Loretowiese: Parkticket für 39 Euro im Monat

von Redaktion

Der Rosenheimer Haupt- und Finanzausschuss hat die Einführung eines neuen Monatstickets für die Loretowiese beschlossen. Für 39 Euro können Autofahrer dort künftig parken. Das Angebot soll vor allem Berufspendler entlasten, garantiert jedoch keinen freien Stellplatz und ist nur digital erhältlich.

Rosenheim – Das Parken in Rosenheim. Über kaum ein anderes Thema wird in der Stadt – aber auch im Landkreis – immer wieder so hitzig diskutiert wie über die Suche nach einem Parkplatz in der Innenstadt. Den einen gibt es zu wenig, den anderen sind die Stellplätze zu teuer. Anwohner haben manchmal ihre liebe Not, überhaupt einen zu finden, ganz zu schweigen von denen, die während der Arbeitszeit ihr Auto abstellen müssen. Die Loretowiese versuchen viele Autofahrer seit der Bewirtschaftung vor über zwei Jahren zu meiden – aus Kostengründen. Das soll jetzt anders werden.

Reaktion auf
viele Bitten

Noch in diesem Jahr soll ein Monatsticket für das Parken auf der Loretowiese eingeführt werden. Das hat jetzt Oberbürgermeister Abuzar Erdogan im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss verkündet. „Hintergrund ist, dass uns sehr viele Bitten, sogar eine Unterschriftenliste, aus dem Romed-Klinikum erreicht haben“, sagte der Oberbürgermeister während der Sitzung. Auch von anderen Arbeitgebern im Innenstadtbereich habe es Nachrichten gegeben. Der Wunsch vieler Beschäftigter: ein vergünstigtes Parkticket für Berufspendler auf der Loretowiese.

Die Parksituation in der Stadt sei für viele Berufstätige zurzeit eine „Belastung“ – vor allem für die Mitarbeiter des Klinikums. Aus mehreren Gründen. Punkt 1: die Parkplatzsuche. „Nach den Rückmeldungen der Mitarbeitenden ist die Parkplatzsuche insbesondere kurz vor 8 Uhr sowie zur Mittagszeit am schwierigsten“, sagt eine Romed-Sprecherin auf OVB-Anfrage. Zu diesen Zeiten seien die verfügbaren Stellplätze am stärksten ausgelastet. Und selbst wenn man einen Parkplatz findet, bleibt immer noch Punkt 2: die Kosten.

Obwohl man mit der Senkung der Parkgebühren im Herbst 2025 den Pendlern bereits „entgegengekommen ist“, werde immer noch argumentiert, dass die finanzielle Belastung zu hoch ist, teilte die Verwaltung mit. Inzwischen kostet der halbe Tag zwei statt 2,50 Euro und das Tagesticket drei statt fünf Euro. „Bei täglicher Nutzung montags bis freitags bedeutet dies für Beschäftigte eine monatliche Belastung von durchschnittlich rund 60 Euro.“

Viele Beschäftigte aus dem Umland – es gebe rund 24.000 Einpendler in die Stadt – berichteten zudem, dass sie gar keine andere Möglichkeit haben, als mit dem Auto in die Stadt zu fahren. „Besonders dann, wenn die ÖPNV-Anbindung nicht gut ist, zum Beispiel in den frühen Morgenstunden oder bei Beginn der Spätschicht“, betonte Abuzar Erdogan während der Sitzung. So sei der Parkplatz auf der Loretowiese „naheliegend“ und viele kämen um die Parkgebühren nicht herum.

Das Monatsticket – maximale Parkdauer 30 Tage – zum Preis von 39 Euro soll nun für Entlastung bei den Berufspendlern sorgen. Wer im Monat mindestens 14 Tage auf der Loretowiese parkt, spart sich etwas. „Das ist kein Billigtarif, aber ein Angebot und aus meiner Sicht so vertretbar“, sagte der Oberbürgermeister. Auch wenn sich der Idee fast alle Stadträte im Ausschuss anschließen konnten, gab es doch Bedenken. „Die Begründung für das Ticket ist der schlechte ÖPNV, die Einnahmen aus den Parkgebühren sollen aber wiederum in den ÖPNV fließen. Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz“, sagte Sonja Gintenreiter, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Zumal sie befürchtet, dass mit dem Monatsticket die Dauerparker auf die Loretowiese zurückkehren. „Wir haben keine Handhabe, wer das nutzen wird. Man kann sich das Ticket einfach nur kaufen, um dort dauerhaft stehenzubleiben“, bemängelte Gintenreiter. Vielmehr sollte es einen speziellen Parkausweis oder Sondertarife nur für Mitarbeiter von Klinikum und Polizei geben. Dass das neue Monatsticket auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt wird, sei auch diskutiert worden, sagte Abuzar Erdogan. „Letztlich war es eine Abwägungsentscheidung. Aber es ist aufwendig, das einzugrenzen, allein schon dabei, welche Daten wir erheben müssten, um das zu kontrollieren“, sagte der Oberbürgermeister. So habe man sich für eine „einfache Regelung“ entschieden. „Das Angebot gilt für jeden, jeder kann das Monatsticket nutzen“, betonte Erdogan. Unterstützung bekam er von der CSU. „Die beschränkten Parkmöglichkeiten betreffen ja nicht nur Klinikum und Polizei, sondern auch die vielen anderen Arbeitnehmer und Selbstständigen“, sagte Dr. Wolfgang Bergmüller, Fraktionsvorsitzender der CSU. Christine Degenhart, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler/UP, warnte vor einem „Bürokratiemonster“, wenn man jetzt erst klären müsse, was ein „Berufspendler“ ist. Schließlich stimmten die Stadträte mit großer Mehrheit – 10:1 Stimmen – für das neue Ticket. Zu kaufen könnte es das neue Monatsticket ab dem 1. Oktober geben. Um das Angebot schnell realisieren zu können, könne das Ticket nur digital über die Benutzung einer App gekauft werden, teilte die Stadt mit. Und auch noch etwas anderes stellten die Verwaltung und der Oberbürgermeister klar: Wer ein Monatsticket kauft, erhält keine Garantie, jeden Tag einen freien Parkplatz auf der Loretowiese zu bekommen. „Das ist kein Anspruch auf einen Parkplatz, sondern ein Recht, nicht bestraft zu werden“, machte Erdogan deutlich.

Auslastung soll
erhöht werden

Der Oberbürgermeister hoffe dennoch auch darauf, mit dem neuen Ticket die Auslastung auf der Loretowiese weiter zu erhöhen. Diese liege derzeit grob geschätzt zwischen 66 und 90 Prozent, teilt Julia Kositzki, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt, auf OVB-Anfrage mit. Bei einer Auslastung von 66 Prozent seien rund 430 Parkplätze belegt, bei 90 Prozent rund 580 Stück. Ob die Klinik-Mitarbeiter deshalb vom neuen Monatsticket profitieren werden, müsse man abwarten, sagt die Romed-Pressesprecherin. „Entscheidend wird sein, wie sich das Angebot im Alltag bewährt.“ Das Monatsticket auf der Loretowiese sei „ein wichtiger Schritt“.

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