Sperrungen in Rosenheim sorgen für Chaos

von Redaktion

Die Bauarbeiten haben am Montag, 13. Juli, begonnen und im Rosenheimer Norden für erhebliches Verkehrschaos gesorgt. Weil Sperrungen kaum kommuniziert und teils nicht eingehalten wurden, kam es zu großer Verwirrung unter den Autofahrern. Die Stadt forderte eine Stellungnahme von der Deutschen Bahn.

Rosenheim – Ein heilloses Durcheinander. Kreuz und quer fahrende Autos. Fahrradfahrer, die verzweifelt einen Weg zur Arbeit suchen, fluchende Autofahrer, die von einer gesperrten Straße zur nächsten geschickt werden. „Das war furchtbar, ich hab doppelt so lange gebraucht, wie sonst“, sagt eine junge Frau (25) aus dem Nordwesten des Landkreises Rosenheim. Seit Montag (13. Juli) war ihr Arbeitsweg, der durch den Rosenheimer Norden führt, nicht der einfachste. An mehreren Bahnübergängen der Strecke Rosenheim–Wasserburg wurde gebaut – und das Verkehrschaos war perfekt.

Verkehrsschilder
und Aufsteller

Dass etwas Größeres anstehen muss, war schon an den Tagen zuvor klar. Auf fast allen größeren Straßen rund um Westerndorf St. Peter lagen am Straßenrand Verkehrsschilder und Aufsteller für Straßensperrungen. Teilweise noch umgedreht, an den Zäunen von Grundstücken versteckt oder auf die Seite geschoben. So zum Beispiel in der Schlößlstraße, auf dem Weg von Großkarolinenfeld nach Rosenheim an der Auffahrt zur Westtangente oder an der Waldfriedstraße. Gut erkennbar scheinen die Schilder allerdings für die wenigsten Verkehrsteilnehmer gewesen zu sein.

So waren am Montagmorgen (13. Juli) viele von der Sperrung des Bahnübergangs in der Schlößlstraße überrascht. Wieder andere wollten den wenigen Schildern keinen Glauben schenken, fuhren bis zu den Gleisen und mussten wieder umdrehen.

Das Problem: Im selben Zeitraum saniert die Deutsche Bahn unter anderem auch die Bahnübergänge an der Waldfriedstraße, Hanserfeldstraße und an der Staatsstraße 2080. Genauso wie die kleineren für Radfahrer und Fußgänger an der Eisfeldstraße und der Prinzregentenstraße/Fasenweg. So mussten sich die Auto- und Radfahrer am Montagmorgen (13. Juli) erst den Bahnübergang suchen, über den der Weg nach Rosenheim möglich war – auch wegen der dürftigen Beschilderung.

Die nächste Überraschung folgte am Dienstagabend (14. Juli): Obwohl der Bahnübergang an der Schlößlstraße bis Mittwoch (15. Juli) gesperrt sein sollte, war er plötzlich wieder befahrbar. Der Übergang an der Staatsstraße 2080 bei Moos war hingegen auf einmal gesperrt – „ohne Vorwarnung und vor allem ohne rechtzeitige Ausschilderung“, wie es ein Busfahrer aus der Region beschreibt. Wer auf die B15 nach Landshut oder in Richtung Ebersberg wollte, wurde zum Kreisverkehr bei Langenpfunzen geschickt, musste dort umdrehen und wieder quer durch Westerndorf St. Peter zur Kreuzung mit der Schlößlstraße fahren. Eine Beschilderung dafür habe komplett gefehlt.

Viel besser wurde es allerdings auch am Mittwochmorgen (15. Juli) nicht. Der Bahnübergang Schlößlstraße war offen, die anderen nicht. Der komplette Berufsverkehr aus dem Norden musste durch das Nadelöhr im Rosenheimer Norden. Zeitverlust: rund 30 Minuten, der Stau reichte zwischenzeitlich fast bis nach Großkarolinenfeld zurück – der Groll der Autofahrer entsprechend groß. Den ein oder anderen beschäftigte im Stau so wohl auch die Frage: Wer hat das geplant?

In Auftrag gegeben hat die Bauarbeiten und Sanierungen der Gleise die Deutsche Bahn, wie eine Sprecherin des Unternehmens auf OVB-Anfrage bestätigt. Auch für die Planung und Durchführung ist sie verantwortlich. Das Aufstellen der Schilder und die Sperrungen übernehme das von der Bahn beauftragte Bauunternehmen vor Ort. „Die Verkehrsführung und die erforderliche Beschilderung werden auf Grundlage der verkehrsrechtlichen Anordnungen der zuständigen Straßenverkehrsbehörden festgelegt“, betont die Sprecherin. Die ersten Absprachen mit der Deutschen Bahn, wie die Bauarbeiten abzulaufen haben, seien bereits im Mai erfolgt, sagt Christian Baab, Pressesprecher der Stadt. Daraufhin seien die Spielregeln – verkehrsrechtliche Anordnung – für die ausführenden Unternehmen, die „Abläufe und Zuständigkeiten klar geregelt worden“. So zum Beispiel auch, dass gewisse Bahnübergänge nicht zeitgleich gesperrt werden dürfen und auf die Umleitungen entsprechend hingewiesen wird. „In den konkreten Fällen wurden aus Sicht der Stadt Teile der Anordnungen nicht oder nur bedingt umgesetzt“, sagt Christian Baab.

Bei der Deutschen Bahn glaubt man, dass das Problem nicht so groß war. „Nach unseren Informationen wurden die erforderlichen Umleitungsbeschilderungen entsprechend den behördlichen Vorgaben eingerichtet“, betont die Sprecherin der Bahn. Unabhängig davon nehme man die Hinweise ernst und prüfe, ob die Verkehrsführung und die Information vor Ort weiter verbessert werden können.

Auch für die Verwirrung bei den veröffentlichten Sperrzeiträumen hat die Sprecherin der Deutschen Bahn eine Erklärung: „Im tatsächlichen Baugeschehen können sich aufgrund des Baufortschritts Änderungen ergeben. Werden Arbeiten früher abgeschlossen als vorgesehen, können Sperrungen teilweise vorzeitig aufgehoben werden“, sagt sie. In anderen Fällen könnten Sicherungsmaßnahmen bereits vor Beginn einzelner Arbeitsschritte erforderlich sein, um einen sicheren Bauablauf zu gewährleisten. Dass es dennoch zu „erheblichen Auswirkungen auf den Straßenverkehr“ kommt, ist auch der Bahn bewusst. „Da bitten wir um Verständnis“, sagt die Sprecherin.

Weitere Bauarbeiten und
Sperrungen geplant

Da bereits Ende Juli – ab dem 29. Juli – und den ganzen August über – zum Beispiel vom 10. bis zum 21. August – immer wieder Sperrungen der Bahnübergänge anstehen, hat die Stadt die Bahn und die ausführenden Unternehmen zum Gespräch gebeten und eine Stellungnahme gefordert. „Die Arbeiten an den Bahnübergängen müssen so reibungslos wie möglich laufen und an die Vorgaben haben sich die Unternehmen zu halten“, sagt Pressesprecher Christian Baab. Darauf hoffen jetzt auch die junge Frau aus dem Nordwesten des Landkreises und der Busfahrer.

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