Neues Transferzentrum für Neubeuern
Hier soll das Technologietransferzentrum für Telemedizin und Robotertechnik seinen Sitz haben.
Marktgemeinderat unterstützt Pläne für „RoboMed“ der Technischen Hochschule Rosenheim
Neubeuern – Die Technische Hochschule (TH) Rosenheim bereitet derzeit die Finaleinreichung der Bewerbung um ein Technologietransferzentrum (TTZ) für Telemedizin und Robotertechnik mit dem Namen „RoboMed“ beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vor. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats stellten Professorin Dr.-Ing. Nicole Strübbe und Diplom-Ingenieur (FH) Wolfgang Alversammer von der TH Rosenheim das Projekt vor.
In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Rosenheim soll das Zentrum im Gewerbegebiet Heft in Neubeuern entstehen. Der einstimmige Beschluss des Marktgemeinderats ist Teil der kommunalen Unterstützung für den Antrag.
Sie berichteten dem Gremium, dass es seit geraumer Zeit die Möglichkeit gibt, sogenannte Technologietransferzentren zu gründen, die durch den Staat gefördert werden. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass sie nicht in einem Landkreis sein dürfen, in dem bereits ein Hochschulstandort vorhanden ist. Durch die Einführung des Studienganges Medizintechnik an der TH Rosenheim vor fünf Jahren sind viele Forschungstätigkeiten entstanden, in denen bereits viele Fachkräfte forschen.
Durch die sehr guten Kontakte zum RoMed-Klinikum Rosenheim und zur Firma Rivolution für innovative Medizintechnik, die ihren Sitz im Gewerbegebiet Heft in Neubeuern hat, ergibt sich dadurch eine gute Möglichkeit, das alles zu kombinieren. „Das ist etwas Einmaliges und diese Chance wollen wir uns nicht entgehen lassen“, erläuterte Professorin Strübbe das Anliegen.
Das geplante Zentrum soll Forschung, Lehre und den Transfer innovativer Technologien in der medizinischen Robotik verbinden. Im Mittelpunkt stehen robotische und digitale Lösungen für operative Medizin, klinische Prozesse und die Gesundheitsversorgung. Ziel ist es, Forschungsergebnisse und technische Entwicklungen schneller in die praktische Anwendung zu überführen.
Der Markt Neubeuern stellt im Falle einer positiven Förderentscheidung geeignete Räumlichkeiten am Georg-Wiesböck-Ring für die fünfjährige staatliche Anschubphase kostenfrei einschließlich der Betriebskosten zur Verfügung. Darüber hinaus wird der Markt den Aufbau des TTZ im Rahmen seiner Möglichkeiten begleiten – etwa durch Unterstützung bei der Standortentwicklung, der Vernetzung mit regionalen Akteuren und der Öffentlichkeitsarbeit. Über eine Fortführung der Unterstützung nach Ablauf der Anschubphase soll nach einer Evaluation und auf Grundlage einer gesonderten Vereinbarung entschieden werden.
„RoboMed ist eine herausragende Chance für Neubeuern“, erklärt Erster Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer), „denn Robotik im Medizinbereich ist eine Zukunftstechnologie mit hoher Relevanz. Die Verbindung aus einem engagierten Projektpartner aus der Robotik, welcher sein Unternehmen nach Neubeuern verlagert hat, der Technischen Hochschule Rosenheim, der klinischen Kompetenz in der Region und der räumlichen Nähe zu Rosenheim wäre für unseren Standort ein großer Gewinn.“
Neubeuern verspricht sich von dem Zentrum nicht nur Impulse für Forschung und Lehre. Das TTZ könnte auch den Gewerbe- und Innovationsstandort stärken und neue Anknüpfungspunkte für Unternehmen aus Medizintechnik, Robotik, Digitalisierung und angrenzenden Bereichen schaffen. Für Gründer sowie junge Unternehmen sollen vorhandene und weiterzuentwickelnde Arbeits- und Vernetzungsangebote wie beispielsweise das „nahui-Co-Working“ am Standort zusätzliche Perspektiven eröffnen.
Besonders wichtig ist der Gemeinde auch die Bindung junger Fachkräfte. Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter würden durch ein TTZ verstärkt nach Neubeuern kommen, um zu lernen, zu forschen und gemeinsam mit Unternehmen an anwendungsnahen Lösungen zu arbeiten. Daraus können langfristig Gründungen, Kooperationen und qualifizierte Arbeitsplätze entstehen.
„Dass eine ortsansässige Stiftung die Einrichtung einer Stiftungsprofessur unterstützt, ist ein starkes Signal für das Vorhaben und für den Standort“, so Schneider weiter. „Neubeuern könnte damit in einem sehr konkreten Sinn auch ein kleiner Hochschulstandort werden. Ich hoffe daher sehr, dass das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst der Technischen Hochschule Rosenheim den Zuschlag erteilt.“