Rosenheim – Lange mussten die Fans ausharren, ehe sie endlich belohnt wurden. Schon am Donnerstagabend schlugen am Eingang des Mangfallparks Fans von Sarah Connor ihre Zelte auf. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sie campten die gesamte Nacht und den gesamten Freitag um schließlich in der ersten Reihe stehen zu können, wenn die Sängerin die Bühne betritt.
Und die eröffnete den vorletzten Abend beim Rosenheimer Sommerfestival direkt mit einer Liebeserklärung. Genauer gesagt mit dem Song „Ich liebe dich“. Connor machte dann auch gleich zu Beginn deutlich, dass eine Prise Humor bei ihrer Show auch nicht fehlen darf. So erzählte sie, dass sie nicht immer ganz so textsicher sei. „Vor allem, wenn ich in Bayern bin“, ergänzte sie und lachte. Damit spielte sie auf eine Textpanne im Jahr 2005 an. Damals sang Connor bei der Eröffnungsfeier der Allianz Arena in München die deutsche Nationalhymne – und vermasselte den Text.
„WM ist immer
mein Trauma“
„WM ist immer mein Trauma“, berichtete sie schließlich auf der Bühne in Rosenheim. Ihre Bandmitglieder sähen das allerdings anders. Die seien sauer, dass ausgerechnet während des WM-Finales am kommenden Sonntag eine Show ansteht.
Daher hätten sie sogar gefragt, ob Connor nicht früher spielen könne. Doch da hatte die Sängerin etwas dagegen – und stichelte gleich mit einem Augenzwinkern gegen einen Deutsch-Pop-Kollegen, der in Rosenheim auch schon Gast war. „Ich spiele doch nicht im Vorprogramm von Wincent Weiss“, sagte sie mit einem verschmitzten Lächeln. „Auf gar keinen Fall!“.
Kurz darauf sorgte die Sängerin für einen herzerwärmenden Moment. Nämlich als sie den Kindern in der ersten Reihe erlaubte, über die Barrikade zu klettern und es sich dort auf dem Boden bequem zu machen. „Aber nur, wenn ihr alle wieder mit euren Eltern zusammenfindet“, mahnte sie. „Ich nehme niemanden mehr mit. Ich hab schon genug Kinder“, ergänzte sie und lachte.
Wie groß Sarah Connors Familie ist, konnte man auch beim Sommerfestival in Rosenheim sehen. Denn aus dem Konzertabend wurde auch ein kleiner Familientreff. Wie die Sängerin auf der Bühne ankündigte, war ihre gemeinsame Tochter mit Marc Terenzi, Summer Terenzi, an diesem Abend zu Besuch. Doch nicht nur sie, auch weitere berühmte Familienmitglieder waren da. Ein besonderes Augenmerk lag auch auf Connors Schwester: Anna-Maria Ferchichi. Sie ist die Ehefrau von Rapper Bushido und war mit ihren zwei älteren Töchtern und drei Freundinnen vor Ort. Daher ließ es sich Connor auch nicht nehmen, ihre Liebsten während des Konzerts zu grüßen.
„Ah, da hinten ist meine Schwester. Schön mit einem Getränk in der Hand – richtig VIP“, sagte sie und lachte ehe sie wieder zur eigentlichen Show überging. Sie performte Hits wie „Ich wünsch dir“ und „Schlechte Idee“ und lieferte eine Mega-Show ab.
Bei einem Blick auf die perfekte Choreografie und die zahlreichen Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne könnte man glatt meinen, sie hätte sich etwas von Weltstar Jason Derulo abgeschaut. Ähnlich oft wie er bei seinem Sommerfestival-Auftritt hat Connor auch ihre Outfits gewechselt. Vom weißen Walle-Look, über Baggy-Hip-Hop-Style bis sexy Glitzer-Rock war an diesem Abend wirklich alles dabei. Und sogar eine kleine Poledance-Einlage einer Tänzerin durfte das Publikum bestaunen.
Aber nicht nur Party wurde gemacht an diesem Sommerabend. Auch emotional wurde es. So beispielsweise beim Lied „Das Leben ist schön“, in dem es um die eigene Endlichkeit geht. Da ließen die Rosenheimer nicht lange auf sich warten und verwandelten den Mangfallpark direkt wieder in ein wunderschönes Lichtermeer. Auch nicht fehlen durfte natürlich der Mega-Hit „Vincent“, bei dem die Fans absolute Textsicherheit unter Beweis stellten. Während die Tänzer mit Regenbogenfahnen und auf Rollschuhen die Sängerin umkreisten, zeigte sie noch einmal so richtig, was sie stimmlich draufhat.
Den ersten Song ihrer Zugabe widmete sie dann ihrem Sohn Jax. Es handelte sich um das Lied „Herzen in Aufruhr“, in dem es um Sorgen um die Zukunft geht, Sorgen von Kindern und Müttern und Sorgen, um die Kriege in unserer Welt und den Frieden in unserem Land.
Das große Finale bildete schließlich noch ein Lied, welches wohl jeder kennt: „Wie schön du bist“ aus dem Jahr 2015. Schneller als man sich versehen konnte, war der Konzertabend dann auch schon wieder vorbei und Connor verabschiedete sich mit den Worten: „Danke Rosenheim, ihr wart unglaublich. Ich liebe euch!“.
Abschied fiel
anscheinend schwer
Doch der Abschied schien ihr schwerzufallen. Denn während ein großer Teil der Besucher schon auf dem Weg nach draußen war, kam sie noch einmal zurück für ein letztes großes Finale, ehe ihr „der Stecker gezogen“ wurde, wie sie selbst sagte. Sie hat jedenfalls jede Minute ihrer Spielzeit vollends ausgekostet. Den Rosenheimer Fans zur Freude.
Patricia Huber