Rosenheim – Studierende der Technischen Hochschule Rosenheim haben bei ihrer Premiere-Teilnahme an der 20. Deutschen Betonkanu-Regatta in Brandenburg an der Havel auf Anhieb einen Preis gewonnen. Wie die TH Rosenheim mitteilt, sicherte sich das Team mit seinem selbst entwickelten Betonkanu „Alpenstamm“ den dritten Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit. Zudem paddelte das Damenteam bei seiner ersten Teilnahme direkt bis ins Finale.
An dem Wettbewerb nahmen mehr als 1.100 Studierende von 52 Hochschulen und Bildungseinrichtungen mit rund 180 Teams teil – so viele wie nie zuvor. Ziel ist es, ein möglichst leichtes, stabiles und vollständig wasserdichtes Kanu aus Beton zu entwickeln, das sich anschließend auch im sportlichen Wettkampf bewähren muss. Im Rahmen der Wahlpflichtveranstaltung „Betonkanu“ entwickelten 16 Studierende der Bachelor- und Masterstudiengänge Bauingenieurwesen, Holzbau und Ausbau sowie Innenausbau den rund 5,80 Meter langen Canadier. Fachlich begleitet wurde das Projekt von Professor Dr. Daniela Neuffer, Professur für Wasser und Umwelt, und Professor Dr. Markus Gretz, Professur für Baustoffkunde. Der Name „Alpenstamm“ verbindet dabei die Lage Rosenheims im Alpenvorland mit den Studienschwerpunkten Holztechnik und Bau. Nachhaltigkeit spielte bei der Konstruktion von Beginn an eine zentrale Rolle. Als Vorbild diente ein Renncanadier aus den 1920er-Jahren, dessen Rumpfform gute hydrodynamische Eigenschaften mit hoher Stabilität verbindet. Für die Schalung verwendeten die Studierenden überwiegend wiederverwendete Materialien wie Holzreste und alte Paletten sowie Schilfmatten und Lehm. Der Beton wurde mit einem flexiblen Basaltgewebe bewehrt – einem Material aus Basaltfasern, die aus natürlichem vulkanischem Gestein hergestellt werden und sich durch hohe Festigkeit sowie gute Recyclingmöglichkeiten auszeichnen. Durch den Einsatz eines klinkerreduzierten Zements sowie leichter Zuschlagstoffe entstand ein ressourcenschonendes Betonkanu mit einer Wandstärke von lediglich 1,2 bis 1,6 Zentimetern.
Die Jury würdigte das Gesamtkonzept ausdrücklich. In ihrer Begründung hob sie insbesondere den alternativen Schalungsbau mit Lehm und Schilfmatten sowie den ressourcenschonenden Materialeinsatz hervor und zeichnete das Rosenheimer Team mit dem dritten Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit aus. Auch auf dem Wasser bewährte sich der „Alpenstamm“: Das Damenteam paddelte bei seiner ersten Teilnahme direkt bis ins Finale – ein beachtlicher Erfolg angesichts der starken nationalen und internationalen Konkurrenz.