Rosenheim – Mit einem feierlichen Festakt haben das Karolinen-Gymnasium und die Stadt Rosenheim ihr 10. Jubiläum als Fairtrade-School beziehungsweise Fairtrade-Town begangen. Wie das Karolinen-Gymnasium mitteilt, folgten am Samstag (16. Juli) zahlreiche Gäste aus der Stadtöffentlichkeit, Mitglieder des Fördervereins Fairtrade-Stadt Rosenheim, Vertreter des Weltladens und umliegender Fairtrade-Gemeinden sowie Mitglieder der Schulfamilie der Einladung in die Kapelle der Schule.
Gemeinsam
Großes erreicht
Schulleiterin Sigrid Rechenauer zeichnete in ihrer Rede die Fairtrade-Geschichte des Gymnasiums nach. Dabei hob sie besonders das Engagement der Lehrkräfte hervor, die gemeinsam mit dem Fairtrade-Schulteam die notwendigen Kriterien von Fairtrade Deutschland vor zehn Jahren erstmals erfüllt hätten und seitdem mit verschiedensten Aktionen den Fairtrade-Gedanken ins Bewusstsein der Schulfamilie riefen.
Oberbürgermeister Abuzar Erdogan begrüßte die Anwesenden mit persönlichen Worten: Er berichtete, dass er täglich etwa drei Tassen Kaffee trinke – und dass allein durch den bewussten Griff zu fair gehandeltem Kaffee ein konkreter Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kaffeebauern geleistet werden könne. Er zeigte sich stolz auf die zehn Jahre Fairtrade-Geschichte, wies jedoch zugleich darauf hin, dass diese nur ein Etappenziel seien und eine Verpflichtung, sich weiter zu engagieren. Einen lebendigen Einblick boten anschließend die Schülerinnen des Fairtrade-Schulteams. Sie berichteten von zahlreichen Aktionen und Projekten aus den vergangenen Jahren: von einem Flashmob in der Pause, Fahrten nach Augsburg zur „Eine-Welt-Woche“ bis hin zu einem „Fairtrade-1-2-oder-3“, dem Kakaoprojekt in der sechsten Jahrgangsstufe und fairen Muffins. Sie freuten sich, dass Fairtrade so fest im Schulleben verankert sei – etwa dadurch, dass die Schülermitverantwortung (SMV) jedes Jahr zum Valentinstag faire Rosen verteile und faire Schulkleidung angeboten werde.
Die Vorsitzende des Fördervereins Fairtrade-Stadt Rosenheim, Dr. Beate Burkl, sprach über die Geschichte der Fairtrade-Stadt Rosenheim. Sie lieferte einen Einblick in die Entstehung des Fördervereins und informierte über Fairtrade-Partner und Fairtrade-Projekte, mit denen der Verein in der Stadtöffentlichkeit für den fairen Handel sensibilisiere: Dazu zählen ein Nachhaltigkeitspfad, ein fairer Einkaufsführer, Schulprojekte sowie eine regelmäßig organisierte Modenschau mit fair gehandelter Kleidung.
Den Höhepunkt der Jubiläumsfeier bildete die Festansprache von Manfred Holz, dem Fairtrade-Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland. Er hob das Engagement des Fairtrade-Schulteams und der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Rosenheim hervor und dankte für die zahlreichen Fairtrade-Aktionen, denn: „Visionen ohne Aktionen bleiben Illusionen!“ Holz führte aus, dass 90 Prozent der Deutschen das Fairtrade-Siegel kennen würden, faire Kaffeebohnen jedoch lediglich fünf Prozent Marktanteil hätten. Das müsse sich ändern. Kaufen sei nicht nur ein wirtschaftlicher Akt, sondern auch eine ethische Haltung. Er appellierte, bio, fair, regional und saisonal einzukaufen, damit nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Landwirte – im globalen Süden wie in der eigenen Region – davon profitieren könnten.
Im Anschluss wurden die beiden Jubiläumsurkunden feierlich überreicht. Schulleiterin Sigrid Rechenauer, Simone Sager als Leiterin des Fairtrade-Schulteams und einige Schülerinnen nahmen die Urkunde für das Karolinen-Gymnasium entgegen. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan empfing die Urkunde für die Stadt Rosenheim gemeinsam mit der Steuerungsgruppe des Fördervereins sowie Judith Gebhart de Ginsberg, der Leiterin des Stadtmarketings Rosenheim.
Abschluss mit
fairem Buffet
Musikalisch umrahmten das Bläserensemble und das Rhythmusensemble des Gymnasiums den Festakt. Im Anschluss lud die Schulleitung in die Aula: Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe präsentierten ein faires Buffet mit Couscous-Salat, Bio-Brezn mit fairem Aufstrich, Schoko-Cookies und Dattel-Energieballs. Unter der Leitung zweier Lehrerinnen hatten sie es zwei Tage lang vorbereitet und dabei zahlreiche Zutaten aus dem Weltladen Rosenheim verwendet. Ergänzt wurde das Angebot durch einen Stand des Weltladens mit Fairtrade-Produkten sowie zwei Ausstellungen über den fairen Handel.