Rosenheim – Das Rosenheimer Herbstfest wird am kommenden Samstag, 29. August, eröffnet. In der Auerbräu-Festhalle laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Eine Neuheit ist die „Hopfengasse“. Während andere Volksfeste über Besucherschwund klagen, blickt Auerbräu-Festwirt Werner Heinrichsberger optimistisch auf die kommenden 16 Tage in Rosenheim. Doch wie steht es um die begehrten Reservierungen, und welche Vorbereitungen müssen bis Samstag noch dringend erledigt werden? Werner Heinrichsberger liefert die Antworten.
Wie groß ist die Vorfreude?
Wir freuen uns sehr. Für uns ist das Herbstfest das größte Fest im Jahr und dementsprechend auch mit jeder Menge Vorbereitung verbunden. Die Woche, bevor es losgeht, ist immer am meisten los. Aber wir machen es gerne. Jetzt hoffen wir nur, dass das Wetter auch hält.
Was muss bis zum Beginn am Samstag noch alles gemacht werden?
Wir fangen jetzt so langsam mit dem Vorkochen an, beispielsweise vom Blaukraut. In der neuen Hopfengasse müssen wir uns noch um eine Beschilderung kümmern. Auch einige Container müssen noch aufgestellt werden.
Sie haben gerade die Hopfengasse als Neuheit erwähnt: Was bedeutet das für Sie als Festwirt?
Wir versuchen, immer attraktiver zu werden. Der Erfolg beim „Johann Auer“ gibt uns recht. Heuer lädt Auers Hopfengasse an der Südseite der Auerbräu-Festhalle zum Verweilen ein. Das gesamte Areal wurde mit Altholz verkleidet und passt sich gestalterisch dem „Johann Auer“ an. In der Hopfengasse wird es, ebenso wie im Biergarten, täglich bis 17 Uhr Bier in den 0,5-Liter-Bierkrügen geben.
Erst der „Johann Auer“, jetzt die Hopfengasse: Wie groß ist der Druck, jedes Jahr mit einer neuen Attraktion um die Ecke zu kommen?
Es ist eigentlich kein Druck. Wir möchten uns jedes Jahr verbessern und vorankommen. Es ist unser Anspruch, den Besuchern jedes Jahr neue Höhepunkte zu liefern, damit sie uns weiterhin besuchen. Für die Besucher attraktiv zu bleiben, ist in meinen Augen kein Selbstläufer.
Etliche Volksfeste melden einen Besucherrückgang.
Deswegen darf man die guten Besucherzahlen beim Rosenheimer Herbstfest niemals als selbstverständlich ansehen. Oft herrscht bei anderen Volksfesten von montags bis donnerstags gähnende Leere. Das ist bei uns zum Glück nicht der Fall.
Wie zufrieden sind Sie mit den Reservierungen?
Sehr zufrieden. Der „Johann Auer“ war in kürzester Zeit fast vollständig ausgebucht, auch in der Auerbräu-Festhalle sind wir nicht rückläufig.
Werfen wir einen Blick auf die Speisenkarte: Gibt es viele Neuheiten?
Wir werden das Rad nicht neu erfinden. Auf unserer Speisenkarte finden sich nach wie vor die klassischen Gerichte wie Backfisch, Hendl, Schweinshaxen und Steckerlfisch. Heuer ist ein veganes Gericht dazugekommen.
Müssen die Besucher tiefer in die Tasche greifen?
Nein, wir haben die Preise bei Speisen nicht angehoben. Im Gegenteil, bei zwei Gerichten sind wir sogar nach unten gegangen mit dem Preis, etwa beim Backfisch.
Ein Augenmerk liegt auch nach wie vor auf unserem Familientag. An diesem Tag kostet ein Kinderschnitzel mit einem Getränk unter zehn Euro. Das ist schon etwas Besonderes.
Im ersten Jahr gab es Probleme, genügend Personal zu finden. Wie ist heuer die Lage?
Wir haben damit zum Glück überhaupt keine Probleme mehr. Im Service hatten wir zahlreiche Bewerbungen, in der Küche etwas weniger, aber es sieht sehr gut aus.
Die Voraussetzungen könnten also besser nicht sein für das diesjährige Herbstfest?
Wir sind positiv gestimmt. Aber wie gesagt, das Wetter ist für uns ein Riesenfaktor. Mit 1.700 Außenplätzen haben wir den größten Biergarten auf dem Herbstfest. Der ist gut besucht, aber eben nur dann, wenn es nicht regnet.
Ich versuche jetzt, mich nicht verrückt zu machen, und schaue mir den Wetterbericht gar nicht mehr an (lacht). Es kommt, wie es kommt. Bislang hatten wir noch nie ein Herbstfest, an dem es 16 Tage durchgeregnet hat.
interview: Anna Heise