Poetische Reise Chiemgau-Indien

von Redaktion

Interview Rainer Thielmann ist „deutsch-indische Persönlichkeit“

Halfing – Rainer Thielmann stammt ursprünglich aus Hagen in Westfalen, doch sein Zuhause hat er längst im Chiemgau gefunden: Seit 20 Jahren lebt der Dichter, Autor und Songwriter in Halfing. Kürzlich wurde er von der German Indian Business Society (GIBS) als „deutsch-indische Persönlichkeit 2025“ ausgezeichnet. Sein beruflicher Weg führte ihn vom Hotelgewerbe in Westfalen über Düsseldorf und München schließlich nach Oberbayern.

Neben seiner Arbeit als Musiker und Songwriter, bei der er mit zahlreichen Größen der Unterhaltungsmusik zusammenarbeitete, wurde Thielmann durch seine poetischen Reisebücher bekannt. Besonders Indien hat es ihm angetan: Neunmal war er bereits auf dem Subkontinent, vier Bücher mit eigenen Gedichten und umfangreichen Fotodokumentationen sind daraus entstanden. Im OVB-Interview erzählt er, was ihn an Indien so fasziniert und warum er trotz seiner Verbundenheit mit dem Chiemgau immer wieder Sehnsucht nach diesem faszinierenden Land verspürt.

Herr Thielmann, der Chiemgau oder Indien – wo sind Sie zu Hause?

Mein Zuhause ist der Chiemgau, allein schon wegen seiner Schönheit und der deutschen Sprache. Tatsächlich habe ich aber oft ein gewisses Heimweh nach Indien, wobei ein Vergleich eigentlich nicht möglich ist. Während Bayern von den Bergen, von Tradition und Gelassenheit geprägt wird, ist Indien ein vollkommen gegensätzliches und widersprüchliches Land. Es hat mir auf meiner ersten Reise 2005 richtig Angst gemacht, aber sie mir gleichzeitig wieder genommen.

Was fasziniert Sie an
Indien?

Jede Reise nach Indien ist ein neues Abenteuer. Die Kontraste zwischen laut und leise, eng und weit, arm und reich faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Meine Lieblingsstadt ist Kalkutta, wo trotz der Größe und Widersprüche ein ganz besonderes Lebens- und Gemeinschaftsgefühl herrscht. Ich versuche, alle Erlebnisse in meinen Büchern wiederzugeben – zuletzt in „Indien von innen 2 – Zauber der Sinne, seliges Sein“. Mit eigenen Bildern und Gedichten möchte ich den Lesern das Land und seine Philosophie näherbringen. Zudem werden meine persönlichen Erfahrungen im neuen Buch durch ein umfangreiches Glossar zu Örtlichkeiten, Persönlichkeiten und Kulturstätten ergänzt.

Die Frage nach Ihrem Beruf beantworteten Sie mit Dichter und Songwriter. Ihrer Biografie ist zu entnehmen, dass Sie schon mit vielen musikalischen Größen verschiedenster Genres zusammengearbeitet haben.

Ich bin seit 1990 im Musikbusiness tätig und arbeite mit Musikern unterschiedlichster Stilrichtungen zusammen. Mein Beitrag besteht in der Regel darin, dass ich für den Text eines Liedes verantwortlich bin, bei meinem Deutschpop-Projekt „Sonderglück“ oft auch für Text und Melodie. Meine Passion als Dichter ist dabei natürlich sehr hilfreich. Da ich in jungen Jahren sogar in einer Deutsch-Rock-Band gespielt habe, fühle ich mich in allen Musikrichtungen wohl.

Welche waren Ihre musikalischen Highlights?

Da ist zuallererst natürlich meine Zusammenarbeit mit Udo Jürgens zu nennen. Für meine Liedtexte und die Mitarbeit zu seinen Liedern „Kurze Unterbrechung“, „Mit Dir“, „Oktoberwind“ und „Alles ist so easy“ erhielt ich jeweils zwei goldene Schallplatten in Deutschland und Österreich. Das sind natürlich wunderschöne Erinnerungen. Auch für mein Mitwirken an Alben von Udo Wenders und Marc Pircher erhielt ich mehrfach Auszeichnungen in Gold und Platin. Daneben habe ich aber auch viele Liedtexte für andere Künstlerinnen und Künstler wie Nicole, Münchener Freiheit oder Gregor Glanz geschrieben.

Stimmt es, dass Sie auch an den Jubiläumsliedern zu „100 Jahre FC Bayern“
beteiligt waren?

Ja, das ist richtig. Gemeinsam mit Hans Franek haben wir den Jubiläumssong geschaffen. Ich habe den Text verfasst, die Musik stammt von Hans Franek. Das Lied ist auf der damaligen Jubiläums-CD zu finden.

Welche Zukunftspläne
haben Sie?

Im Jahr 2020 habe ich das Musikprojekt „Sonderglück“ gegründet. Nach dem Debüt-Album sowie dem zweiten Album „Ustrine“ habe ich gerade mit den Vorbereitungen für ein drittes Album begonnen. Daneben führe ich persönliche Online-Workshops zum Thema Songtexten durch und halte künstlerische, multimediale Reisevorträge. Insbesondere mit meinem neuen, abendfüllenden „Indien von innen“-Programm versuche ich, den Besuchern mein Lieblings-Reiseziel lebendig und humorvoll, aber auch tiefgründig und nachdenklich näherzubringen. Als Künstler möchte ich Indien durch Lieder und Gedichte, Anekdoten und Bilder für das Publikum fühlbar machen. Für eine nächste Indienreise gibt es derzeit allerdings noch keine Pläne. Peter Böck

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