Kindern dabei helfen, ihre Angst zu überwinden

von Redaktion

Das Teddybärkrankenhaus in Rosenheim hat sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Zum Jubiläum untersuchten fast 800 Kinder ihre Kuscheltiere. Organisatoren und Unterstützer sind stolz auf das Erreichte – und haben schon die nächsten Ziele im Blick.

Rosenheim – Das Teddybärkrankenhaus Rosenheim hat kürzlich sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Beim Jubiläumswochenende besuchten rund 790 Kinder mit ihren Kuscheltieren das Projekt. Gleichzeitig ließen sich 39 Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren.

Ziel des Projekts ist es, Ängste abzubauen und Kindern einen positiven, altersgerechten Zugang zu den Themen Medizin, Gesundheit und Vorsorge zu ermöglichen. Die Kinder können dabei ihre Kuscheltiere untersuchen, röntgen und behandeln lassen – und selbst als kleine Ärzte aktiv werden. Parallel dazu informierte das Team „24h gegen Krebs“ Eltern über die Stammzellspende und ermöglichte eine Registrierung als potenzielle Spender.

Bedeutung der Themen
Gesundheit und Prävention

Anlässlich des Jubiläums fand neben dem eigentlichen Teddybärkrankenhaus eine Feier mit zahlreichen Wegbegleitern, Unterstützern und Ehrengästen statt. Eröffnet wurde sie von Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, der das langjährige bürgerliche Engagement von Projektleiter Dr. Nico Hanny und seiner Frau, der stellvertretenden Projektleiterin Dr. Magdalena Hanny, würdigte.

„Ich habe das Teddybärkrankenhaus und Nico im Jahr 2018 kennengelernt und damals schnell gemerkt, wie wichtig ihm die Themen Prävention und Gesundheit sind – vor allem für die Kleinsten“, sagte Erdogan. „Umso schöner ist es, dass dieses Angebot Kinder und Eltern nun schon seit zehn Jahren spielerisch auf die Bedeutung von Prävention und Gesundheit aufmerksam macht. Ich hoffe, dass es das Teddybärkrankenhaus noch mindestens weitere zehn Jahre geben wird.“

Lea Mutzbauer, Geschäftsführerin von Startklar Rosenheim-Ebersberg, erinnerte in ihrer Ansprache daran, dass Dr. Nico Hanny im Jahr 2015 seinen Bundesfreiwilligendienst vor dem Medizinstudium bei Startklar geleistet hatte. „Nico war für Startklar ein echter Glücksgriff“, sagte Mutzbauer. „Schon damals hat er über den Tellerrand hinausgeblickt und sich mit kreativen Ideen in verschiedenen Projekten der Jugendhilfe engagiert.“

In seinem Jubiläumsvortrag ließ Dr. Nico Hanny die vergangenen zehn Jahre Revue passieren. Anhand von Fotos, Statistiken und persönlichen Erinnerungen zeigte er, wie sich das Teddybärkrankenhaus von einem zunächst weitgehend unbekannten Projekt zu einer festen Größe in Rosenheim entwickelt hatte. „Am Anfang war sehr viel Überzeugungsarbeit und Werbung notwendig“, erinnerte sich Hanny. „Wir mussten erklären, was ein Teddybärkrankenhaus überhaupt ist und warum es Kindern dabei helfen kann, ihre Angst vor Arzt- und Krankenhausbesuchen zu verlieren. Heute sind die Termine regelmäßig ausgebucht.“

Der Weg dorthin sei nicht immer einfach gewesen. Wiederholt hätten neue Sponsoren gefunden, größere Räumlichkeiten organisiert und kurzfristige Schwierigkeiten gelöst werden müssen. Um die inzwischen fast 800 teilnehmenden Kinder gleichmäßiger auf beide Veranstaltungstage zu verteilen und Wartezeiten zu verringern, entwickelten Michael Horner und Dr. Nico Hanny gemeinsam ein eigenes digitales Buchungssystem.

