Rosenheim – Der Standort Rosenheim ist hochpreisig, die Bautätigkeit schwach, die Nachfrage groß. „Laut einer aktuellen Prognose fehlen der Stadt aktuell rund 1.700 Wohnungen“, sagt Andreas Freundorfer, Filialbundleiter der HypoVereinsbank Rosenheim. Laut dem aktuellen Immobilienmarktbericht müssten eigentlich 450 Wohneinheiten pro Jahr dazukommen, um den Bedarf zu decken. Gebaut wurden allerdings in den vergangenen fünf Jahren jeweils nur 190.
Wo ist es besonders
teuer in Rosenheim?
Die Folge: Bezahlbarer Wohnraum stehe vorwiegend im unteren und mittleren Preissegment kaum zur Verfügung. Doch es gibt spürbare Unterschiede, wie Sarah Vogl, Finanzierungsspezialistin im Private Banking Rosenheim, betont.
„Besonders beliebt ist die zentrale Lage in der Innenstadt oder am Schloßberg“, analysiert sie. Dementsprechend hoch sind hier auch die Mietpreise. Diese liegen bei 15,50 bis 17,50 Euro pro Quadratmeter – „Tendenz steigend“, wie die beiden Finanzexperten betonen. Der Kaufpreis einer neuen Eigentumswohnung liegt hier für den Quadratmeter zwischen 7.200 und 8.200 Euro. Der Spitzenwert in der Region Rosenheim.
Etwas entspannter sieht es in Langenpfunzen oder Westerndorf St. Peter aus. „Die Belastung durch den Bau der Westtangente war in diesen Ortsteilen hoch“, erklärt Vogel. Zudem ist die direkte Anbindung nach München nicht ganz so gut wie zum Beispiel in der Innenstadt mit der Nähe zum Bahnhof. Die Miete liegt hier im Mittelwert daher bei 11,50 bis 14,50 Euro pro Quadratmeter. Beim Kauf werden Preise zwischen 6.100 und 7.100 Euro pro Quadratmeter aufgerufen.
Etwas teurer wird es in Richtung Süden. Oberwöhr, Heilig Blut oder Pang sind beliebt, da man schnell am Autobahndreieck nach München, Salzburg oder Innsbruck anknüpfen kann. Mietpreise von 14 bis 15 Euro pro Quadratmeter und Kaufpreise von 6.700 bis 7.600 Euro sind hier die Regel.
Wer allerdings denkt, dass es ein wenig außerhalb des Rosenheimer Stadtzentrums deutlich günstiger wird, sollte gewarnt sein. „Bad Aibling ist aufgrund guter Infrastruktur ein gesuchter Wohnstandort für Münchner Pendler und hat mit den größten Zuwachs in der Region“, sagt Freundorfer. Und auch in Kolbermoor und Stephanskirchen läge das Preisniveau in einem ähnlichen Bereich wie in guter Rosenheimer Stadtlage.
Finanzexperte rät:
„Nicht lange zögern“
Für Freundorfer lässt das nur einen Schluss zu. „Wenn man etwas Passendes gefunden hat, sollte man nicht lange zögern“, rät er. Denn der Rosenheimer Filialleiter geht nicht davon aus, dass es zeitnah einen besseren Moment geben wird, um sich den Traum vom eigenen Heim zu verwirklichen. „Der Trend geht eindeutig nach oben und der Wohnraum wird knapper“, sagt er.
Natürlich müssen dafür auch die Rahmenbedingungen passen, wie Erwin Bumberger von der LBS im Gespräch mit dem OVB betonte. Rund 20 Prozent des Kaufpreises sollte man bereits angespart haben. Zudem sollte der notwendige Kreditabbau weniger als 35 Prozent des Einkommens ausmachen. Doch auch wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird beim Blick auf die Statistiken eines deutlich: Ein Wohnplatz in Rosenheim wird nicht so einfach zu bekommen sein.