Nibelungentreue ohne inhaltliche Überzeugungskraft

von Redaktion

Zum Leserbrief „Vielleicht sollte sich der eine oder andere ‚Meckerer‘ oder ‚Nichtwähler‘ intensiver informieren“ von Anton Heindl:

Seit Monaten ist die Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Rosenheim gelaufen und Andreas März wurde von der Bevölkerung deutlich abgestraft.

Anton Heindl (CSU), ehemaliger Zweiter Bürgermeister, hält die Entscheidung der Rosenheimer Bürger für nicht angemessen. Nicht eine miserable Politik sei die Schuld an der deutlichen Wahlniederlage, sondern „Meckerer“ und „Nichtwähler“ hätten sich schlichtweg nicht hinreichend informiert.

Eine solche Beurteilung ist in aller Regel zu einfach und zudem für die Wähler beleidigend. Heindl betont, Andreas März habe doch „vieles richtig und sogar alles gut gemacht.“

Und er fügt hinzu: „empfand ich die Arbeit von Andreas März hervorragend.“ Dann nimmt er seine Aussage aber wieder zurück und räumt Fehler ein: „im Nachhinein weiß fast jeder, dass man das eine oder andere besser machen hätte können.“ Die Gedankenführung überrascht.

Nibelungentreue nennt man nicht nur eine bedingungslose, sondern auch eine potenziell verhängnisvolle Treue. Das trifft hier zweifellos zu. Der ganze Leserbrief kommt nicht nur erheblich zu spät, sondern vermag einfach inhaltlich nicht zu überzeugen. Andreas März und seine Mannschaft haben schlichtweg Politik an der Rosenheimer Bevölkerung vorbei gemacht. Das sollte Anton Heindl akzeptieren. Da wäre Schweigen besser gewesen.

Sei zum Schluss noch daran erinnert, wie Andreas März bei der Vereidigung des rechtsextremen Stefan Bauer reagierte. In völlig überzogener Manier erteilte er den Zivilcourage zeigenden Demonstranten 14 Hausverbote und beantragte extreme Strafbefehle. Er ließ sich durch niemanden zur Zurücknahme bewegen und zeigte sich auch keinerlei Argumenten zugänglich.

13 Verfahren wurden eingestellt, eines läuft noch und der Staat hat jetzt jede Menge Kosten am Hals.

Andreas Salomon

Rosenheim

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