Gehört auch dazu

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Kinder sind oft die größten Philosophen. Sie bringen tiefe Wahrheiten mit wenigen Worten auf den Punkt. Pfarrer Elmar Gruber erzählte einmal von einer Begebenheit im Kindergarten. Er hatte den Kindern das Gleichnis vom „Schatz im Acker“ erzählt: Ein Mann entdeckt einen kostbaren Schatz und kauft deshalb den Acker, in dem sich dieser Schatz befindet, um diesen ganz besitzen zu können. Da fasste sich ein kleiner Bub an die Stirn und meinte: „Oh mei, jetzt ko er den ganzen Dreck mitkaffa!“ Recht hat er. Wer den Schatz haben will, bekommt den Acker dazu. Das gilt nicht nur im Gleichnis, sondern auch für unser Leben. In unserem Lebensacker liegen unzählige Schätze verborgen: Begabungen, Freundschaften, Erfahrungen, Chancen und die Liebe von Menschen, die uns begleiten. Vor allem aber ist da die Ahnung, dass unser Leben auf mehr hin angelegt ist als auf Erfolg, vergänglichen Besitz oder Anerkennung. Jesus nennt diesen größten Schatz in einem Bild das „Reich Gottes“: eine Wirklichkeit, die schon heute mitten unter uns aufscheint und doch weit über dieses Leben hinausreicht. Den Schatz gibt es allerdings nicht ohne den Acker mit dem Erdreich des Alltags. Zu ihm gehören auch Mühen, Sorgen, Enttäuschungen und Verpflichtungen, um die wir uns nicht drücken können. Niemand kann nur die goldenen Stellen herauslösen. Am Ende allein bedeutend ist aber doch der Schatz. Und manchmal lernt man seinen „Lebensacker“ dabei sogar zu lieben. Vielleicht gehört dazu die Erkenntnis, dass das Pflügen, Säen, Pflegen und Ernten nicht nur harte Arbeit, sondern auch Erfüllung mit sich bringt.

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