Tarifstreit: Mitarbeiter in Molkereien legen Arbeit nieder

von Redaktion

„Milch-Protest-Zug“ durch Wasserburg am heutigen Donnerstag

Wasserburg – Mehr als 350 Beschäftigte von vier oberbayerischen Molkereien und einer Käserei wollen am heutigen Donnerstag in den Warnstreik treten. Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilt, hat die NGG Rosenheim-Oberbayern zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen, die zu Produktionsausfällen führen werden. Zusätzlich kündigt die Gewerkschaft einen „Milch-Protest-Zug“ durch Wasserburg an.

Von dem Warnstreik betroffen sind laut Angaben der NGG die Privatmolkerei Meggle und die Privatmolkerei Bauer, beide in Wasserburg, das Milchwerk Jäger in Haag sowie die Bergader Privatkäserei in Waging am See.

Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen der bayerischen Milchwirtschaft. Die NGG wirft dem Arbeitgeberverband der bayerischen Ernährungswirtschaft einen „unberechenbaren Zick-Zack-Kurs“ vor: Dieser habe seine Zusage, den Beschäftigten zwei Entlastungstage zuzugestehen, wieder zurückgenommen. NGG-Geschäftsführer Manuel Halbmeier, der selbst für die Gewerkschaft am Tariftisch mitverhandelt, bezeichnete dies als „einen Schlag ins Gesicht“ für alle Beschäftigten von Molkereien und Käsereien in Oberbayern. „Es wird Zeit, dass die Beschäftigten der Milchwirtschaft in Oberbayern jetzt einmal ordentlich auf die Sahne hauen. Den Arbeitgebern muss klar sein, dass sie ihren Fuß von der Lohnbremse nehmen müssen“, so Halbmeier.

Die Gewerkschaft fordert ein Lohn-Plus von 4,1 Prozent für ein Jahr, für Auszubildende 80 Euro pro Monat mehr sowie eine zusätzliche Zahlung im Wert von fünf Arbeitstagen zur flexiblen Nutzung. Auch die Übernahme der Fahrtkosten zur Berufsschule für Auszubildende gehört zu den Forderungen. Die Arbeitgeber hätten laut NGG zuletzt lediglich 2,1 Prozent für 13 Monate angeboten und seien selbst in der dritten Tarifrunde nicht bereit gewesen, die Fahrtkosten für ihre Auszubildenden anzupassen.

Halbmeier übte scharfe Kritik: „Die Arbeitgeber haben eine Rolle rückwärts am Verhandlungstisch gemacht.“ Der Warnstreik sei auch ein Warnschuss an die Arbeitgeber, dass sie mit ihren Beschäftigten so nicht umgehen können.

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