Schulzentrum Rosenheim verabschiedet 428 Absolventen

von Redaktion

Feierliche Zeugnisübergabe im Kultur- und Kongresszentrum – 17 Schüler schließen mit der Traumnote 1,0 ab

Rosenheim – Das Staatliche Berufliche Schulzentrum Rosenheim II hat 428 Absolventen im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim verabschiedet. Wie das Schulzentrum mitteilt, standen bei der Abschlussfeier die Würdigung der erbrachten Leistungen sowie Appelle zu Optimismus und gesellschaftlicher Verantwortung im Mittelpunkt.

Schulleiterin Christiane Elgass ließ zunächst Zahlen sprechen: 56 der Absolventen erwarben mit ihrem Abschluss erstmals den mittleren Schulabschluss, weitere 92 konnten ihren bereits vorhandenen mittleren Schulabschluss verbessern. Einen Staatspreis für herausragende Leistungen erhielten 58 Absolventen – 17 von ihnen schlossen ihre Ausbildung sogar mit dem Notendurchschnitt von 1,0 ab. Elgass betonte dabei, dass jeder einzelne Abschluss zähle: „Wir feiern heute jeden Absolventen – unabhängig von seiner oder ihrer Leistung.“ Während manche über Bestnoten jubeln könnten, seien andere zu Recht stolz darauf, persönliche Hürden überwunden und ihr individuell gestecktes Ziel erreicht zu haben.

Eine erfolgreiche Berufsausbildung könne nur gemeinsam gelingen, hob Elgass hervor. Sie dankte den Eltern und Angehörigen für ihre Unterstützung, den Lehrkräften für Fachwissen und Engagement sowie den Ausbildungsbetrieben für Zeit, Geduld und Vertrauen. Mit ihrem Engagement leisteten die Unternehmen nicht nur einen unverzichtbaren Beitrag zum dualen Ausbildungssystem, sondern stärkten zugleich die Wirtschaftskraft der Region Rosenheim.

Die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer gratulierte den Absolventen persönlich sowie im Namen von Landrat Otto Lederer, des Landkreises und der Stadt Rosenheim. „Sie haben Großartiges geleistet“, sagte Loferer. Mit dem Bestehen der Prüfungen hätten die jungen Fachkräfte nicht nur bewiesen, dass sie den Anforderungen ihres Berufs gewachsen seien, sondern auch, „dass Sie etwas zu Ende bringen können“. Dieses Durchhaltevermögen sollten sie auch dann bewahren, wenn ihnen künftig berufliche oder private Schwierigkeiten begegneten.

Loferer erinnerte zudem an eine psychologische Erkenntnis: Erlebnisse blieben Menschen vor allem durch besonders intensive Momente, die sogenannten „Peaks“, und durch ihr Ende im Gedächtnis. Eine Abschlussfeier sei deshalb weit mehr als die bloße Übergabe von Zeugnissen. Die stellvertretende Landrätin verband ihre Glückwünsche mit dem Wunsch, dass möglichst viele der frisch ausgebildeten Fachkräfte dem Landkreis Rosenheim erhalten blieben.

Sinnbildlich für ihre Botschaft an die Absolventen stellte Schulleiterin Elgass ein halb gefülltes Glas Wasser auf die Bühne. Der Pessimist sehe darin vor allem das, was fehle – der Optimist dagegen erkenne, womit er arbeiten könne. Optimismus bedeute dabei nicht, Probleme zu ignorieren, sondern daran zu glauben, dass Lösungen möglich seien.

Elgass richtete den Blick auch auf gesellschaftliche Herausforderungen: „Kritik ist wichtig – ohne sie gäbe es keinen Fortschritt. Aber Kritik allein reicht nicht. Wer nur sagt, was nicht geht, verändert noch nichts. Wer fragt: ‚Was kann ich beitragen?‘, der bewegt etwas.“ Die Absolventen seien von diesem Tag an die „Generation Zukunft“ und sollten eigene Ideen einbringen, neugierig bleiben und sich zutrauen, etwas zu bewirken. Mit den Worten „Ihr Glas ist nicht halb leer. Ihr Glas ist halb voll – und Sie entscheiden, wie viel Sie nachfüllen“ gab Elgass den Absolventen ihre Botschaft mit auf den Weg.

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