Rosenheim – Wie nachhaltig Technik heute schon sein kann und welche Berufsbilder sich dahinter verbergen, haben zwölf Jugendliche beim Technik-trifft-Umwelt-Camp bei der Kiefel GmbH und der Technischen Hochschule (TH) Rosenheim hautnah erlebt. Wie das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) mitteilt, fand das Camp zum Anfang der Sommerferien in Rosenheim statt.
Die Schüler aus der Region tüftelten, forschten und stellten Fragen – und gewannen dabei ganz persönliche Eindrücke von MINT-Berufen mit Umweltbezug. Sie konnten unterschiedliche Ausbildungsberufe sowie duale Studienrichtungen kennenlernen, selbstständig Projekte umsetzen und dabei eigene Stärken und Interessen entdecken. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Technik dazu beitragen kann, die Welt nachhaltiger zu gestalten. Gemeinsam mit Unternehmens- und Hochschulvertretern tauchten die Teilnehmer in die Praxis ein und erprobten ihre Fähigkeiten bei der Entwicklung von nachhaltigen polymerbasierten Materialien.
„Mir gefällt das Camp sehr gut, weil man echt viel Neues über Kunststoff lernt und generell ist das Praktische cool, weil wir alles selbst ausprobieren dürfen“, sagte Johannes (15). Auch Amelie (17) zeigte sich begeistert: „Alles fühlt sich sehr entspannt an und wir werden gut versorgt.“ Am letzten Tag präsentierten die Jugendlichen ihre Ergebnisse vor Vertretern aus Unternehmen, Hochschule, Eltern, Presse und Förderern. „Wir haben die Herstellung von Flachfolie, das Thermoformen und den Blasfolienextruder ausprobiert. Der Extruder hat mir am besten gefallen, weil ich dadurch gelernt habe, wie man Plastiktüten herstellt“, sagte Michael (17) zum Abschied.
Kiefel und die TH Rosenheim waren bereits zum fünften Mal Gastgeber des Camps. Matt Sieverding, CEO der Kiefel GmbH, erklärte: „Die Technologien von morgen entstehen durch die Talente von morgen. Deshalb ist es uns wichtig, junge Menschen aus der Region früh für Technik zu begeistern und ihnen neue Perspektiven aufzuzeigen. So tragen wir dazu bei, technologische Kompetenz und Innovationskraft langfristig zu stärken.“ Prof. Dr.-Ing. Nicole Strübbe, Prodekanin der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und MINT-Koordinatorin für den Fachbereich Kunststoffe an der TH Rosenheim, ergänzte: „Viele junge Menschen wünschen sich einen Beruf, mit dem sie selbst ihre Welt nachhaltiger und zukunftssicherer gestalten können. Wir zeigen ihnen in diesem Camp verschiedene Möglichkeiten auf.“
Das Technik-trifft-Umwelt-Camp ist Teil der Bildungsinitiative „Technik – Zukunft in Bayern“, die vom bbw vor über 25 Jahren ins Leben gerufen wurde. Es wird in Kooperation mit Kiefel und der TH Rosenheim durchgeführt und von den bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbänden sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände, betonte: „Mit unseren Camps ermöglichen wir Jugendlichen praxisnahe Berufsorientierung und erste spannende Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten in der M+E Industrie – direkt vor Ort, mit echten Vorbildern. So wecken wir frühzeitig Begeisterung für MINT-Berufe und bringen die jungen Talente mit den Unternehmen vor Ort als mögliche Arbeitgeber von morgen zusammen. Damit leisten die Camps einen wertvollen Beitrag zur Arbeits- und Fachkräftesicherung in der Region.“
Begleitet von einem pädagogischen Team und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm erlebten die Teilnehmer intensive Tage voller neuer Eindrücke, Herausforderungen und Erfolgserlebnisse. Andrea Weber, Projektleitung bei der Bildungsinitiative, hob hervor: „Unsere Camps fördern nicht nur Technikkompetenz, sondern auch Teamgeist, Selbständigkeit und Kommunikationsstärke. Und damit alle mitmachen können, ist die Teilnahme kostenfrei.“