Rosenheim – Für das große Finale haben sich die Rosenheimer noch einmal richtig herausgeputzt. Am Samstagabend (18. Juli) schimmerte, schillerte, blinkte und leuchtete es an jeder Ecke im Mangfallpark. Ob Pailletten oder Lichterketten: Für den Abschluss des Rosenheimer Sommerfestivals mit Kool & the Gang wurden keine Mühen gescheut. Und schon beim Auftritt der Vorband war klar, dass man im Glitter-Look auf keinen Fall overdressed war.
Abba-Hits heizen
die Menge an
In den Abend starteten die zahlreichen Fans im Mangfallpark mit den Hits der Kult-Band Abba. Genauer gesagt mit der Revival-Band Abba99. Ob „Mamma Mia“, „Money, Money, Money“ oder „The Winner Takes It All“, die Musiker ließen keinen Hit aus. Und auch optisch hätte man sie bei einem schnellen Blick auf die Bühne gut und gerne mit der Original-Besetzung verwechseln können. Von den Haaren, über die schimmernden Outfits, bis zu den Plateauschuhen – bei Abba99 stimmte alles. Und die Klassiker, bei denen wirklich jeder mitsingen konnte, brachten den Mangfallpark schon früh zum Tanzen.
An diese Stimmung schloss dann auch der Hauptact des Abends nahtlos an: Kool & the Gang. Doch bevor Robert „Kool“ Bell und seine Gang die Bühne betraten, gab es auf der großen Videoleinwand ein paar Eindrücke aus der jahrelangen Band-Geschichte zu sehen. Schließlich gibt es sie bereits seit dem Jahr 1964. „Kool“ ist mittlerweile der „Last man standing“, wie er sich selbst im OVB-Interview vor dem großen Sommerfestival-Konzert nannte. Denn er ist das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Band.
Als er schließlich mit seinen insgesamt neun Bandkollegen die Bühne in Rosenheim betrat, war die Freude bei den Fans groß und er wurde mit tosendem Applaus empfangen. Kein Wunder. Schließlich bekamen die Rosenheimer an diesem Abend eine waschechte Legende zu sehen. Denn Bell wurde gemeinsam mit seiner Band im Jahr 2024 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Außerdem gewann er auch schon einen Grammy und etliche weitere Auszeichnungen. Dass der Weltstar inzwischen 75 Jahre alt ist, ließ er sich auf der Bühne allerdings nicht anmerken. In der strassbesetzten Hose und dem lilafarbenen Glitter-Hemd zeigte der Bassist, was er an seinem Instrument draufhat. Mit dem weltbekannten Hit „Fresh“ aus dem Jahr 1984 startete die gesamte Band in den Abend. Auch Bell ließ es sich nicht nehmen, ein paar Grußworte an „Rosenheeeeim“ zu richten. Er erzählte von den Anfängen der Band, als er mit seinen Brüdern noch unter dem Namen „The Jazziacs“ auftrat. Nach dem Ausflug in die Vergangenheit ging es auch direkt weiter und die Band zündete einen Hit nach dem anderen. Und die Rosenheimer? Die schwangen nicht nur das Tanzbein. Nein, sie haben auch Textsicherheit bewiesen. Nachdem zum Song „Cherish“ romantisch geschunkelt worden war, forderte die Band das Publikum zum Mitsingen auf. Und so wurde die Menge im Mangfallpark zum erneuten Mal während dieses Sommerfestivals zum riesigen Chor und trällerte die Worte „Cherish the love. Cherish the life“ in Wiederholung.
Besondere Aufmerksamkeit der Band erhielt an diesem Abend aber vor allem eine Besuchergruppe. Nämlich die Damen auf dem Gelände. Nicht nur einmal wurden die „Ladies“ angesprochen. Und spätestens beim Hit „Ladies‘ Night“ war dann klar, was zu tun ist: tanzen. Aber nicht nur besagte Damen kamen in Bewegung. Auch der ein oder andere Herr konnte irgendwann nicht mehr stillhalten.
Außerdem durften vor dem Konzert ein paar ganz besondere „Ladies“ dem Star des Abends einen kurzen Besuch abstatten. Denn die diesjährigen Finalistinnen der Miss-Herbstfest-Wahl waren vor Ort. Und Bell ließ sich schließlich glatt mit den hübschen Damen in Tracht ablichten.
Sechs Mega-Konzerte
im Mangfallpark
Das große Finale bildeten schließlich die absoluten Mega-Hits „Get Down On It“ und „Celebration“. Besonders bei Letzterem war „Kool“ die Freude im Gesicht anzusehen. Mit einem Grinsen und sichtbarer Leidenschaft spielte er den Bass. Und das Grinsen, das dürfte auch einigen Sommerfestival-Fans nach diesen sechs Wahnsinns-Konzerten geblieben sein. Nun heißt es also wieder ein Jahr warten bis zur nächsten „fünften Jahreszeit“, wie Bookerin Alexandra Birklein das Sommerfestival nennt. Aber klar ist: Die Vorfreude auf den nächsten Star-Auflauf in der Stadt ist schon jetzt wieder riesig.