„Vitamin C und viel trinken – nicht nur Bier“

von Redaktion

Interview Das Durchhalte-Rezept des Flötzinger-Festwirts Andreas Schmidt

Rosenheim – Wenn am Samstag, 29. August, das Herbstfest beginnt, schlägt das Herz von Rosenheim wieder höher. Doch wie viel Arbeit steckt wirklich hinter der Gaudi? Im OVB-Gespräch spricht Flötzinger-Festwirt Andreas Schmidt unter anderem über den großen logistischen Aufwand.

Was überwiegt derzeit? Stress oder Vorfreude?

Die Vorfreude ist groß, der Stress hält sich noch in Grenzen. Aber natürlich bin ich angespannt und nervös, alles andere wäre gelogen. Das Herbstfest ist in Rosenheim nach wie vor die fünfte Jahreszeit. Alle sind im Herbstfestfieber, in der gesamten Stadt herrscht ein Ausnahmezustand. Ich liebe es, Gastgeber zu sein. Für mich gibt es nichts Schöneres, als miteinander zu essen, zu trinken und eine Gaudi zu haben. Und gerade in Zeiten, in denen die negativen Nachrichten überwiegen, ist das Herbstfest eine gute Möglichkeit, für ein paar Stunden alles zu vergessen und das Leben zu genießen.

Neben dem Flötzinger-Festzelt sind Sie auch noch im „Franz am Wiesntor“ im Einsatz.

Das ist fast immer ein fließender Übergang. Vom Flötzinger-Festzelt geht es für mich direkt weiter im „Franz am Wiesntor“. Unter der Woche haben wir ab 17 Uhr geöffnet, an den Samstagen bereits ab 15 Uhr. Die Stimmung war schon im vergangenen Jahr gigantisch. Auch heuer haben wir wieder viel geplant und zahlreiche gute DJs vor Ort.

Wie läuft es mit den Reservierungen im Festzelt?

Die Flötzinger Brauerei, die sich um die Reservierungen kümmert, und ich sind sehr zufrieden. Wir haben ein sehr gutes Programm zusammengestellt. Das hat dazu geführt, dass etwa der Menzl-Montag komplett ausgebucht ist. Das ist nicht selbstverständlich.

Was steht die letzten Tage vor dem Auftakt noch alles an?

Es muss jetzt noch einmal final durchgeputzt werden, außerdem stehen verschiedene Treffen an. Unsere Bedienungen kommen am Freitag zur Einschreibung. Es gibt ein Briefing, die genauen Abläufe werden erklärt und die Neuheiten vorgestellt. Ein ähnliches Treffen haben wir mit unserem Küchenpersonal. Außerdem muss ich noch Gespräche mit den Lieferanten führen. Wir haben beispielsweise drei unterschiedliche Rosenheimer Bäckereien. Die müssen genau wissen, wann sie etwas liefern müssen.

Hört sich nach einem ziemlich großen logistischen Aufwand an.

Auf jeden Fall. Wir legen großen Wert auf die Qualität. Auch deshalb kochen wir alles frisch. Trotz der neuen, großen Küche im Flötzinger-Festzelt fahren wir am Tag vier- bis fünfmal zwischen dem Aicherpark und dem Festzelt-Gelände hin und her, um Nachschub zu holen. Im Aicherpark arbeiten noch einmal zwölf Leute, die dafür sorgen, dass im Festzelt selbst nichts ausgeht.

Welche Neuheiten erwarten die Besucher auf der Speisenkarte?

Wir halten an dem Altbewährten fest: Schweinsbraten, eine Schweinshaxe und ein Brathendl dürfen natürlich nicht fehlen. Neu auf der Karte ist ein Backhendl. Daran haben wir schon länger gefeilt, das Ergebnis ist richtig gut geworden. Zudem bieten wir jetzt auch einen veganen Pfifferlingstrudel an. Der schmeckt richtig gut.

Wie sieht es mit den Preisen aus?

Alle Preise bei den Speisen sind gleichgeblieben, sie sind identisch zu 2025.

Das ist ein wichtiges Signal für unsere Besucher. Wir wollen, dass man sich auch weiterhin einen Herbstfest-Besuch leisten kann. Das macht Rosenheim in meinen Augen so besonders.

Gibt es einen Tag, auf den Sie sich besonders freuen?

Der Erntedanksonntag. An diesem Tag dreht sich alles um Brauchtum, Tradition und Tracht, aber eben auch darum, einfach mal „Danke“ zu sagen. Auch das darf man nämlich nicht vergessen: Bei allem Gejammer geht es uns doch recht gut.

Tipp vom Experten: Wie schafft man es, 16 Tage Wiesn durchzuhalten?

Freude und gute Laune sind die beste Medizin (lacht). Ich setze auch auf Vitamin C. Ansonsten viel trinken – nicht nur Bier – und sich mental auf die Zeit vorbereiten.

Interview: Anna Heise

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