades zu bekommen, haben die Stadtwerke Ende 2025 ein Bestandsgutachten in Auftrag gegeben. „Laut Gutachten kann das Bad die nächsten zehn Jahre ohne Probleme weiterbetrieben werden“, sagt die Sprecherin. Einiges zu tun gibt es trotzdem. Neben einer Sanierung der Duschen stehen auch die Modernisierung der Hallenbeleuchtung, die Erneuerung der Warmwasseraufbereitung sowie die Abdichtung der Kelleraußenwand auf dem Programm.

Für alle geplanten Baumaßnahmen gehen die Stadtwerke derzeit von Gesamtkosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro aus. Die Finanzierung soll dabei zu Teilen durch die Inanspruchnahme von Mitteln aus dem neuen Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ des Bundes sichergestellt werden.

Ziel: Eine Sperrung so
weit es geht vermeiden

„Diese bislang nicht gegebene neue Fördermöglichkeit haben die Stadtwerke zum Anlass genommen, die Maßnahmen, die ohnehin in den nächsten Jahren in einem Mindestumfang ausgeführt worden wären, einer erneuten Prüfung zu unterziehen und längerfristig notwendige Maßnahmen zu kalkulieren“, sagt die Sprecherin. Damit soll der Betrieb des Hans-Klepper-Bades bis mindestens 2052 gesichert werden.

Wie wichtig das ist, unterstreicht auch Elisabeth Jordan, Fraktionsvorsitzende der SPD. „Jedes Kind muss schwimmen lernen, dafür braucht es ein gut aufgestelltes Hallenbad“, sagte sie jüngst im Rosenheimer Stadtrat. Dr. Wolfgang Bergmüller, Fraktionsvorsitzender der CSU, erinnerte daran, dass eine Teilnahme am Förderprogramm keinesfalls bedeute, dass man das Geld am Ende auch bekommt. „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man es nicht bekommt. Trotzdem sollten wir es angehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte er.

Bernhard Bonneberg (AfD) hinterfragte, wie eine mögliche Sanierung vonstatten gehen würde. Er erinnerte an 2003, als das Hallenbad aufgrund von Bauarbeiten über einen längeren Zeitraum gesperrt bleiben musste. Grund hierfür waren – so heißt es vonseiten der Stadtwerke – Planungsfehler.

Damit eine Schließung so lange wie möglich herausgezögert werden kann, sei vorgesehen, mit der Gebäudehülle zu beginnen. „Davon werden die Besucher erst einmal nichts mitbekommen“, hieß es vonseiten der Stadtwerke. Anschließend wird man sich den Arbeiten im Keller widmen. Erst 2030 sei dann ein Umbau der Heiz- und Lüftungsanlagen sowie der Sanitäreinrichtungen geplant. Ziel sei es, eine Sperrung des Bades zu vermeiden, so gut es geht.

Einstimmig sprachen sich die Stadträte in der Sitzung für eine Teilnahme an dem Förderprogramm aus. „Unabhängig vom Ausgang des Fördermittelantrags sind für das kommende Jahr 2027 Betonsanierungsarbeiten und die Abdichtung der Kelleraußenwände geplant“, teilt eine Sprecherin der Stadtwerke mit. Im Falle des Zuschlags werden die Stadtwerke die weitere Planung der Maßnahmen in den nächsten Jahren konkretisieren und die entsprechenden Maßnahmen schrittweise umsetzen.

Nicht nur das Hans-Klepper-Hallenbad soll saniert werden. In einem Antrag erinnerte die CSU daran, dass auch das Lehrschwimmbecken in Aising in die Jahre gekommen ist und eine Sanierung notwendig sei. Auch hier würde sich eine Teilnahme an dem Förderprogramm anbieten.

Das Lehrschwimmbecken mit der darüberliegenden Turnhalle wurde im Jahr 1973 gebaut. Zwar fand 1994 eine Sanierung statt, dennoch stehe der Betrieb aufgrund der erhöhten Anforderungen vor immer größer werdenden Herausforderungen.

Das Lehrschwimmbecken wird laut Verwaltung sowohl von Schulen als auch von örtlichen Vereinen genutzt. Um den weiteren Betrieb dauerhaft aufrechtzuerhalten, sei eine Generalsanierung des ganzen Gebäudes – von Turnhalle und Schwimmbad – erforderlich.

Aising: Kosten in Höhe
von 13,5 Millionen Euro

Die Kosten werden hier vonseiten der Stadt auf rund 13,5 Millionen Euro geschätzt. Sollten Fördermittel bereitgestellt werden, würden diese bei rund 9,2 Millionen Euro liegen. Der Beginn der Sanierung werde frühestens in zwei bis drei Jahren erfolgen. „Zum Weiterbetrieb bis zum Sanierungsbeginn besteht ein zwingender hygienischer Verbesserungsbedarf, unter anderem auch bei der Beckenhydraulik“, heißt es aus dem Rathaus. Die Kosten hierfür liegen bei rund 150.000 Euro. Einstimmig sprachen sich die Stadträte auch in diesem Fall für eine Teilnahme am Förderprogramm aus.

Montag, 13. Juli 2026
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie das OVB ePaper in Top-Qualität und testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos und unverbindlich.