Ein Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung

von Redaktion

Mit einem spontanen Gratis-Konzert hat die Band „Kaffkiez“ am Freitag, 28. August, in Rosenheim ein Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung gesetzt. Hunderte Menschen feierten auf dem Max-Josefs-Platz. Die Aktion war eine Reaktion auf die Kritik der AfD-Stadtratsfraktion an der geplanten Verleihung des Kulturförderpreises an die Band.

Rosenheim – „Wir sind mehr“: Am Freitagabend war das auf dem Max-Josefs-Platz keine bloße Floskel. Denn Rosenheim hat bewiesen, wie viele Menschen da sind, wenn es drauf ankommt. Die Band „Kaffkiez“ hatte sich spontan entschieden, ein Gratis-Konzert auf dem Max-Josefs-Platz zu spielen. Verkündet wurde das einen Tag zuvor.

Denn das Konzert gab es nicht einfach so. Es hatte einen besonderen Hintergrund. Denn die Band soll im Herbst den Kulturförderpreis der Stadt Rosenheim bekommen. Doch die AfD-Stadtratsfraktion sprach sich in einem Statement, welches an ausgewählte Medien versandt wurde, dagegen aus.

„Kaffkiez“ antwortet AfD
mit Gratis-Konzert

Die Antwort von „Kaffkiez“: eine riesengroße Party. Für alle und jeden, der sich für eine offene, demokratische und freie Kultur ausspricht. Was an diesem Abend in der Rosenheimer Innenstadt keinen Platz hatte, waren Ausgrenzung und Hass – und das haben sowohl die Band, als auch die Zuhörer gespürt. „Ehrlich gesagt fehlen mir ein bisschen die Worte“, sagte Johannes Eisner gleich zu Beginn des Konzerts, als er seinen Blick über die riesige Menschenmenge schweifen ließ. „Mir stellt es die Haare am ganzen Körper auf“, sagte er mit einem Grinsen.

Die Megahits
gespielt

Mit Songs wie „Die Sonne scheint“, dem Megahit „Nie allein“ und „Scheißegal“ setzte die Band ein Zeichen: für Liebe, Toleranz und eine freie Kultur. „Liebe soll regieren“, machte Eisner deutlich und erntete dafür tosenden Applaus.

„Wir haben in letzter Zeit etwas gelesen, was uns ein kleines bisschen wütend gemacht hat“, rief Eisner in die Menge und bezog sich damit offensichtlich auf die Meldung der AfD. Schließlich rief er die Menge auf, die Wut rauszulassen. Und zwar auf die wohl schönste Art, wie man seiner Wut Luft machen kann: singen und tanzen. Während der Max-Josefs-Platz kurzerhand zur Tanzfläche wurde, hoben Fans Schilder wie „Love Music, Hate Fascism“ und „Rosenheim ist bunt“ in die Luft. Am Nepomukbrunnen wurde eine „FCK AfD“-Fahne geschwenkt.

„Wir wissen, dass es freie Kultur in kleineren Städten nicht oft leicht hat“, machte Eisner deutlich. Daher wurden Spenden für den Stadtjugendring gesammelt. Mit Erfolg: Die Hüte, die durchs Publikum gingen, wurden gut gefüllt. Und nach circa 45 Minuten Singen, Tanzen und Feiern wurde die Band mit riesigem Applaus für ihren Einsatz und das Gratis-Konzert verabschiedet.

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