Stabwechsel im Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern

von Redaktion

Staatsministerin Michaela Kaniber verabschiedet Rolf Meindl – Barbara Donaubauer erste Frau an der Spitze

Mühldorf – Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit Tuba, Akkordeon und Harfe der Brauhaus Musikanten sind jüngst im Haberkasten der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern verabschiedet und seine Nachfolgerin begrüßt worden. Das passte gut zu Rolf Meindls Charakterisierung, die Michaela Kaniber in ihrer Lobrede ablieferte. Die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus bezeichnete sich auch als „Ministerin des ländlichen Raums und Ministerin der Dörfer“, um die sich die ihrem Ministerium nachgeordnete Behörde kümmert. Kaniber sagte, Rolf Meindl habe 37 Jahre lang mit Leidenschaft und Herzblut für den ländlichen Raum gearbeitet. Er sei ein „herausragender Beamter“ und „eine Institution“. Der gebürtige Kölner, der auch das Schafkopfen liebe, habe trotz der herausfordernden Verlagerung des Amtes nach Mühldorf am Inn „immer die Ruhe bewahrt“. Seine Aussage „Wir müssen auf Sicht fahren und ich kann nicht in die Glaskugel schauen“ zeuge von Besonnenheit und Ehrlichkeit, mit denen er auch Vertrauen bei seinen Mitarbeitern und der vom Amt betreuten Bevölkerung aufgebaut habe. Als Dank für seine Verdienste überreichte Kaniber dem scheidenden Behördenleiter die Staatsmedaille in Silber.

Meindl habe ein starkes Fundament und geordnete Verhältnisse hinterlassen. Auf dieser Basis habe sie nun die erste Frau an die Spitze eines der sieben bayerischen ALE berufen. Barbara Donaubauer habe in den vergangenen 24 Jahren viel Erfahrung als Referentin, Sachgebietsleiterin, Abteilungsleiterin und Mitglied einer Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft für nachhaltige Landesentwicklung gesammelt.

Rolf Meindl schilderte seine vielen Stationen im Amt. „Um im ländlichen Raum etwas zu bewirken, braucht es unglaublichen Mut, einen langen Atem und die Bereitschaft, zu kooperieren“, erklärte er. Die Ämter unterstützten Kommunen und Landwirte bei der Flurneuordnung, der Dorferneuerung und bei Projekten zur Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE). Die dafür nötige Vernetzung, die Kooperation und das nachhaltige Denken würden fortgeführt.

Meindls Nachfolgerin Barbara Donaubauer wies darauf hin, dass sie passend zum Jahr der Frauen in der Landwirtschaft als erste Frau in diese Leitungsposition gekommen sei, und dankte der Ministerin, dass sie ihr diesen Hinweis noch nicht vorweggenommen habe. „Der Klimawandel, der Wandel in der Landwirtschaft und der gesellschaftliche Wandel im ländlichen Raum schaffen viele Umbrüche“, erklärte sie. „Unser Kompass sind deshalb Leitlinien, die prinzipiell auf einen Bierdeckel passen, beispielsweise die Stärkung des sozialen Zusammenhalts, die Förderung regionaler Wertschöpfung und die Bewahrung der Ressourcen- und der Artenvielfalt.“ Die Bierdeckel lagen anschließend an den Bistrotischen aus. Unter dem neuen Motto „unser Dorf, unsere Zukunft“ gehe es nun unter anderem um die „klimaresiliente Entwicklung von Dorf und Flur“. Geplant seien digitale Austauschformate und die Umstellung auf elektronische Akten. Selbstverständlich würden laufende Projekte trotz Personalknappheit abgeschlossen.

„Im Herbst werden wir uns in Mühldorf niederlassen, dort Wurzeln schlagen und Neues wachsen lassen“, erklärte Barbara Donaubauer, die auch auf weitere offene Stellen hinwies. „Wir möchten Teil der Stadt werden und das nicht nur als Arbeitgeber.“ Die Veranstaltung des derzeit noch in München angesiedelten ALE fand in Mühldorf statt, weil die Behörde im November dorthin umziehen soll. „Das Großereignis, ablesbar an der Zahl der Gäste, zeigt, dass Mühldorf ein ländliches Zentrum ist“, sagte die neue Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber. „Der Umzug ist ein Gewinn für unsere Stadt, denn das Amt ist ein attraktiver Arbeitgeber.“

Dietmar Fund

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