Neue Fahrradstraßen sollen kommen

von Redaktion

Der Verkehrsausschuss des Rosenheimer Stadtrats hat neue Fahrradstraßen beschlossen. Ziel der Maßnahmen ist es, die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen und das Radnetz zu vergrößern. Die neuen Achsen sollen im Jahr 2027 umgesetzt werden, um wichtige Verbindungen im Stadtgebiet zu schaffen.

Rosenheim – Jeder fünfte Verkehrsteilnehmer in Rosenheim ist mit dem Rad unterwegs. Doch das Netz an Radwegen ist nicht überall gut ausgebaut. Immer wieder kommt es auch zu Unfällen. Daher hat sich der Verkehrsausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung mit neuen Fahrradstraßen beschäftigt – und zwei neue Achsen einstimmig beschlossen.

Eine erste Fahrradstraße – von der Leitzachstraße über die Kaltwies- und Eichfeldstraße – hat die Stadt bereits im Mai 2023 beschlossen. Ende vergangenen Jahres wurde ein erster Abschnitt auf der Eichfeldstraße bis zur Querstraße Kirchenweg fertiggestellt. Diese soll nun weiter umgesetzt werden – wegen einer Änderung bei den Buslinien entstehen an der Ecke Eichenholzstraße-Kaltwiesstraße voraussichtlich Poller. Hier sei man mit dem Verkehrsverbund MVV in Abstimmung, so Christian Baab, Pressesprecher der Stadt Rosenheim.

Diskussion um den
Kardinal-Faulhaber-Platz

Die beiden weiteren Fahrradstraßen sollen von der Landsberger Straße über die Schillerstraße, Hohenzollernstraße und Von-der-Tann-Straße bis zum Kardinal-Faulhaber-Platz sowie vom Graf-Lamberg-Weg über die Farrenpointstraße bis zur Burgfeldstraße gehen.

Damit möchte man wichtige Verbindungen im Radverkehrsnetz schaffen und die Sicherheit für Radfahrer in Rosenheim erhöhen. Denn Radfahrer haben dort stets Vorrang. Das bedeutet, dass die gesamte Fahrbahnbreite den Radlern gehört und sie auch nebeneinander fahren dürfen. Autofahrer müssen dahinter – möglicherweise auch langsamer – fahren.

Grundsätzlich gilt auf Fahrradstraßen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Diese gilt bereits auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz, dem Abschnitt zwischen Wittelsbacher- und Wredestraße, auf der Westseite der Christkönigskirche. Stadtrat Marcus Moga (FDP) berichtete, dass er als Fahrlehrer bei der dortigen Fahrschule arbeitete. Die bereits jetzt geltenden 30 km/h würden seiner Erfahrung nach die wenigsten Autofahrer einhalten. Mit der Änderung in eine Fahrradstraße gelte die Höchstgeschwindigkeit zwar weiterhin, jedoch dürften Autos Radfahrer weder behindern noch gefährden.

Die gute Nachricht für Autofahrer: Weil sie in Rosenheim als sogenannte „unechte Fahrradstraßen“ realisiert werden, dürfen Anlieger die Straßen auch weiterhin befahren. Gerade beim Kardinal-Faulhaber-Platz gab es Diskussionen im Gremium, ihn aus der Planung herauszunehmen. Dort sind mehrere Geschäfte beheimatet, unter anderem eine Apotheke, ein Orthopädiegeschäft und eine Fahrschule. Diese sollten unbedingt auch weiterhin erreichbar sein, meinten einige Stadträte. Gerade für Senioren, die nicht gut zu Fuß sind, sei es notwendig, sie mit dem Auto zu erreichen. Denn zusätzlich soll „die Von-der-Tann-Straße nach den aktuellen Planungen als Einbahnstraße von Norden nach Süden ausgewiesen werden“, erklärt Christian Baab. Letztlich einigte man sich darauf, dass der Platz zwar ebenfalls zur Fahrradstraße werden soll, ihn jedoch in beide Richtungen befahrbar zu machen.

Anwohner werden
schriftlich informiert

Hier, sowie an den anderen beiden Achsen, sollten die Anwohner schriftlich über das Vorhaben informiert werden. Mit einer Kampagne möchte die Stadt über die Regelungen rund um die drei Fahrradstraßen informieren. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan gab zu, dass Rosenheim „im Bereich der Fahrradstraßen eine sehr unerfahrene Stadt“ ist. Daher rechne er mit einer „Gewöhnungsphase“. Konkrete Umsetzungsvorschläge will die Stadtverwaltung im Herbst in die politischen Gremien einbringen. Die Umsetzung der neuen Fahrradstraßen ist nach aktuellem Stand für das Jahr 2027 vorgesehen, sagt Pressesprecher Christian Baab.

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