Schlusssprint in Richtung Familie

von Redaktion

Triathlet Fabian Mottl aus Kolbermoor steuert auf die Weltmeisterschaft in Nizza zu. Danach will der 45-Jährige den Leistungssport zurückfahren. Seine Familie spielt bei dieser Entscheidung eine tragende Rolle, da der zweifache Vater künftig wieder mehr Zeit für seine Angehörigen haben möchte.

Kolbermoor – „Ich weiß nicht, ob ich das andersherum so mitmachen könnte“, sagt Fabian Mottl voller Dankbarkeit. Der Kolbermoorer spricht über seine Frau, die seinen Lebensstil seit vielen Jahren eisern mitträgt und großes Verständnis aufbringt. Denn der zweifache Familienvater, der als Marketingmanager arbeitet, hat in der Vergangenheit vieles seiner großen Leidenschaft, dem Leistungssport, untergeordnet.

Erfolgreich bei
der „Challenge Roth“

Tägliches, stundenlanges Training gehörte zu seinem Alltag. Urlaube, die zu Trainingslagern umfunktioniert wurden. Gekrönt hatte er seine Sportlerkarriere im Jahr 2024, als er beim weltbekannten Triathlon-Wettkampf, dem Ironman auf Hawaii, antrat und sich damit seinen großen Traum erfüllte.

Doch so ganz satt war er damit dennoch nicht. „Mein Plan war, alles etwas zu reduzieren, so habe ich es mit meiner Familie besprochen“, sagte Mottl im September 2025. Und diesen Vorsatz hatte er auch insofern eingelöst, als dass er sich eben nicht mehr um eine weitere Qualifikation für den nächsten Wettkampf auf Hawaii bemühte und nicht mehr 18 Trainingsstunden in der Woche abspulte.

Aber: „Ich bin schon ein Typ, der ein neues Ziel, ein Projekt braucht“, sagte er damals. Und als „wirklich“ letztes großes Ziel kam für ihn so die jährliche Weltmeisterschaft mit der sogenannten „Ironman 70.3 Distanz“, der halben Hawaii-Distanz, wie gerufen. Bereits im Vorjahr qualifizierte er sich für den Wettkampf in Nizza, in zwei Monaten ist es nun so weit.

Klar ist: Mottl befindet sich in einer guten Form. Nicht ohne Grund nahm er Anfang Juli an der „Challenge Roth“ in Mittelfranken teil, dem größten Langdistanz-Triathlon der Welt. Dass er dabei trotz Platz 14 in seiner Altersklasse und Gesamtrang 212 (bei 3.500 Teilnehmern) nicht gänzlich mit seiner persönlichen Zeit von 9:26:36 Stunden zufrieden war – „unter neun Stunden wäre ein Traum“ –, zeigt seinen Ehrgeiz. „Aber ich bin 45, man darf nicht vergessen, dass die meisten, mit denen ich mich messe, 15 Jahre jünger sind“, ordnet Mottl realistisch ein.

Doch der Sport, gerade Großevents wie Roth oder Hawaii, bei denen Hunderttausende Zuschauer zur Strecke strömen, sei für den Kolbermoorer wie eine Sucht. Dennoch weiß er, dass mit der anstehenden Weltmeisterschaft in Nizza ein Schlusspunkt gesetzt werden muss.

„Natürlich werde ich danach auch noch täglich Sport machen, aber dieser Leistungssport wird dann nicht mehr so weitergehen.“ Der Wettkampf in Nizza biete dabei den idealen Abschluss. „Dort in der Nähe haben meine Eltern ein Ferienhaus, ich liebe die Gegend und kenne mich dort auch aus.“ Zudem findet das Event in den Sommerferien statt, weshalb seine Kinder und seine Frau mitkommen können.

„Wenn ich dann wirklich bei zwei Weltmeisterschaften dabei war, habe ich alles erreicht, wovon ich geträumt habe“, sagt der Vater von Leni (14) und Nele (10), die sich freuen, ab Herbst endlich mehr Zeit mit ihrem Papa verbringen zu können. Und er selbst freut sich auch ungemein darauf, einfach mehr Kapazitäten für die Familie zu haben.

Denn auch er weiß genau: „Es gibt im Leben weitaus größere Herausforderungen, bei denen der Sport in den Hintergrund rückt.“

Ist nach Nizza
wirklich Schluss?

Bis dahin will er jedoch noch einmal richtig Gas geben und sich bestmöglich auf Nizza vorbereiten. Und klar ist ebenso: In Kolbermoor wird Fabian Mottl auch über 2026 hinaus oftmals zu sehen sein als „der positiv Verrückte, der immer an der Mangfall entlangläuft“.

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