Entenflohalarm: Seen sind sicher

von Redaktion

Nach dem Zerkarien-Alarm in Ampfing am Dienstag, 21. Juli, gibt das Gesundheitsamt für den Landkreis Rosenheim Entwarnung. An den 44 überwachten Badestellen der Region wurden in dieser Saison keine Parasiten gemeldet. Badegäste können dort weiterhin unbesorgt schwimmen gehen, sollten jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Rosenheim/Landkreis – Sommer, Sonne, ungetrübter Badespaß. Im Landkreis Rosenheim hat das Gesundheitsamt dafür grünes Licht gegeben. Die Seen und die Badestrände sind sauber. Weiter nördlich ist der Badespaß erst einmal verdorben.

An der Grünen Lagune in Ampfing im Landkreis Mühldorf ist seit Dienstag (21. Juli) „Zerkarien-Alarm“.

Zerkarien – auch Entenflöhe genannt – sind winzig, aber gemein: Die Larven von Saugwürmern sind im Wasser mit bloßem Auge kaum zu erkennen, können den Badespaß jedoch gründlich verderben.

Unangenehme
Hautreizungen

Bei warmen Wassertemperaturen halten sie sich bevorzugt in flachen, pflanzenreichen Uferbereichen auf. Gelangen sie auf die menschliche Haut, bohren sie sich ein und lösen eine sogenannte Badedermatitis aus – mit stark juckenden Quaddeln und unangenehmen Hautreizungen.

„Besonders viele Zerkarien können im Wasser sein, wenn es zu einem temperatur- und witterungsabhängigen synchronen Zerkarien-Ausstoß kommt“, erklärt das Gesundheitsamt. Das könne unter anderem der Fall sein, wenn auf einige kühlere Tage mit bedecktem Himmel ein Schönwettertag folge.

„Dann können Schwimmer und vor allem spielende Kinder von vielen Zerkarien befallen werden – vor allem in Flachzonenbereichen, in denen sich die Schnecken bevorzugt aufhalten.“

Die Wasserqualität der Badeseen wird über die gesamte Saison von Mai bis September überwacht. Auch die Grüne Lagune in Ampfing (Landkreis Mühldorf) wird monatlich vom Gesundheitsamt untersucht. Zudem lässt die Gemeinde Ampfing die Wasserqualität in ihrem Natur- und Erlebnisbad wöchentlich von einem Labor untersuchen. Am Dienstag (21. Juli) wurde ein Zerkarien-Befall festgestellt und bis auf Weiteres vom Baden abgeraten.

Von massenhaftem Auftreten von Zerkarien seien oft meist Seen betroffen, an denen die Wasservögelpopulation zu hoch ist, sagt ein Sprecher des Rosenheimer Gesundheitsamtes.

Doch Badegäste im Landkreis Rosenheim müssen sich aktuell keine Sorgen machen: Weder wurden in dieser Saison Zerkarien-Fälle gemeldet, noch gibt es Hinweise auf eine ungewöhnlich hohe Wasservogelpopulation an den überwachten Badeseen.

An 44 Badestellen an 33 verschiedenen Seen in der Region kann also ohne Angst gebadet werden. Ganz ausschließen lässt sich ein Auftreten der Parasiten allerdings nicht.

„Im Filzenbad Samerberg, einem künstlich angelegten Freibad mit biologischer Wasseraufbereitung, wurden in der vergangenen Saison nach Hinweisen auf ein mögliches Zerkarien-Vorkommen vorsorglich Informationsschilder für die Badegäste aufgestellt“, informiert das Gesundheitsamt.

Schwimmen
im tieferen Bereich

Wo Wasservögel sind, können auch Zerkarien auftreten – und die unsichtbare Gefahr lauert im Wasser. Auch das Baden in den frühen Morgenstunden ist nicht unbedenklich.

Wer in tieferen oder leicht strömenden Bereichen schwimme, verringere das Risiko eines Zerkarien-Befalls. Zudem sollte man nach dem Schwimmen die Badekleidung wechseln und wenn möglich duschen.

Artikel 11 von 11