„Kein Projekt
eines Einzelnen“

Besonders stolz zeigte sich der Projektleiter darauf, dass das Teddybärkrankenhaus seit seiner Gründung jedes Jahr mindestens einmal stattfinden konnte. „In zehn Jahren gab es viele Situationen, in denen es organisatorisch oder zeitlich schwierig war.“ Trotz dreier medizinischer Staatsexamina, eines Auslandsaufenthalts, der Corona-Pandemie und privater Veränderungen sei es immer gelungen, das Teddybärkrankenhaus jedes Jahr durchzuführen, so Hanny. „Wenn ein Kind nach dem Teddybärkrankenhaus weniger Angst vor seinem nächsten Arztbesuch oder einem Krankenhausaufenthalt hat, hat sich jede einzelne Stunde ehrenamtlicher Arbeit gelohnt“, sagt er.

Hanny betonte dabei ausdrücklich die Bedeutung des Gemeinschaftsprojekts: „Ohne meine Frau Magdalena, meine Großeltern und ohne die über 400 ehrenamtlichen Helfer, Unterstützer und Sponsoren wäre das alles nicht möglich gewesen. Das Teddybärkrankenhaus ist kein Projekt eines Einzelnen, sondern das Ergebnis der Arbeit vieler engagierter Menschen.“

Als besonderes Zeichen des Dankes erhielten langjährige Wegbegleiter einen eigens entworfenen und mithilfe eines 3D-Druckers hergestellten „Teddy-Oscar“. Zu den Unterstützern der ersten Stunde zählen Startklar Soziale Arbeit, die Sparkassenstiftungen Zukunft für die Stadt und den Landkreis Rosenheim sowie die Romed-Klinik Bad Aibling, vertreten durch Lea Mutzbauer, Franz Langstein, Birgit Hanke, Alexa Dietz, Dr. Guido Pfeiffer, Sandra Zabel und Sibylle Jost.

Unter den Ehrengästen war auch der ehemalige Schulleiter der Fachoberschule und Berufsoberschule (FOS/BOS) Rosenheim, Michael Frowein. Er hatte das Teddybärkrankenhaus einst als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnet und im Jahr 2019 gemeinsam mit Karl-Heinz Lehner und Christian Eichinger dafür gesorgt, dass größere Räumlichkeiten im Schüler- und Studentenzentrum genutzt werden konnten. Katrin Kumberger brachte das Projekt 2019 auf die Rosenheimer Autismusmesse und ermöglichte damit einen weiteren Schritt in Richtung Inklusion.

Film als emotionaler
Abschluss des Festakts

Für einen emotionalen Abschluss des Festakts sorgte ein kurzer Dokumentationsfilm von Maximilian Böhm, der die Entwicklung des Projekts und Begegnungen mit Kindern, Familien, Ehrenamtlichen und Unterstützern zeigte. Ein zentraler Bestandteil des Teddybärkrankenhauses sind die ehrenamtlichen „Teddydocs“, viele von ihnen aus Schulklassen der Romed-Pflegeschule, der ATA-OTA-Schule sowie der bfz-Ergotherapieschule. Das Jubiläumswochenende wurde zudem von zahlreichen regionalen Unternehmen und Organisationen unterstützt. Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Projektleiter ist Dr. Nico Hanny als Lehrer und Dozent an verschiedenen Schulen und Bildungseinrichtungen tätig und bietet Kurse zu den Themen Prävention und Gesundheit für Kindergärten und Grundschulen an.

Für das Teddybärkrankenhaus selbst ist das nächste Ziel bereits gesetzt: „Unser nächstes großes Ziel sind 10.000 behandelte Kuscheltiere bis Ende dieses Jahres, 9.218 waren bereits da und es ist daher realistisch“, sagte Hanny beim Festakt. „Im kommenden Jahr möchten wir das Teddybärkrankenhaus außerdem noch stärker in Richtung Prävention und Vorsorge weiterentwickeln. Denkbar wäre eine Untersuchungsstation aus dem Bereich der Endoskopie.“

Das nächste Teddybärkrankenhaus findet am Freitag, 11. Dezember, und Samstag, 12. Dezember, als besonderes Weihnachts-Teddybärkrankenhaus in der Romed-Klinik Bad Aibling statt. Weitere Informationen gibt es unter www.teddybaerkrankenhaus-rosenheim.de sowie auf dem Instagram-Kanal des Teddybärkrankenhauses.

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