Max-Josefs-Platz bekommt ein neues Gesicht

von Redaktion

Langersehnte Veränderungen mitten in Rosenheim: Nach vielen Diskussionen und großem Hin und Her wird der Max-Josefs-Platz umgestaltet. Barrierefrei soll er jetzt endlich werden. Auch die Art und Weise, wie das umgesetzt werden soll, steht nun fest. Wie der Plan aussieht – und inwiefern sich der Platz damit optisch verändert.

Rosenheim – Längst überfällig. Eine Zumutung. Es waren deutliche Worte, die Oberbürgermeister Abuzar Erdogan wählte, als er im jüngsten Bauausschuss über den Max-Josefs-Platz sprach. So schön der Platz im Herzen der Stadt ist, umso größer ist ein Problem, das das Kopfsteinpflaster mit sich bringt – die fehlende Barrierefreiheit. Das schränke die Begehbarkeit für Menschen mit Beeinträchtigungen, Rollatoren oder Kinderwagen stark ein. „Obwohl uns das Thema seit Jahren beschäftigt und im Haushalt Mittel eingestellt wurden, ist wenig passiert“, sagte der Oberbürgermeister. Das wird sich jetzt ändern.

Urheberrecht verhinderte
bislang die Barrierefreiheit

Genau an diesem Punkt befand man sich allerdings schon einmal. Ein kurzer Blick zurück: Im Dezember 2025 sprachen sich die Stadträte dafür aus, dass der Max-Josefs-Platz barrierefrei werden soll. Die Idee: ein „effizientes Wegesystem“ mit fugenfreiem Belag und großformatigen Steinen, rund anderthalb bis zwei Meter breit.

Die Rechnung machten sie ohne ein Architektenteam aus München. Die haben seit 1983 das Urheberrecht an der Gestaltung des Platzes inne. Heißt: Wenn am Max-Josefs-Platz baulich etwas passiert, muss das mit den Architekten abgesprochen werden. Und den Vorschlag mit den großen Steinen sahen die Architekten kritisch – die Pläne waren wieder vom Tisch. Die Diskussionen gingen weiter, das Architektenteam sollte neue Vorschläge zur Verbesserung erarbeiten.

Kopfsteinpflaster könnte
abgeschliffen werden

Gedanken gemacht haben sich in der Zwischenzeit auch andere. Die CSU stellte im Juni einen Antrag an Oberbürgermeister Erdogan, ob der Max-Josefs-Platz nicht anders umgestaltet werden kann – ohne die Rechte der Architekten zu verletzen. So wie in Neumarkt in der Oberpfalz. Dort wurde in einer Straße der Fußgängerzone das Kopfsteinpflaster mit einem speziellen Verfahren um rund zwei Zentimeter abgeschliffen. Für mehr Barrierefreiheit.

Die Neumarkter hätten zuvor Probleme gehabt wie in Rosenheim, sagte Dr. Wolfgang Bergmüller, Fraktionsvorsitzender der CSU, während der Bauausschuss-Sitzung. Er sei selbst in die Oberpfalz gefahren, um sich das Ergebnis anzuschauen. „Die Fläche der Granitsteine wird abgeschliffen, die Wackler und Unebenheiten verschwinden“, sagte er. Steine mussten dafür nicht ausgewechselt werden, es gehe schnell und sei kostengünstig. Der Charakter des Max-Josefs-Platzes könnte so erhalten bleiben.

Methode in Rosenheim
grundsätzlich möglich

Mit der Stadt Neumarkt hat sich die Verwaltung bereits ausgetauscht. Das Ergebnis: Grundsätzlich ist das Verfahren auch in Rosenheim möglich. Kosten könnte das Ganze rund 200.000 Euro. Ausgetauscht hat man sich aber nicht nur mit der Stadt in der Oberpfalz, sondern auch wieder mit den Münchener Architekten. „Das waren außerordentlich gute Gespräche“, betonte Abuzar Erdogan. Herausgekommen sind vier Vorschläge des Architekturbüros.

Auch die Architekten halten es für sinnvoll, die Steinoberflächen so zu bearbeiten, dass sie besser begeh- oder berollbar sind – zum Beispiel durch Abschleifen. Der Unterschied der Vorschläge liegt in den zu bearbeitenden Flächen. Während ein Plan nur schmale, abgeschliffene Gehstreifen an den Rändern vorsieht, ist eine andere Lösung eine Art Gitternetz oder ein zur Mitte des Platzes breiter werdender Weg in Richtung des Brunnens.

Für am meisten Begeisterung bei den Stadträten sorgte der Vorschlag mit dem Namen „C2“: Die Variante sieht eine Bearbeitung der Pflastersteine auf der gesamten Fläche des Platzes zwischen den Entwässerungsrinnen vor. Das optische Bild werde dadurch nur „unwesentlich verändert“, sagt einer, der es wissen muss: Lutz Worthmann vom Umweltamt in Neumarkt. Er hat die Abfräsung dort begleitet. Der Gesamteindruck und die Farbigkeit änderten sich kaum. „Es bleibt derselbe Stein, also gleiches Material mit gleicher Farbe“, sagt Worthmann auf OVB-Anfrage.

Positive Resonanz
in Neumarkt ist enorm

Der Effekt für Menschen mit Beeinträchtigung sei hingegen groß. „Die positive Resonanz ist enorm. Fahrradverbände, der Beirat für Menschen mit Behinderung, die Kirche, Veranstalter, Stadträte sind durchweg begeistert“, betont er.

Obwohl sich in Rosenheim alle Stadträte von der Methode überzeugen ließen, blieb die ein oder andere Sorge noch. „Die Fugen müssen eben zugemacht werden“, betonte Gabriele Leicht (SPD), Dritte Bürgermeisterin. Die Lücken seien manchmal zu groß, man bleibe ständig mit den Schuhen hängen.

Arbeiten könnten noch
in diesem Jahr beginnen

In die gleiche Kerbe schlug Dr. Beate Burkl von den Freien Wählern/UP. Das Bearbeiten der Steine bringe nichts, wenn man nicht auf die Fugen achtet. „Wir brauchen eine ganz glatte Fläche, nach dem nächsten Starkregen haben wir das Problem wieder, wenn wir nur abschleifen und die Fugen auffüllen“, sagte sie. Auch die Kanten könnten Probleme machen.

Dass das Abschleifen noch nicht die „ideale Lösung für die komplette Barrierefreiheit“ ist, ist auch Oberbürgermeister Abuzar Erdogan bewusst. „Aber es ist wichtig, dass wir eine schnelle Lösung haben, die Abhilfe schafft“, sagte er. Dem konnten sich die Stadträte einstimmig anschließen.

Jetzt soll das passende Bauunternehmen für die Umsetzung gefunden werden. Wenn es nach dem Wunsch einiger Politiker geht, sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr zwischen dem Ende der „Draußen-Sitz-Zeit“ und dem Christkindlmarkt beginnen.

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