100 Spitzenoffiziere lernen extreme Führung

von Redaktion

Rund 100 Offiziere aus zehn Nationen haben in Reit im Winkl die extremen Bedingungen der Gebirgstruppe kennengelernt. Bei der Ausbildung stießen die Teilnehmer an ihre Grenzen und lernten, worauf es bei der Führung im Hochgebirge ankommt.

Reit im Winkl – Rund 100 angehende General- und Admiralstabsdienstoffiziere aus zehn Nationen haben eine Woche lang das Fähigkeitsprofil der Gebirgstruppe kennengelernt. Wie die Gebirgsjägerbrigade 23 in einer Pressemitteilung vom Montag (20. Juli) mitteilt, fand die Ausbildung auf dem Hochgebirgsübungsplatz Reiteralpe und rund um die Winklmoosalm in Reit im Winkl statt.

Marine, Luftwaffe
und Heer

Die Teilnehmer des Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg kamen aus Marine, Luftwaffe und Heer sowie aus insgesamt zehn Nationen, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien, den USA, Litauen und Österreich. Unterstützt von Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 sowie zahlreichen Reservisten absolvierten sie laut Mitteilung ein anspruchsvolles Programm im Gebirge.

Für die Marine sei das Gebirge eher ungewohntes Terrain, wie die Pressemitteilung schildert. „Ich habe einen Heidenrespekt vor jedem, der hier oben seinen Dienst tut“, sagte Fregattenkapitän Jan D. während einer Pause auf dem Weg zum Großen Weitschartenkopf.

Zum Programm gehörten Bergmärsche, das Bewegen am Fels sowie das Arbeiten am Seil. „Die Teilnehmer konnten erleben, was schwieriges Gelände mit ihnen selbst und ihrer Komfortzone macht“, sagte Major Dominik H., Heeresbergführer und Reservist, der beim Abseilen die Grundlagen des sicheren Umgangs mit Seil und Ausrüstung vermittelte. Er betonte: „Der Berg ist ein unglaublich ehrlicher Lehrmeister. Wer die körperlichen Voraussetzungen nicht erfüllt, kann seinen militärischen Auftrag nicht erfüllen. Das gilt für den Gebirgsjäger vom Rekruten bis zum höchsten Stabsoffizier.“

Im Mittelpunkt der Ausbildungswoche habe jedoch nicht allein die körperliche Herausforderung gestanden. Ziel sei es vor allem gewesen, Führung unter extremen Bedingungen erlebbar zu machen. „Auch wenn diese Soldatinnen und Soldaten später vielleicht nie wieder mit der Gebirgstruppe zusammenarbeiten, sehen sie hier, was Führung unter besonderen Bedingungen bedeutet“, sagte Oberst Bjarne K. von der Führungsakademie der Bundeswehr. „Wie man bei extremer körperlicher Belastung, schwierigem Gelände und wechselnden Wetterbedingungen führt, das kann man von der Gebirgstruppe lernen.“

Wie sich das in der Praxis zeigt, demonstrierte laut Angaben der Gebirgsjägerbrigade 23 die 4. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232 bei einer Gefechtsvorführung im alpinen Gelände. Die Gebirgsjäger überwanden dabei Felsen, seilten sich ab und nahmen eine gegnerische Stellung ein.

„Ein bisschen irre,
aber auch cool“

Auch Generalmajor Jared Sembritzki, Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, verfolgte die Vorführung. Sein Fazit: „Gebirgsjäger sind so ein bisschen irre – aber sie sind cool.“ Dieses Fazit hätten die Lehrgangsteilnehmer mit nach Hause genommen.

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