Berichte von Bären-Spuren und einer Höhle

von Redaktion

Der Bär, der kürzlich in Tirol nahe der Grenze zu Bayern gesichtet wurde, sorgt weiter für Alarmstimmung. Doch möglicherweise ist das Tier schon lange da – und richtet gar keinen Schaden an. Trotzdem ergreifen einige nun Vorsichtsmaßnahmen.

Thiersee/Miesbach – Am 6. Juli hatte ein Landwirt in Thiersee (Tirol) einen Bären in etwa 300 Meter Entfernung von seinem Hof gesehen. Spuren hatte er in der Region in Österreich keine hinterlassen. Möglicherweise ist das Tier aber schon seit Jahren in der Region, fiel aber bislang nicht durch Risse von Weidetieren oder das Plündern von Bienenstöcken auf. Dennoch wird jetzt bei den Imkern im Landkreis Miesbach aufgerüstet.

Bayerische Imker
rüsten auf

Um seine Bienenvölker zu schützen, hat der Bezirksimkerverein Gmund, Tegernseer Tal und Umgebung an seinen Bienenstöcken am Pfaffenkopf auf Rottach-Egerner Flur einen Elektrozaun installiert.

Vorsitzender Thomas Klotz erklärt, dass Bären nicht nur Honig, sondern auch die Brut plündern und großen Schaden anrichten können.

Möglicherweise versteckt sich der Bär aber schon seit Jahren in den benachbarten Brandenberger Alpen – dem Gebiet in Tirol südlich des Landkreises Miesbach. Schon 2023, als ein Bär von dort sich nach Oberbayern aufmachte, dort Schafe riss und schließlich ins Salzburger Land weiterzog, wo er von einem Zug überfahren und getötet wurde, war immer wieder von zwei Bären in der Region die Rede. Einer ist offenbar noch da.

„Ich hab‘ im Winter immer wieder Bärenspuren im Wald gesehen“, berichtet Michael Erzberger, Gemeinderat und Jagdleiter der Jagdgenossenschaft Brandenberg.

„Gut möglich, dass er einen Unterschlupf im Norden von Brandenberg hat, dort gibt es eine Höhle, in der er von manchen Kollegen im Winter vermutet wird.“ Die Region bestehe aus 10.000 Hektar Bundesforsten, die würden sich gut als Bärenversteck eignen. Erzberger: „Es gibt dort wenig Touristen, da würde der Bär kaum gestört.“ Und es gebe Exemplare, die sich vegetarisch ernährten oder nur das Aas abgestürzter Wildtiere fräßen.

Mit einem zurückgezogenen Bären, der gelegentlich Ausflüge Richtung Bayern macht, ließen sich auch zwei Bärensichtungen erklären, die im November vorigen Jahres am Samerberg und an der Hochries im Chiemgau gemacht wurden. „Die Dame, die ihn gesehen hat, war absolut glaubwürdig“, so Peter Weyerer, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Törwang, über die Sichtung damals.

Keine Berichte
über Schäden

Spuren oder gar Berichte über Schäden gab es nie. Allerdings auch kein Bild einer Wildkamera, bis auf eines – 2023 aufgenommen bei Brandenberg. Auch Josef Glatz, Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, berichtet von einem Bären, der immer wieder von Tirol aus in den Raum Garmisch-Partenkirchen einfiel, dort aber kaum Schäden hinterließ und dann spurlos verschwand. Glatz: „Er hatte sich wohl auf Fallwild, Beeren, Moose und Wurzeln spezialisiert.“

Ganz anders hatte sich „Problem-Bär“ Bruno verhalten, der 2006 in Bayern auftauchte und schließlich erschossen wurde, da er sich Menschen näherte. Er hatte auch Bienenstöcke geplündert und Haustiere gerissen.

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