Römer-Münze aus der Zeit Kaiser Julians entdeckt

von Redaktion

Über 1.600 Jahre alter Fund in einem Garten in Feldkirchen-Westerham – Münze stammt aus einer bewegten Epoche

Feldkirchen-Westerham – Ein Fund aus der Zeit der römischen Kaiser sorgt derzeit für Aufsehen: Bei der Gartenarbeit ist eine über 1.600 Jahre alte Römer-Münze entdeckt worden. Wie die Gemeindeverwaltung Feldkirchen-Westerham mitteilt, wurde das Fundstück bereits im April dieses Jahres in einem privaten Garten der Gemeinde entdeckt und anschließend bei der Gemeindeverwaltung abgegeben.

Nach einer fachlichen Begutachtung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege liegt nun das Ergebnis vor: Die Münze stammt aus der Regierungszeit des römischen Kaisers Julian, auch bekannt als Julianus II. Apostata, der von 360 bis 363 nach Christus über das Römische Reich herrschte.

Laut Angaben der Gemeinde führt der Fund zurück in eine bewegte Epoche der Geschichte. Während der Herrschaft Kaiser Julians habe sich Europa in einer Zeit großer Umbrüche befunden. Das Christentum sei bereits weit verbreitet gewesen, gleichzeitig habe Julian versucht, die traditionellen römischen Kulte noch einmal zu stärken. Nur wenige Jahre nach seinem Tod habe das Reich weiter an Stabilität verloren und sei schließlich in einen west- und einen oströmischen Teil zerfallen.

Auch das heutige Oberbayern sei damals keineswegs eine abgelegene Region gewesen, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Südlich der Donau sei die Grenze des Römischen Reiches verlaufen, der sogenannte Donaulimes. Die Gegend sei von Handelswegen geprägt gewesen, auf denen Händler, Soldaten und Reisende unterwegs waren. Zwar habe das Mangfalltal nicht direkt zum Kerngebiet des Reiches gehört, doch hätten vielfältige Verbindungen zu den römischen Siedlungen und Militärstandorten entlang der Donau bestanden.

Wie die Münze nach Feldkirchen-Westerham gelangte, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit feststellen, so die Gemeindeverwaltung. Denkbar sei, dass sie bereits in der Spätantike durch Handel oder Reisebewegungen in die Region gekommen sei. Möglich wäre auch, dass sie von Menschen mitgeführt wurde, die nach dem Rückzug der Römer nördlich der Alpen lebten oder dort unterwegs waren. Über die Jahrhunderte hinweg könnte die Münze schließlich im Boden verloren gegangen sein, wo sie bis zu ihrer Entdeckung verborgen blieb.

Solche Einzelfunde seien für die Archäologie durchaus wertvoll, heißt es weiter. Sie lieferten Hinweise auf historische Kontakte, Handelsbeziehungen und die Nutzung von Landschaftsräumen in vergangenen Zeiten. Auch wenn die genaue Geschichte dieses besonderen Stücks vermutlich ein Geheimnis bleiben wird, so erzählt die Münze doch von einer Zeit, die mehr als anderthalb Jahrtausende zurückliegt. Feldkirchen-Westerham freut sich über den außergewöhnlichen Fund .

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