Rosenheim – Im Bildungs- und Pfarrzentrum St. Nikolaus gab es eine Ehrung der besonderen Art. Aus den verschiedensten Gründen können junge Menschen eine besondere Unterstützung benötigen, um in das Berufsleben zu finden. Das können physische, psychische oder kognitive Probleme sein.
In dem Projekt „Mutmacher“ haben sich neben der „Jungen Arbeit“ der Agentur für Arbeit auch die Diakonie und die Kolpingsfamilie zusammengefunden, um junge Menschen mit Handicaps zu fördern und zu fordern. Dabei wird diesen Jugendlichen zunächst geholfen, eine Ausbildung zu finden, die zu ihnen passt und Freude bereitet. In der jeweiligen Lehrzeit wird jeder von einem Betreuer begleitet, der Beratung und Unterstützung bietet.
An diesem Tag wurde nun der Erfolg dieser Ausbildungen gefeiert. Dazu konnten Ausbildungsstätten von Wolfratshausen bis Marquartstein und von Neubeuern bis Wasserburg gewonnen werden. Genauso vielfältig waren die erlernten Berufe, in denen dabei ausgebildet wurde. Das Spektrum reichte von der Tierarzthelferin bis zum Verkäufer und von der Buchhändlerin bis zum Maler und Lackierer.
30 abgeschlossene Ausbildungen stellten unter Beweis, dass sich diese besondere Mühe lohnte. Nicht alle Absolventen konnten an dieser Feier teilnehmen. Das war einerseits bedauerlich, andererseits waren diese bereits von den jeweiligen Ausbildungsstätten übernommen worden und dort eben unabkömmlich – ein weiterer Beweis für den Erfolg dieser Maßnahme.
Landrat Otto Lederer und Gabriele Leicht, die Dritte Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim, ließen es sich nicht nehmen, diese Veranstaltung mit ihrer Anwesenheit zu beehren. Der Landrat sprach davon, dass diese Absolventen nicht nur von dem Projekt „Mutmacher“ profitieren, sondern selbst zu „Mutmachern“ werden. Denn alle Absolventen seien nun für andere Jugendliche mit ähnlichen Erschwernissen ein Vorbild.
Dr. Nicole Cujai, die Vorsitzende der Agentur für Arbeit, berichtete, dass eine solche Abschlussfeier bereits zum 16. Mal stattfindet, was den Erfolg dieses Konzeptes unterstreicht. Sichtlich zufrieden berichtete sie, dass 30 erfolgreiche Absolventen in zwölf Berufen ausgebildet wurden. Die Dritte Bürgermeisterin unterstrich die bewiesene Willensstärke der Absolventen, die diesen zuweilen steinigen Weg in das Berufsleben geschafft haben.
Anschließend wurden die Urkunden zum Fachpraktiker und zum Gesellen unter dem großen Beifall des Auditoriums überreicht. Die Jugendband „Seconds“ der Musikschule Kolbermoor begleitete die Feier musikalisch, bevor die Veranstaltung bei Snacks und gemütlichem Beisammensein ausklang. Theo Auer