90 Biker nehmen Abschied
Gedenkfahrt für tödlich verunglückte Motorradfahrer
Rosenheim – Max Walbert traute seinen Augen am Sonntagmittag nicht: Über 90 Motorradfahrer folgten seinem Aufruf und nahmen an der Gedenkfahrt für Mariella (19) und ihren Freund Devid (26) teil. Die beiden waren am 10. September bei einem schweren Motorradunfall tödlich verunglückt.
Das junge Paar hatte das Rosenheimer Herbstfest besucht und war anschließend mit dem Motorrad auf der Kreisstraße RO5 in westlicher Richtung unterwegs. Auf Höhe der Autobahnanschlussstelle zur A8 in Richtung Salzburg kam es zum Zusammenstoß mit einem Auto. Der 26-Jährige und die 19-Jährige erlitten dabei schwerste Verletzungen und starben noch an der Unfallstelle.
Schock über den Unfall
sitzt immer noch tief
Der Schock über das Geschehene sitzt noch immer tief. Auch bei den Freunden. „Wir waren gemeinsam in der Schule und sind seitdem befreundet“, sagt Max Walbert. Auch deshalb sei es ihm wichtig gewesen, eine Gedenkfahrt zu organisieren. Die Idee dazu stammt aus dem Internet. Er habe bei Mariellas Familie angefragt, ob sie mit der Idee einverstanden wären. „Als sie zugestimmt haben, haben wir mit den Planungen begonnen“, sagt Walbert.
Flyer wurden entworfen, Genehmigungen beim Landratsamt und der Stadt eingeholt. Entstanden ist eine rund 40 Kilometer lange Route von Rosenheim nach Bernau, vorbei an den Orten, an denen das Paar am liebsten mit dem Motorrad unterwegs war.
Um kurz vor 13 Uhr haben sich am Sonntag zahlreiche Motorradfahrer beim Weko in Rosenheim eingefunden. „Wir haben 73 Motorräder gezählt. Einige hatten noch einen Sozius dabei, am Ende waren wir bestimmt 90 Personen“, sagt Max Walbert. Mit einem Ansturm dieser Art habe er nicht gerechnet, auch weil es das erste Mal gewesen sei, dass er eine Gedenkfahrt organisiert hat.
„Für uns als Veranstalter war es sehr emotional“, sagt er. Auch, weil Mariellas Eltern an der Gedenkfahrt teilnahmen. „Man hat den beiden angemerkt, dass sie sehr berührt davon waren, wie viele Menschen aufgetaucht sind“, sagt Walbert. Unter den Teilnehmern seien auch zahlreiche Motorradfahrer gewesen, die die beiden Verstorbenen überhaupt nicht gekannt haben. „Aber in der Biker-Community hält man einfach zusammen“, sagt er.
Walbert und seine Mitstreiter hatten „dauerhaft Gänsehaut“. Kurz bevor es losging, richtete Walbert noch einige Worte an die Teilnehmer. „Es ging vor allem darum, dass sich jeder an die Straßenverkehrsordnung hält“, erzählt er später am Telefon. Alles habe ihm zufolge gut funktioniert.
Die Route habe auch an der Unfallstelle vorbeigeführt. „Wir sind dort extra langsam vorbeigefahren, haben noch einmal innegehalten und uns von den beiden verabschiedet“, sagt Max Walbert. Anschließend hätten die Teilnehmer noch zusammengesessen. „Das Ganze hat sich dann nach und nach aufgelöst“, sagt Walbert.
Auch wenn der Anlass ein trauriger gewesen ist, sei er mit der Veranstaltung zufrieden. „Es hat alles sehr gut funktioniert“, sagt er.