Kampagne gegen häusliche Gewalt

von Redaktion

Plakate auf dem Herbstfest bieten Hilfe

Rosenheim – Eine Kampagne gegen häusliche Gewalt hat die Bürgerstiftung Rosenheim gemeinsam mit mehreren Netzwerkpartnern zum Rosenheimer Herbstfest gestartet. Wie die Bürgerstiftung Rosenheim mitteilt, sind an der Gemeinschaftsinitiative die drei Sozialraumteams der Jugendhilfe in Rosenheim, die Stadt Rosenheim, der Wirtschaftliche Verband, der Stadtjugendring, die Täterstelle der Sozialen Dienste der Diakonie sowie Ma Via e.V. und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) beteiligt.

Ausgangspunkt der Kampagne ist die Alltagserfahrung in der Jugendhilfe: Alisa Hirsch und ihre Kollegen vom Jugendhilfeträger Startklar begegnen dem Thema häusliche Gewalt regelmäßig – in den Familien ihrer Klienten, in deren Nachbarschaften und Freundeskreisen. „Dem Thema begegnet man in der Arbeit in der Jugendhilfe immer wieder – aber wirklich darüber sprechen will niemand, nicht die Opfer, schon gar nicht die Täter und häufig auch nicht die Zeugen“, berichtet Hirsch. Dieser Umstand bewog den Zusammenschluss der Rosenheimer sozialen Organisationen dazu, gemeinsam nach Wegen zu suchen, das Thema aus der Tabuzone zu holen und in die Öffentlichkeit zu bringen.

Unter der Koordinierung der Bürgerstiftung Rosenheim entstand so eine niedrigschwellige, präventive und unparteiische Kampagne, die möglichst viele Menschen erreichen soll – unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Hintergrund.

„Wir wollen dieses schambesetzte Thema in die Köpfe aller Menschen bringen“, erklärt Christian Hlatky, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Rosenheim. „Gleichzeitig sollen die Menschen dazu ermutigt werden, darüber zu sprechen und natürlich sich auch Hilfe zu holen.“

Das Rosenheimer Herbstfest wurde bewusst als Startort gewählt. „Hier kommen einfach alle Menschen zusammen – wir können hier alle Zielgruppen erreichen“, so Hlatky. Den Kontakt zu den Brauereien und dem Wirtschaftlichen Verband stellte Stifterrat Michael Fränkel her, die das Vorhaben daraufhin direkt mitunterstützten.

An allen Toiletten auf dem Rosenheimer Herbstfest hängen nun die Plakate der Kampagne. Über einen QR-Code gelangen Interessierte auf eine Seite der Rosenheimer Familien-App, auf der alle regionalen Hilfs- und Unterstützungsangebote aufgelistet sind.

Hirsch, Fränkel und Hlatky zeigen sich mit dem ersten Schritt zufrieden: „Wir wollen mit der Kampagne wachrütteln, das Thema betrifft viele und niemand muss physische oder psychische Gewalt akzeptieren – es gibt Hilfe.“ Nach dem Herbstfest sollen die Plakate auch in Schulen, Vereinen und Gastronomiebetrieben in Rosenheim aufgehängt werden.

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