Rosenheim – Ganz ohne Anspannung geht es nicht. Auch nach 20 Jahren nicht. „Jedes Jahr hat seine Herausforderungen“, sagt Andreas Kiesl. Der Geschäftsführer vom „Feurigen Tatzlwurm“ sitzt inmitten einer großen Baustelle.
Zum 20. Mal beim
Herbstfest dabei
Um ihn herum stehen die Tische noch kreuz und quer, Kisten mit Kabelbindern und Glühbirnen stapeln sich auf dem Boden und an jeder Ecke liegen andere Teile herum, die noch verbaut werden müssen. „Die Handwerker sind voll dabei“, sagt Kiesl. Und doch ist der Anblick ein wenig ungewöhnlich. Das liegt aber nicht an den Bauarbeiten, sondern an Kiesl selbst. Der Geschäftsführer hat sich in Schale geworfen – und das knallgrüne Kostüm des Maskottchens „Tatzlwurm“, ein drachenähnliches, alpenländisches Fabeltier, angezogen. Schließlich sind er und seine Familie mit ihrer Holzhütte zum 20. Mal beim Rosenheimer Herbstfest dabei. „Für uns als Familie ist das eine tolle Sache, wir machen alles gemeinsam und mit großer Freude“, sagt Kiesl, während er einem Handwerker zuschaut, der gerade unter der Decke etwas befestigt.
Die Vorbereitungen kommen gut voran, sagt Kiesl. Alles laufe nach Plan, der Großteil sei geschafft. „Jetzt ist gerade die Elektrotechnik dran, danach wird richtig schön aufgehübscht“, sagt der Geschäftsführer. Die ein oder andere schlaflose Nacht sei aber trotz der Aufbau-Routine dabei. „Auch nach 20 Jahren denkt man sich: ‚Zefix, wir werden nicht rechtzeitig fertig‘“, sagt Kiesl und lacht.
Die größte Herausforderung sei jedes Jahr, dass zur Eröffnung am ersten Herbstfest-Samstag alles parat ist. „Das ist immer ein kleiner Ritt auf der Rasierklinge, da auch viel Frischware angeliefert wird“, betont Kiesl. In der Nacht von Freitag auf Samstag sei nochmals Hochbetrieb im Tatzlwurm. „Die Nacht auf den ersten Samstag ist meistens ein bisschen kürzer“, sagt er.
Für das Jubiläumsjahr haben sich Andreas Kiesl und seine Familie auch eine optische Neuheit einfallen lassen. „Wir haben den Garten neu gestaltet“, sagt der Geschäftsführer. Über den Außenbereich wurden Holzlauben aufgebaut. „Am Ende soll es wie Weinlauben ausschauen und das Sitzen noch schöner machen“, betont Kiesl. Aber nicht nur bei der Gestaltung der Almhütte gibt es Neues, auch auf der Speisekarte.
Zum ersten Mal gebe es in diesem Jahr einen Räucherfischteller. „Wir sind auch im fleischlosen Bereich stark dabei“, sagt Andreas Kiesl. Die Besucher könnten sich da auf eine Auswahl an verschiedenen Gerichten freuen. „Wir wollen einfach mit den Trends gehen“, sagt der Geschäftsführer. Die Preise habe er auf dem Niveau des Vorjahres halten können. Und noch etwas ist ihm wichtig: „Wir wollen das perfekte Hendl auf dem Herbstfest haben, da haben wir auch weiter an der Rezeptur gefeilt“, sagt er und lacht. Auf der Getränkekarte gebe es wieder eine wechselnde Weinauswahl. Mehr will Andreas Kiesl aber noch nicht verraten: „Wir haben viel Neues, aber auch Bewährtes dabei, einfach vorbeikommen und ausprobieren.“ Was der Geschäftsführer aber schon komplett verraten kann, ist das Programm. „Wir starten am ersten Wiesn-Sonntag gleich mit der Kinderwiesn, da gibt’s am Nachmittag gratis Pommes für alle Kinder und einen tollen Spielebereich bei uns im Garten“, sagt Kiesl. Am Abend folgt die Schlager-Wiesn. Immer an den Dienstagen steigt die Single-Wiesn. „Da bringen wir die Herzen zueinander“, sagt der Tatzlwurm-Geschäftsführer.
Dabei könne sowohl nach der großen Liebe als auch nur nach einer Herbstfest-Begleitung gesucht werden. Wer mitmachen will, bekommt einen Aufkleber, dass er angesprochen werden darf. Und dann müsse man einfach schauen. „Was auf der Wiesn passiert, bleibt auf der Wiesn“, sagt Kiesl und lacht. Ansonsten freue er sich noch auf die Weißwurstparty mit einem besonderen musikalischen Gast am 6. September und die Rosenheimer Meisterschaft im Fingerhakeln am 7. September.
Noch Chancen
auf Tische
Wer einen Platz im Tatzlwurm ergattern möchte, solle einfach vorbeischauen. Speziell an den ruhigeren Tagen von Sonntag bis Mittwoch habe man sehr gute Chancen, sagt Kiesl. Trotz der reservierten Tische. „Das Herbstfest soll etwas Spontanes sein“, sagt Kiesl. Ab Donnerstag sei es meistens etwas voller. Auf eine volle Almhütte freut sich aber auch Chris Krause von der Band „The Jam‘son“ aus Südtirol.
„Die Stimmung in Rosenheim ist gigantisch – nicht zu toppen“, sagt er am Telefon. Seit fünf Jahren kommen sie aufs Herbstfest. „Wir sind jetzt auch in den letzten Vorbereitungen“, sagt Krause. Die Vorfreude, dass es losgeht, sei „riesig“ – genauso wie bei Andreas und Karl Kiesl.