Rosenheim – Der ehemalige Leiter des Rosenheimer Fernmeldeamtes sowie der Telekom-Niederlassung Rosenheim, Lutz Grund, verstarb dieser Tage im Alter von 94 Jahren und wurde im Rosenheimer Friedhof beigesetzt. Die große Anzahl von Trauergästen aus der Rosenheimer Gesellschaft sowie der regionalen Wirtschaft und Politik spiegelte die enorme Wertschätzung des Verstorbenen wider.
Pfarrer Martin Zöbeley schilderte bei der Trauerfeier in der Erlöserkirche in bewegenden Worten sein Leben. Geboren in Thüringen und aufgewachsen im Nürnberger Land, hatte er sich bereits nach seinem Abitur an der Technischen Hochschule (TH) München dem Studium der Elektrotechnik zugewandt. Er praktizierte bei den Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg (FAUN), den Süddeutschen Akkumulatoren-Werken (SAF) und Grundig, war Werkstudent bei Siemens und schließlich Entwicklungsingenieur bei „TeKaDe“ in Nürnberg für Elektroakustik und Fernsteuertechnik.
So führte ihn der Weg letztlich als Postreferendar zur Oberpostdirektion nach Nürnberg. Nach dem Großen Staatsexamen begann seine Karriere als Postassessor – zugleich mit der Berufung Ende der 60er-Jahre zum Chef des Fernmeldezeugamts nach Elmshorn. Im Jahr 1967 heiratete er dort seine große Liebe Hildegard.
Mit 39 Jahren, damals der jüngste Oberpostdirektor, wurde ihm im Jahr 1973 die Aufgabe übertragen, das neugegründete Fernmeldeamt, die jetzige Telekom-Niederlassung in Rosenheim, in die Zukunft zu führen. Dies war wahrlich eine nicht alltägliche Aufgabe, denn allein der Bedarf an Telefonanschlüssen stieg in die Zehntausende.
Nach provisorischen Unterbringungen entstanden Dienststellen in der Rosenheimer Aventinstraße, 1984 das neue Technikergebäude und schließlich 1989 der Neubau des Fernmeldeamtes an der Bahnhofstraße. Über 23 Jahre gelang es dem Verstorbenen vorausschauend, motivierend und sozial engagiert, die Niederlassung durch Dick und Dünn zu führen, ehe er im Jahr 1996 in den verdienten Ruhestand verabschiedet wurde.
In all den Jahren stand seine Ehefrau Hildegard stets an seiner Seite. Sie teilte die beruflichen Sorgen, aber auch die vielfältigen privaten und gesellschaftlichen Werte. Lutz Grund war begeisterter Lions-Club-Anhänger und stand dem Club in Rosenheim zweimal als Präsident vor.
Lions-Präsident Klaus Stöttner würdigte in seinem Nachruf diese Leistungen und im Besonderen seine Kreativität als langjähriger Seniorenbeauftragter. Darüber hinaus ging Grund leidenschaftlich gern Bergwandern, liebte seine Radtouren, war Hobbygärtner und pflegte seine Fremdsprachenkenntnisse.
Vielen Vereinen wie dem Postsportverein, dem Philisterverband des Akademischen Gesangvereins (AGV), dem Bayernbund, dem Freundeskreis Lokschuppen und dem Telekom-Seniorenbeirat war er oft mehr als nur ratgebend verbunden. Besonders am Herzen lag ihm auch die Gründung der Rosenheimer Caritas-Begegnungsstätte.
Leider zügelten ernsthafte gesundheitliche Beeinträchtigungen die vergangenen Jahre seines Lebens und damit seine vielen Aktivitäten. Eine plötzliche Erblindung sowie eine Tumorerkrankung ertrug er mit Engelsgeduld – jahrelang liebevoll betreut von seiner Hildegard. So blieb er bis zuletzt dem Leben gegenüber positiv eingestellt und gutmütig, auch in Krisenzeiten. Gestorben ist Lutz Grund im Alter von 94 Jahren in seinem Haus, in dem er mit Hildegard so lange zusammenleben durfte.