Rohrdorf/Chiemgau/Ternopil – Die Landwirtschaft in der Ukraine steht in diesem Jahr vor großen Herausforderungen. Auch der Landwirtschaftsbetrieb der Diözese Ternopil in Zarvanytsia ist von den schwierigen Bedingungen betroffen. Auf einer Fläche von rund 1.200 Hektar werden dort vorwiegend Weizen, Mais, Zuckerrüben, Sonnenblumen und Kartoffeln angebaut. Der Verkauf der Produkte bringt den Großteil der Einnahmen der Diözese. Diese sorgt mit dem Geld nicht nur für die eigene Bevölkerung, sondern auch für viele innerukrainische Flüchtlinge.
Das anfallende Stroh wird zu Pellets verarbeitet und als Heizmaterial für den Eigenverbrauch verwendet. Aktuelle Informationen aus Ternopil hat Kathi Schmid vom Chiemgauer Helferkreis direkt von Weihbischof Wolodymyr Firman erhalten und zusammengefasst.
Nach Angaben von Bischof Firman waren die Bedingungen für die Landwirtschaft in diesem Jahr äußerst ungünstig. Frühjahrsfröste und anhaltend kaltes Wetter beeinträchtigten die Erträge bei Getreide und Ölsaaten erheblich. Im Juli kamen dann große Hitze und eine anhaltende Trockenheit infolge sehr geringer Niederschläge hinzu.
Fallende Getreidepreise
und steigende Dieselkosten
Gleichzeitig haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb deutlich verschlechtert. Durch die vollständige Schließung des Exportkorridors im Schwarzen Meer sind die Absatzmöglichkeiten für Getreide stark eingeschränkt, so Bischof Firman. Die Getreidepreise sind dadurch nach Angaben des Landwirtschaftsbetriebs um etwa 35 bis 45 Prozent gefallen. Demgegenüber stiegen die Kosten für Diesel, Dünge- und Pflanzenschutzmittel um rund 30 bis 40 Prozent. Unter diesen Bedingungen kann die Ernte derzeit kaum kostendeckend verkauft werden, so der Bischof gegenüber Kathi Schmid.
Auch der Absatz auf den europäischen Märkten könne die weggefallenen Exportmöglichkeiten über das Schwarze Meer nicht ausgleichen. Begrenzte Transport- und Logistikkapazitäten, hohe Beförderungskosten sowie eingeschränkte Aufnahmemöglichkeiten der europäischen Märkte erschwerten den Verkauf größerer Mengen. Ein erheblicher Teil des Getreides bleibt deshalb derzeit in den Lagerhallen.
Für den Landwirtschaftsbetrieb ergibt sich daraus ein weiteres Problem: Kaum Einnahmen, aber die vereinbarten Pachtzahlungen an die Grundstückseigentümer müssen geleistet werden. Dadurch fehlen, so berichtet Kathi Schmid, die notwendigen finanziellen Mittel für die bevorstehende Herbstaussaat.
Besonders dringend wird derzeit Diesel benötigt, der für die landwirtschaftlichen Arbeiten zur Ausbringung der Herbstsaat erforderlich ist. Der Helferkreis Ternopil möchte Bischof Firman und die Diözese Ternopil deshalb finanziell unterstützen und bittet um Spenden für den Ankauf von Dieselkraftstoff.
Der Helferkreis hofft, damit dazu beitragen zu können, dass der Landwirtschaftsbetrieb seine Arbeit trotz der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation fortführen kann. „In den vergangenen 30 Jahren wurde in Zarvanytsia vieles aufgebaut und erarbeitet“, sagt Kathi Schmid. „Dieses Erreichte soll auch unter den gegenwärtigen Bedingungen erhalten werden.“
Ein Spendenkonto des Chiemgauer Helferkreises für Ternopil gibt es bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Infos unter www. helferkreis-ternopil.de.