Wichtige Strecke in die Innenstadt ist dicht

von Redaktion

Vollsperrung der Äußeren Münchener Straße sorgt für Autofahrer-Frust und Bus-Ausfälle

Rosenheim – Die Verärgerung ist nicht zu übersehen. Langsam rollt der Fahrer des silbernen VWs auf das weiß-rote Verkehrsschild zu, das mitten auf der Äußeren Münchener Straße kurz vor der Mangfallbrücke steht. Er schüttelt den Kopf, hebt wild gestikulierend die Hände vom Lenkrad und flucht vor sich hin. Für einen Moment bleibt er mit seinem Auto stehen, überlegt offensichtlich, wie es jetzt weitergehen könne. Im nächsten Moment dreht der VW-Fahrer um, fährt mit hohem Tempo wieder zurück in Richtung des Schwaiger Kreisels.

Straße erhält
neue Asphaltdecke

„So geht es seit Montagnachmittag (3. August) die ganze Zeit“, sagt ein Mitarbeiter einer Baufirma am Straßenrand. Seitdem ist die Äußere Münchener Straße voll gesperrt. Zwischen der Einmündung Krainstraße im Süden und der Kreuzung zum Aicherpark im Norden erhält die Straße eine neue Asphaltdecke. Das halte einige Autofahrer aber nicht davon ab, trotzdem auf diesem Weg in die Stadt fahren zu wollen. Einige hätten sogar versucht, in die Baustelle hineinzufahren, sagt der Bauarbeiter.

Besonders auffällig seien die vielen Lkw, die im Minutentakt durch die Baustelle fahren müssen, um zu den anliegenden Firmen zu kommen. Während er von den ersten Stunden der Sperrung erzählt, kommen die nächsten fünf Autos. Die Fahrer halten, überrascht vor der Sperrung, und wenden direkt auf der Straße. Wieder andere drehen direkt nach dem Schwaiger Kreisel um oder suchen sich eine Umfahrung über die kleinen Nebenstraßen. Zu übersehen sind die Schilder, dass die Straße gesperrt ist, allerdings nicht. Alle paar Meter wird bereits an der Miesbacher Straße darauf hingewiesen, an der Ausfahrt des Kreisels sogar beidseitig.

Auswirkungen sollen
gering gehalten werden

„Die Arbeiten wurden bewusst in die Sommerferien gelegt, da in dieser Zeit erfahrungsgemäß weniger Verkehr unterwegs ist und sich somit die Auswirkungen möglichst gering halten lassen“, heißt es aus dem Rathaus. Damit alle Verkehrsteilnehmer sehen können, wie lange die Geduldsprobe noch dauert, zeigt eine Countdown-Ampel die verbleibenden Tage bis zum Ende der Vollsperrung an.

An der Mangfallkanalbrücke selbst wird bereits seit Oktober 2022 gebaut. Ende des Jahres soll der vierspurige Neubau stehen, ab Oktober könnte der Verkehr über die neue Brücke rollen. Aktuell nutzen Autofahrer – wenn nicht gerade voll gesperrt ist – eine Behelfsbrücke. Die Sperrung trifft vor allem ÖPNV-Nutzer hart. So fährt derzeit beispielsweise kein Bus mehr in die Endorfer Au. „Aufgrund der Sperrung fehlt uns dort die Wendemöglichkeit“, erklärt Jean-Luc Rohner von der Verkehrsgesellschaft Rosenheim (VGR). Fahrgäste müssen in den kommenden zwei Wochen stattdessen am Aicherpark oder an der Haltestelle „Oberwöhr, Kirche“ aussteigen. Auch sonst gibt es im Liniennetz erhebliche Anpassungen.

So fährt die Linie 340 ab der Haltestelle „Äußere Münchener Straße/Aicherpark“ ohne Halt über die Westtangente zur Haltestelle „Kolbermoor, Briefzentrum“. Die Haltestelle „Endorfer Au/Krones“ muss ersatzlos ausfallen, die Haltestelle „Schwaig/Äußere Münchener Straße“ wird von der Linie 340 nicht bedient. Fahrgäste können auf die Linien 407, 411, 412, 421 und 422 ausweichen. „Es ist aber mit Verspätungen auf der Umleitungsstrecke zu rechnen“, sagt Rohner.

Bushaltestelle entfällt –
ÖPNV stark beeinträchtigt

Die Linie 402 fährt ab der Haltestelle „Eidstraße“ über die Äußere Münchener Straße zur Haltestelle „Äußere Münchener Straße/Aicherpark“. Am Brückenberg wird stadtauswärts anstelle der Halteposition in der Hochgernstraße jene auf der Äußeren Münchener Straße vor dem Betriebshof bedient. Die Haltestelle „Äußere Münchener Straße/Am Gries“ wird in Fahrtrichtung Aicherpark zusätzlich bedient. Nach einer kurzen Standzeit an der Haltestelle „Äußere Münchener Straße/ Aicherpark“ setzt die Linie die Fahrt über die Finsterwalderstraße fort. Die Haltestellen „Breitensteinstraße“, „Wasserkraftwerk Oberwöhr“, „Endorfer Au“ und „Endorfer Au/Krones“ müssen Rohner zufolge ersatzlos entfallen.

Die Linie 411/421 fährt ab der Haltestelle „Äußere Münchener-/Krainstraße“ über Oberwöhr zum Brückenberg. „Am Brückenberg wird stadteinwärts anstelle der Halteposition in der Äußeren Münchener Straße jene auf der Enzenspergerstraße bedient“, sagt Rohner. Die Haltestelle „Oberwöhr, Kirche“ werde zusätzlich bedient.

Die Linie 412/422 fährt ab dem Brückenberg über Oberwöhr in die Schwaig. Am Brückenberg wird stadtauswärts anstelle der Halteposition in der Äußeren Münchener Straße jene auf der Hochgernstraße angefahren. Die Haltestellen „Oberwöhr, Kirche“ und „Finkenweg“ werden zusätzlich bedient.

Die Linie 427 fährt ab dem Brückenberg direkt in die Aisingerwies. An der Haltestelle „Mangfallstraße/ Waldeck“ hat diese Linie eine kurze, planmäßige Standzeit. Die Haltestellen „Breitensteinstraße“, „Wasserkraftwerk Oberwöhr“, „Endorfer Au“, „Endorfer Au/Krones“, „Turner-/Burgweg“ und „Waldeckweg“ müssen ersatzlos entfallen. Die Haltestellen „Finkenweg“ und „Oberwöhr, Kirche“ werden über die Linien 421 und 422 angebunden.

Verkehrschaos
scheint auszubleiben

Für diejenigen, die mit dem Bus unterwegs sind, gibt es also einiges zu beachten. Ein Verkehrschaos aufgrund der Sperrung der Äußeren Münchener Straße scheint bislang aber auszubleiben. Auf den anderen Einfahrtstrecken nach Rosenheim ist es am Dienstagmorgen (4. August) ruhig. Nur in der Kufsteiner Straße sind etwas mehr Autos als sonst unterwegs, an der Panorama-Kreuzung steht man ein oder zwei Minuten länger an der Ampel, zu einem Stau kommt es allerdings nicht – bislang zumindest. „Wir wollen alle mit dem Auto fahren, mit einer Sperrung wird man da schon mal klarkommen müssen“, sagt der Mitarbeiter der Baufirma und widmet sich wieder seiner Arbeit.

Die Straße soll voraussichtlich bis einschließlich Mittwoch, 19. August, vollständig gesperrt bleiben.

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